Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
5D_123/2015 KI-generiert

Definitive Rechtsöffnung for tax debt; subsidiary constitutional complaint dismissed for failure to substantiate constitutional violation.

Geschäftsnummer 5D_123/2015
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Swiss Federal Supreme Court (II. Civil Law Division) dismissed the appellant's constitutional complaint and rejected his request for free legal aid, ordering him to pay court costs of CHF 200. The contested decision of the Cantonal Court of Bern (dated June 12, 2015) remains in force. That lower court had refused to consider the appellant's appeal against a first-instance order granting definitive debt collection (Rechtsöffnung) to the tax authorities for CHF 555.45 in 2012 cantonal and municipal taxes plus CHF 260 in fines and fees. The Cantonal Court deemed the appeal untimely under the 10-day deadline, relying on the notification fiction of Art. 138(3)(a) of the Swiss Code of Civil Procedure (ZPO), and also found it lacked the required legal grounds and meritorious arguments. The Federal Supreme Court held that the complaint failed to meet the strict procedural requirements of Art. 117 in conjunction with Art. 106(2) and Art. 116 BGG (subsidiary constitutional complaint), as the appellant did not clearly and specifically demonstrate which constitutional rights were violated by the lower court's reasoning, and therefore dismissed the case for lack of sufficient substantiation.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG, Art. 74 Abs. 2 BGG, Art. 117 i.V.m, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 116 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Definitive Rechtsöffnung for tax debt; subsidiary constitutional complaint dismissed for failure to substantiate constitutional violation: Civil Law Division) dismissed the appellant's constitutional complaint and rejected his request for free legal aid, ordering him to pay court costs of CHF 200. The contested decision of the Cantonal Court of Bern (dated June 12, 2015) remains in force. That lower court had refused to consider the appellant's appeal against a first-instance order granting definitive debt collection (Rechtsöffnung) to the tax authorities for CHF 555.45 in 2012 cantonal and municipal taxes plus CHF 260 in fines and fees. The Cantonal Court deemed the appeal untimely under the 10-day deadline, relying on the notification fiction of Art. 138(3)(a) of the Swiss Code of Civil Procedure (ZPO), and also found it lacked the required legal grounds and meritorious arguments. The Federal Supreme Court held that the complaint failed to meet the strict procedural requirements of Art. 117 in conjunction with Art. 106(2) and Art. 116 BGG (subsidiary constitutional complaint), as the appellant did not clearly and specifically demonstrate which constitutional rights were violated by the lower court's reasoning, and therefore dismissed the case for lack of sufficient substantiation.

Schlagwörter

KI-generiert
Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege verfassungsmässige Anforderung Gemeindesteuern Streitwert Rechtsvorschlag Untätigkeitsklage

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG

Basis for declaring the constitutional complaint inadmissible due to insufficient substantiation.

Art. 64 Abs. 1 BGG

Basis for rejecting the request for free legal aid because the complaint lacked merit.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Basis for imposing court costs on the unsuccessful appellant.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

5D_123/2015

Urteil vom 14. Juli 2015

II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied,

Gerichtsschreiber Füllemann.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Kanton Bern, Einwohnergemeinde Bern und deren Kirchgemeinde, vertreten durch die Steuerverwaltung des Kantons Bern,

Beschwerdegegner.

Gegenstand

Definitive Rechtsöffnung,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 12. Juni 2015 des Obergerichts des Kantons Bern (Zivilabteilung, 2. Zivilkammer).

Nach Einsicht

in die Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid vom 12. Juni 2015 des Obergerichts des Kantons Bern, das auf eine Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die erstinstanzliche Erteilung der definitiven Rechtsöffnung an die Beschwerdegegner für Fr. 555.45 (Kantons- und Gemeindesteuern 2012) sowie für Fr. 260.-- (Bussen und Gebühren) nicht eingetreten ist und dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege verweigert hat,

in Erwägung,

dass gegen den in einer vermögensrechtlichen Angelegenheit ergangenen Entscheid des Obergerichts mangels Erreichens der Streitwertgrenze ( Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG ) und mangels Vorliegens einer Ausnahme gemäss Art. 74 Abs. 2 BGG allein die subsidiäre Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG offen steht, weshalb die Eingabe des Beschwerdeführers als solche entgegengenommen worden ist,

dass in einer subsidiären Verfassungsbeschwerde die Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte vorzubringen und zu begründen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG sowie Art. 116 BGG ), d.h. anhand der Erwägungen des kantonalen Entscheids klar und detailliert darzulegen ist, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch diesen Entscheid verletzt sein sollen ( BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399), ansonst auf die Beschwerde nicht eingetreten wird (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG ),

dass das Obergericht im Entscheid vom 12. Juni 2015 erwog, gemäss Fiktion nach Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO gelte der erstinstanzliche, bei der Post nicht abgeholte Entscheid dem Beschwerdeführer als am 1. Mai 2015 zugestellt, die 10-tägige Beschwerdefrist habe daher am 11. Mai 2015 geendet, die erst am 19. Mai 2015 eingereichte Beschwerde erweise sich als verspätet, auf die Beschwerde wäre auch deshalb nicht einzutreten, weil sie den Antrags- und Begründungsanforderungen in keiner Weise entspreche, die unentgeltliche Rechtspflege könne dem Beschwerdeführer wegen Aussichtslosigkeit nicht gewährt werden,

dass der Beschwerdeführer in seiner Eingabe an das Bundesgericht nicht in nachvollziehbarer Weise auf die obergerichtlichen Erwägungen eingeht,

dass er erst recht nicht anhand dieser Erwägungen nach den gesetzlichen Anforderungen, d.h. klar und detailliert aufzeigt, welche verfassungsmässigen Rechte und inwiefern sie durch den Entscheid des Obergerichts vom 12. Juni 2015 verletzt sein sollen,

dass somit auf die - offensichtlich keine hinreichende Begründung enthaltende - Verfassungsbeschwerde in Anwendung von Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG nicht einzutreten ist,

dass dem Beschwerdeführer in Anbetracht der Aussichtslosigkeit der Verfassungsbeschwerde die unentgeltliche Rechtspflege nicht bewilligt werden kann ( Art. 64 Abs. 1 BGG ),

dass der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig wird ( Art. 66 Abs. 1 BGG ),

dass in den Fällen des Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 BGG das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt und das präsidierende Abteilungsmitglied zuständig ist,

erkennt das präsidierende Mitglied:

1. Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Gerichtskosten von Fr. 200.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 14. Juli 2015

Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Escher

Der Gerichtsschreiber: Füllemann