Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
5A_565/2017 KI-generiert

Debtor's Late Objection to Debt Collection Proceedings Rejected Due to Inadmissible New Evidence on Appeal

Geschäftsnummer 5A_565/2017
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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In this case, two individuals were subject to enforcement proceedings initiated by different companies over substantial financial claims. The first company initiated the proceedings against one individual, while the second company targeted the other individual due to a guarantee obligation. Subsequently, after a transfer of claims was communicated by the first company, both individuals contested the claims, asserting the existence of a special agreement with the first company, which was disputed by the latter. The lower court dismissed their contestations, ruling that the alleged agreement was not substantiated. An appeal to a higher court similarly rejected their claims on procedural grounds, stating that any documentation supporting their assertions could not be introduced at that stage. The individuals then sought to overturn the decision with further appeals, emphasizing the substantive existence of their agreement and concerns over potential detrimental consequences of the enforcement measures.

Legislator-Regeste

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Art. 326 Abs. 1 ZPO, Art. 75 Abs. 1 BGG, Art. 317 Abs. 1 ZPO, Art. 95 lit. a BGG, Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Debtor's Late Objection to Debt Collection Proceedings Rejected Due to Inadmissible New Evidence on Appeal: The first company initiated the proceedings against one individual, while the second company targeted the other individual due to a guarantee obligation. Subsequently, after a transfer of claims was communicated by the first company, both individuals contested the claims, asserting the existence of a special agreement with the first company, which was disputed by the latter. The lower court dismissed their contestations, ruling that the alleged agreement was not substantiated. An appeal to a higher court similarly rejected their claims on procedural grounds, stating that any documentation supporting their assertions could not be introduced at that stage. The individuals then sought to overturn the decision with further appeals, emphasizing the substantive existence of their agreement and concerns over potential detrimental consequences of the enforcement measures.

Schlagwörter

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nachträgliche Rechtsvorschläge verspätete Einwendungen Inkasso bestrittene Forderung neues Beweismittel ordentliches Konkursverfahren mangelnder Solvenznachweis

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG

Basis for the final order to dismiss the appeal in this specific type of procedure.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Basis for the decision to waive the imposition of court costs.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

5A_565/2017

Urteil vom 8. August 2017

II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter von Werdt, Präsident,

Gerichtsschreiber Möckli.

Verfahrensbeteiligte

1. A.________,

2. B.________,

Beschwerdeführer,

gegen

C.________ AG,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

nachträgliche Rechtsvorschläge,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 20. Juni 2017.

Sachverhalt:

Die C.________ AG leitete am 24. August 2015 gegen B.________ die Betreibung Nr. xxx des Betreibungsamtes U.________ über Fr. 421'185.-- ein. Die D.________ AG leitete am 27. Januar 2016 gegen A.________ aus Bürgschaftsverpflichtung die Betreibung Nr. yyy des Betreibungsamtes U.________ über Fr. 421'088.-- ein.

Am 13. Dezember 2016 zeigte das Betreibungsamt Münchwilen den Schuldnern die am 6. Dezember 2016 von der C.________ AG mitgeteilte Abtretung der von der D.________ in Betreibung gesetzten Forderung an und machte sie auf ihre Rechte gemäss Art. 77 Abs. 1 und 2 SchKG hin.

Am 21. Dezember 2016 erhoben B.________ und A.________ nachträglich Rechtsvorschlag mit der (nicht weiter belegten) Begründung, sie hätten mit der C.________ AG bereits eine bilaterale Sondervereinbarung getroffen. Diese bestritt in ihrer Stellungnahme vom 22. Februar 2017, mit den Schuldnern eine Vereinbarung, Stundung oder Ähnliches getroffen zu haben.

Mit Entscheid vom 9. März 2017 verweigerte das Bezirksgericht Münchwilen in den genannten Betreibungen die nachträglichen Rechtsvorschläge mit der Begründung, die Sondervereinbarung sei bestritten und von den Schuldnern nicht belegt.

Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Obergericht des Kantons Thurgau mit Entscheid von 20. Juni 2017 ab mit der Begründung, die erst im Beschwerdeverfahren eingereichte Sondervereinbarung sei ein unzulässiges Novum ( Art. 326 Abs. 1 ZPO ), weshalb nicht weiter zu prüfen sei, ob sie die betriebene oder (wie von der Gläubigerin geltend gemacht) eine andere Forderung betreffe.

Gegen den obergerichtlichen Entscheid haben B.________ und A.________ am 28. Juli 2017 eine Beschwerde erhoben mit den Begehren, diesen zu revidieren, dem Rechtsvorschlag stattzugeben und die provisorische Rechtsöffnung rückwirkend zu beseitigen bzw. das Verwertungsverfahren einzustellen.

Erwägungen:

1. Angefochten ist der kantonal letztinstanzliche Entscheid betreffend Bewilligung eines nachträglichen Rechtsvorschlages für eine Fr. 30'000.-- übersteigende Forderung; die Beschwerde in Zivilsachen steht offen ( Art. 72 Abs. 2 lit. a, Art. 74 Abs. 1 lit. b und Art. 75 Abs. 1 BGG ).

2. Die Beschwerdeführer machen geltend, ihre Beschwerde sei lediglich aus formellen Gründen abgelehnt worden, was stossend sei, weil die Sondervereinbarung ja materiell existiere. Es sei störend, auf die Verwertung der Liegenschaft zu pochen, und es dürfe nicht dem Grundsatz der schweizerischen Justiz entsprechen, Existenzen zu zerstören.

Im Unterschied zum Berufungsverfahren, wo Beweismittel unter bestimmten Voraussetzungen nachgereicht werden können (vgl. Art. 317 Abs. 1 ZPO ), ist dies im Beschwerdeverfahren unzulässig ( Art. 326 Abs. 1 ZPO ). Es kann der Vorinstanz nicht zum Vorwurf gereichen, wenn sie die einschlägigen prozessualen Vorschriften beachtet hat. Eine Rechtsverletzung, wie sie mit der Beschwerde in Zivilsachen vorgebracht werden kann ( Art. 95 lit. a BGG ), wird denn auch zu Recht nicht gerügt.

3. Die Beschwerde ist im Verfahren gemäss Art. 109 Abs. 2 lit. a BGG abzuweisen. Angesichts der konkreten Umstände wird auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt der Präsident:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. August 2017

Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: von Werdt

Der Gerichtsschreiber: Möckli