Swiss Federal Supreme Court Dismisses Appeal Due to Untimely Filing in Marriage Protection Case
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertSwiss Federal Supreme Court Dismisses Appeal Due to Untimely Filing in Marriage Protection Case The Swiss Federal Supreme Court did not entertain an appeal against a cantonal court decision that affirmed jurisdiction over a marriage protection proceeding, despite a pending divorce in Poland, because the appeal was filed significantly past the 30-day deadline. The case involved a dispute over whether the Polish divorce was lis pendens before the marriage protection request was filed in Switzerland, specifically concerning the effective date of service of the divorce claim in Poland, though the Federal Supreme Court did not rule on this substantive issue. The court found the appeal to be manifestly untimely, having been posted on January 6, 2025, after a December 20, 2024, deadline, and clarified that no extension or statutory stay of time limits applies to marriage protection matters, as they are considered interim measures. Consequently, the court dismissed the appeal and rejected the associated request for legal aid due to the appeal's lack of prospective success.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 100 BGG, Art. 100 Abs. 1 BGG, Art. 44 Abs. 1 BGG, Art. 46 Abs. 1 lit. a BGG, Art. 98 BGG, Art. 46 Abs. 2 BGG; Swiss Federal Supreme Court Dismisses Appeal Due to Untimely Filing in Marriage Protection Case: The case involved a dispute over whether the Polish divorce was lis pendens before the marriage protection request was filed in Switzerland, specifically concerning the effective date of service of the divorce claim in Poland, though the Federal Supreme Court did not rule on this substantive issue. The court found the appeal to be manifestly untimely, having been posted on January 6, 2025, after a December 20, 2024, deadline, and clarified that no extension or statutory stay of time limits applies to marriage protection matters, as they are considered interim measures. Consequently, the court dismissed the appeal and rejected the associated request for legal aid due to the appeal's lack of prospective success.
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KI-generiertThe appeal was declared inadmissible because it was filed late, leading to a decision by the President under the simplified procedure.
The request for legal aid (unentgeltliche Rechtspflege) was dismissed because the appeal was doomed to fail.
Costs were imposed on the appellant because the appeal was dismissed.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
5A_17/2025
Urteil vom 10. Januar 2025
II. zivilrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Bovey, Präsident,
Gerichtsschreiber Möckli.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Andrzej Remin,
Beschwerdeführerin,
*gegen*
B.________,
vertreten durch Advokat Dr. Georg Gremmelspacher,
Beschwerdegegner.
Gegenstand
Eheschutz,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 15. November 2024 (LE230052-O/U).
Sachverhalt:
Am 31. Mai 2023 machte der Beschwerdegegner beim Bezirksgericht Affoltern ein Eheschutzverfahren anhängig. Die Beschwerdeführerin brachte vor, dass seit anfangs Februar 2023 am Bezirksgericht Breslau in Polen das Scheidungsverfahren anhängig sei und demzufolge kein Eheschutzgesuch mehr gestellt werden könne. Der Beschwerdegegner stellte sich auf den Standpunkt, nach polnischem Zivilprozessrecht werde die Rechtshängigkeit erst durch Zustellung der Klage an den gegnerischen Anwalt begründet, welche am 14. Juni 2023 erfolgt sei.
In der Folge entschied das Bezirksgericht am 2. November 2023, dass auf das Eheschutzgesuch eingetreten werde, und lud zur Hauptverhandlung. Die hiergegen erhobene Berufung der Beschwerdeführerin wies das Obergericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 15. November 2024 ab, nachdem es mit dem Amtsgericht Breslau zwecks Klärung des umstrittenen Zustellungsdatums bzw. der Rechtshängigkeit des polnischen Scheidungsverfahrens einen Austausch geführt hatte (offenbar wurde bereits am 24. April 2023 ein 13-seitiges Dokument rechtshilfeweise zugestellt, die 160-seitige Klageschrift aber erst am 14. Juni 2023).
Mit Eingabe vom 4. Januar 2025 (Postaufgabe: 6. Januar 2025) wendet sich die Beschwerdeführerin an das Bundesgericht. Gleichzeitig verlangt sie die unentgeltliche Rechtspflege.
Erwägungen:
1. Das angefochtene Urteil vom 15. November 2024 wurde dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 20. November 2024 zugestellt. Dies ist aus dem Auszug "Track and Trace" ersichtlich und er nennt in der Beschwerde für die Inempfangnahme ebenfalls dieses Datum. Indes hält er zur Fristwahrung einzig fest: "Die gesetzliche Frist des
Art. 100 BGG
wurde durch die Einreichung der Beschwerde am heutigen Tage gewahrt." Dies trifft jedoch augenfällig nicht zu:
Die 30-tägige Beschwerdefrist (
Art. 100 Abs. 1 BGG
) begann am Folgetag der Zustellung zu laufen (
Art. 44 Abs. 1 BGG
) und endete am Freitag 20. Dezember 2024. Die erst am 6. Januar 2025 der Post übergebene Beschwerde ist damit offenkundig verspätet. Soweit die Beschwerdeführerin bzw. ihr Rechtsvertreter stillschweigend davon ausgegangen sein sollte, dass der Fristenstillstand von
Art. 46 Abs. 1 lit. a BGG
zum Tragen gekommen sei, so ist dies nicht der Fall. Bei Eheschutzsachen handelt es sich nach mehrfach publizierter bundesgerichtlicher Rechtsprechung um vorsorgliche Massnahmen im Sinn von
Art. 98 BGG
(
BGE 133 III 393
E. 5.1;
149 III 81
E. 1.3), für welche kein Fristenstillstand gilt (
Art. 46 Abs. 2 BGG
).
2. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als verspätet und damit als offensichtlich unzulässig, weshalb auf sie nicht eingetreten werden kann und der Präsident im vereinfachten Verfahren entscheidet (
Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG
).
3. Einer verspäteten Beschwerde kann von Anfang an kein Erfolg beschieden sein, weshalb es an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt (
Art. 64 Abs. 1 BGG
) und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist.
4. Die Gerichtskosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (
Art. 66 Abs. 1 BGG
).
Demnach erkennt der Präsident:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3. Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.
4. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, mitgeteilt.
Lausanne, 10. Januar 2025
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Bovey
Der Gerichtsschreiber: Möckli