Outpatient compulsory depot medication under cantonal law; constitutional review of KESB measures and requirement of specific rights violation claims
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Supreme Court (Bundesgericht) dismissed the appeal for lack of sufficient grounds, meaning the appellant lost and the lower court's decision remains in force. The case involved a challenge by a patient to a decision by the Child and Adult Protection Authority (KESB) of Nidwalden ordering the continuation of outpatient compulsory measures, specifically a biweekly depot injection of Risperdal Consta and regular psychiatric therapy, based on Article 437 para. 2 of the Swiss Civil Code (ZGB) and Article 38 EG ZGB (cantonal law). The Supreme Court held that since the measure was based on cantonal law, it could only review the case for violations of constitutional rights, but the appellant merely listed general rights (e.g., Articles 10 BV, 13 EMRK, prohibition of torture) without demonstrating how the lower court's reasoning—which relied on medical findings of a delusional disorder with progressive course, deterioration during oral medication attempts, and the effectiveness of depot injections—violated specific constitutional provisions. Thus, the appeal was inadmissible due to insufficient reasoning, and no court costs were imposed.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 437 Abs. 2 ZGB, Art. 38 EG, Art. 10 BV, Art. 13 EMRK, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Outpatient compulsory depot medication under cantonal law; constitutional review of KESB measures and requirement of specific rights violation claims: The case involved a challenge by a patient to a decision by the Child and Adult Protection Authority (KESB) of Nidwalden ordering the continuation of outpatient compulsory measures, specifically a biweekly depot injection of Risperdal Consta and regular psychiatric therapy, based on Article 437 para. 2 of the Swiss Civil Code (ZGB) and Article 38 EG ZGB (cantonal law). The Supreme Court held that since the measure was based on cantonal law, it could only review the case for violations of constitutional rights, but the appellant merely listed general rights (e.g., Articles 10 BV, 13 EMRK, prohibition of torture) without demonstrating how the lower court's reasoning—which relied on medical findings of a delusional disorder with progressive course, deterioration during oral medication attempts, and the effectiveness of depot injections—violated specific constitutional provisions. Thus, the appeal was inadmissible due to insufficient reasoning, and no court costs were imposed.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertThe court declared the appeal inadmissible due to insufficient grounds, applying the simplified procedure.
The court waived the imposition of court costs given the specific circumstances.
Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (1)
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
5A_1005/2019
Urteil vom 16. Dezember 2019
II. zivilrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Herrmann, Präsident,
Gerichtsschreiber Möckli.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführerin,
gegen
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Nidwalden.
Gegenstand
ambulante Massnahme (Zwangsmedikation),
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Nidwalden, Verwaltungsabteilung, vom 27. November 2019 (VA 19 22).
Sachverhalt:
Mit Entscheid vom 27. August 2015 ordnete die KESB Nidwalden für A.________ gestützt auf Art. 437 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 38 EG ZGB ambulante Massnahmen an.
Im Rahmen der fünften Überprüfung ordnete die KESB mit Entscheid vom 20. September 2019 die Weiterführung der folgenden ambulanten Massnahmen an: a) regelmässige zweiwöchentliche Depotmedikation (Injektion) von Risperdal Consta in Dosierung gemäss Verschreibung durch Dr. med. B.________ und verabreicht durch Dr. med. C.________; b) so oft als nach Ansicht des behandelnden Arztes nötige, mindestens jedoch alle acht Wochen stattfindende psychiatrische Therapie durch Dr. med. B.________.
Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden mit Entscheid vom 27. November 2019 ab.
Dagegen hat die Betroffene am 11. Dezember 2019 beim Bundesgericht eine Beschwerde eingereicht.
Erwägungen:
1. Vorliegend ist zu beachten, dass der Bundesgesetzgeber die ambulanten Zwangsmassnahmen nicht selbst regelt, sondern die Kantone mit einem zuteilenden Vorbehalt in Art. 437 Abs. 2 ZGB zu entsprechender Legiferierung ermächtigt. Der Kanton Nidwalden hat von dieser Gesetzgebungskompetenz Gebrauch gemacht. Die Massnahme ist gemäss dem angefochtenen Entscheid explizit auf die kantonale Rechtsgrundlage von Art. 38 EG ZGB abgestützt. Die Verletzung kantonalen Rechts kann das Bundesgericht indes nur im Zusammenhang mit Verfassungsrügen prüfen, wobei die Rüge im Vordergrund steht, dass das kantonale Recht willkürlich angewandt worden sei ( BGE 139 III 225 E. 2.3 S. 231; 139 III 252 E. 1.4 S. 254; 142 II 369 E. 2.1 S. 372).
Die Beschwerdeführerin listet zwar verschiedene verfassungsmässige Rechte auf ( Art. 10 BV , Art. 13 EMRK , EMRK generell) und bringt vor, es gelte das Folterverbot. Indes werden mit den allgemeinen Ausführungen (sie sei ganz normal und die Depotmedikation lasse ihren Zustand unverändert) keine Bezüge zu den ausführlichen Erwägungen des angefochtenen Entscheides hergestellt (Kernpunkte: gutachterlich diagnostizierte anhaltende wahnhafte Störung mit progressivem Verlauf und wahnhaft motivierte Verhaltensweisen; bei der versuchten oralen Einnahme der Medikamente habe sich der Gesundheitszustand rapid verschlechtert; mit den Depotspritzen lasse sich die Wahndynamik deutlich reduzieren; die Depotspritzen würden vom gesamten Umfeld, insbesondere den drei Töchtern und dem Beistand befürwortet) und es erfolgt insbesondere keine Darlegung, inwiefern die Erwägungen des angefochtenen Entscheides vor bestimmten Verfassungsbestimmungen konkret nicht standhalten sollen.
2. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich nicht hinreichend begründet, weshalb auf sie nicht eingetreten werden kann und der Präsident im vereinfachten Verfahren entscheidet ( Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG ).
3. Angesichts der konkreten Umstände wird auf die Erhebung von Gerichtskosten verzichtet ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).
Demnach erkennt der Präsident:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3. Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der KESB Nidwalden und dem Verwaltungsgericht des Kantons Nidwalden, Verwaltungsabteilung, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 16. Dezember 2019
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Herrmann
Der Gerichtsschreiber: Möckli