Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
4D_48/2021 KI-generiert

Failure to Rectify Defective Legal Representation in Federal Supreme Court Appeal.

Geschäftsnummer 4D_48/2021
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves a legal dispute where the appellant filed a complaint on May 25, 2021, with the Obergericht of the Canton of Bern against a protocol of the conciliation authority Bern-Mittelland dated May 21, 2021. The complainant was required to pay an advance for court costs, and upon failing to do so within the initially set timeframe and an extended deadline, the court ruled on July 1, 2021, not to proceed with the complaint. The complainant then lodged an appeal with the Swiss Federal Tribunal on July 15, 2021. However, it was noted that the individual representing the complainant was not authorized to represent parties in civil cases before the Federal Tribunal, and the complainant was given until September 1, 2021, to address this issue, which was further complicated by the complainant's health situation. The failure to correct the representation issue within the given extension resulted in the tribunal deciding not to consider the appeal.

Legislator-Regeste

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Art. 40 Abs. 1 BGG, Art. 42 Abs. 5 BGG, Art. 41 Abs. 1 BGG, Art. 41 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG, Art. 68 Abs. 2 BGG; Failure to Rectify Defective Legal Representation in Federal Supreme Court Appeal: The complainant was required to pay an advance for court costs, and upon failing to do so within the initially set timeframe and an extended deadline, the court ruled on July 1, 2021, not to proceed with the complaint. The complainant then lodged an appeal with the Swiss Federal Tribunal on July 15, 2021. However, it was noted that the individual representing the complainant was not authorized to represent parties in civil cases before the Federal Tribunal, and the complainant was given until September 1, 2021, to address this issue, which was further complicated by the complainant's health situation. The failure to correct the representation issue within the given extension resulted in the tribunal deciding not to consider the appeal.

Schlagwörter

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Kostenvorschuss gesetzliche Vertretung Schlichtungsverhandlung Rüge verfassungsmässiger Rechte Beschwerdelegitimation Beweislosigkeit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG

Used to rule that the appeal is not to be entertained due to the unrectified formal defect (lack of proper representation).

Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG

Used to waive the collection of court costs under the given exceptional circumstances.

Art. 68 Abs. 2 BGG

Used to rule that no party compensation is awarded because the respondent incurred no expense in the federal court proceedings.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

4D_48/2021

Urteil vom 10. September 2021

I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichterin Hohl, Präsidentin,

Gerichtsschreiber Leemann.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführerin,

gegen

B.________ AG,

vertreten durch Fürsprecher Franz Müller, Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Kostenvorschuss,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts

des Kantons Bern, 2. Zivilkammer, vom 1. Juli 2021 (ZK 21 288).

Erwägungen:

1. Die Beschwerdeführerin erhob mit Eingabe vom 25. Mai 2021 beim Obergericht des Kantons Bern Beschwerde gegen ein Protokoll der Schlichtungsbehörde Bern-Mittelland vom 21. Mai 2021. Der Instruktionsrichter setzte der Beschwerdeführerin daraufhin eine Frist und nach deren unbenutztem Ablauf eine Nachfrist zur Leistung des Kostenvorschusses für das Rechtsmittelverfahren an, dies unter Androhung der Säumnisfolgen. Nachdem der Kostenvorschuss auch innerhalb der angesetzten Nachfrist nicht eingegangen war, trat das Obergericht mit Entscheid vom 1. Juli 2021 auf die Beschwerde nicht ein.

C.________ erhob gegen diesen Entscheid mit Eingabe vom 15. Juli 2021im Namen der Beschwerdeführerin Beschwerde beim Bundesgericht.

2. Parteien können vor Bundesgericht in Zivil- und Strafsachen nur von Anwälten und Anwältinnen vertreten werden, die nach dem Anwaltsgesetz vom 23. Juni 2000 oder nach einem Staatsvertrag berechtigt sind, Parteien vor schweizerischen Gerichtsbehörden zu vertreten ( Art. 40 Abs. 1 BGG ).

Die Beschwerdeführerin wurde mit Schreiben vom 16. Juli 2021 in Anwendung von Art. 42 Abs. 5 BGG darauf aufmerksam gemacht, dass C.________ nach Art. 40 Abs. 1 BGG nicht befugt ist, in Zivilsachen Parteien vor Bundesgericht zu vertreten. Gleichzeitig wurde sie aufgefordert, diesen Mangel spätestens bis am 2. August 2021 zu beheben, ansonsten die Rechtsschrift unbeachtet bleibe. Die Beschwerdeführerin wurde dabei darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeschrift, die dem Schreiben im Original beigelegt wurde, innerhalb dieser Frist von ihr persönlich unterschrieben oder von einem mandatierten Rechtsanwalt eingereicht werden müsse.

Mit Eingabe vom 19. Juli 2021 teilte C.________ dem Bundesgericht mit, die Beschwerdeführerin befinde sich zur Zeit auf der Intensivstation und ersuchte um Zuteilung eines "Pflichtverteidigers" gemäss Art. 41 Abs. 1 BGG bzw. um Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistands für die Beschwerdeführerin.

Mit Verfügung vom 22. Juli 2021 wurde die mit Schreiben vom 16. Juli 2021 angesetzte Frist zur Behebung des Unterschrifts- bzw. Vertretungsmangels bis zum 1. September 2021 erstreckt. Gleichzeitig erwog das Bundesgericht, es sei im zu beurteilenden Fall nicht dargetan, dass ein Vorgehen nach Art. 41 BGG erforderlich wäre.

Ein weiteres Schreiben von C.________ vom 27. Juli 2021 betreffend Dienstaufsichtsbeschwerde wurde am 3. September 2021 vom Generalsekretär des Bundesgerichts beantwortet.

Innert der angesetzten Frist wurde der mit Schreiben vom 16. Juli 2021 unter Hinweis auf Art. 40 Abs. 1 und Art. 42 Abs. 5 BGG beanstandete Mangel nicht behoben. Entsprechend ist auf die Beschwerdeeingabe vom 15. Juli 2021 androhungsgemäss nicht einzutreten ( Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG ).

3. Unter den gegebenen Umständen ist ausnahmsweise auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 zweiter Satz BGG). Der Beschwerdegegnerin ist keine Parteientschädigung zuzusprechen, da ihr aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand erwachsen ist ( Art. 68 Abs. 2 BGG ).

Demnach erkennt die Präsidentin:

1. Auf die Beschwerdeeingabe vom 15. Juli 2021 wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, 2. Zivilkammer, und C.________,U.________, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. September 2021

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Hohl

Der Gerichtsschreiber: Leemann