Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
4A_93/2025 KI-generiert

Complainant's Appeal Against Refusal of Provisional Measures Dismissed for Lack of Demonstrable Irreparable Harm

Geschäftsnummer 4A_93/2025
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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Complainant's Appeal Against Refusal of Provisional Measures Dismissed for Lack of Demonstrable Irreparable Harm The Federal Supreme Court dismissed a complainant's appeal against an interlocutory decision by the St. Gallen Commercial Court President, which had denied the complainant's request for provisional measures—specifically, the imposition of a commercial register block, the surrender of documents, the revocation of previous commercial register entries, and a prohibition on holding a general meeting without the complainant. The lower court had initially granted the commercial register block on a super-provisional basis but subsequently lifted it upon denying the main request for provisional measures in its 15 January 2025 decision. The Federal Court reasoned that the contested decision, which refused provisional measures prior to any main proceedings, constituted an "other" interlocutory decision under Article 93 of the Federal Supreme Court Act; the appeal was inadmissible because the complainant failed to sufficiently demonstrate how the decision caused an irreparable legal disadvantage, as required by Article 93 para. 1 lit. a BGG, relying merely on a general assertion of harm without specific legal justification.

Legislator-Regeste

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Art. 29 Abs. 1 BGG, Art. 90 BGG, Art. 93 BGG, Art. 92 BGG, Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG, Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG; Complainant's Appeal Against Refusal of Provisional Measures Dismissed for Lack of Demonstrable Irreparable Harm: Gallen Commercial Court President, which had denied the complainant's request for provisional measures—specifically, the imposition of a commercial register block, the surrender of documents, the revocation of previous commercial register entries, and a prohibition on holding a general meeting without the complainant. The lower court had initially granted the commercial register block on a super-provisional basis but subsequently lifted it upon denying the main request for provisional measures in its 15 January 2025 decision. The Federal Court reasoned that the contested decision, which refused provisional measures prior to any main proceedings, constituted an "other" interlocutory decision under Article 93 of the Federal Supreme Court Act; the appeal was inadmissible because the complainant failed to sufficiently demonstrate how the decision caused an irreparable legal disadvantage, as required by Article 93 para. 1 lit. a BGG, relying merely on a general assertion of harm without specific legal justification.

Schlagwörter

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Handelsregistersperre Vorläufige Maßnahmen Zwischenentscheid nicht wiedergutzumachender Nachteil Beschwerdelegitimation Einrede der Verfassungswidrigkeit Wirkungen der Vorabentscheidungsurteile

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG

Used to rule on the inadmissibility of the appeal due to insufficient substantiation regarding the non-reparable disadvantage.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Applied to impose court costs on the appellant due to the outcome of his appeal.

Art. 68 Abs. 2 BGG

Applied to deny party compensation because the opposing parties incurred no expenditure in the federal court procedure.

Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG

Cited in the reasoning as a condition for the admissibility of the appeal against an interlocutory decision, focusing on non-reparable disadvantage (though ultimately not met).

Art. 93 BGG

Cited to qualify the appealed decision as another interlocutory decision (Zwischenentscheid) against which the appeal is subject to specific admissibility criteria.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

4A_93/2025

Urteil vom 12. März 2025

I. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Hurni, Präsident,

Gerichtsschreiber Tanner.

Verfahrensbeteiligte

Verwaltungsrat der

Aa.________ AG,

vertreten durch B.________ in U.________,

vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Bleuer,

Beschwerdeführer,

*gegen*

1. Ab.________ LTD,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Leandro Perucchi,

2. C.________,

3. Aa.________ AG,

beide vertreten durch Rechtsanwalt Pascal Tourette,

Beschwerdegegner.

Gegenstand

Handelsregistersperre,

Beschwerde gegen den Entscheid des Handelsgerichtspräsidenten des Kantons St. Gallen vom 15. Januar 2025 (HG.2024.60-HGP).

Erwägungen:

1. Der Beschwerdeführer ersuchte am 5. August 2024 das Handelsgericht des Kantons St. Gallen unter anderem um Anordnung einer Handelsregistersperre in Bezug auf den Eintrag des Beschwerdegegners 3. Gleichzeitig beantragte er die Verpflichtung der Beschwerdegegner 1 und 2, ihm bestimmte Unterlagen herauszugeben sowie frühere Handelsregisteranmeldungen zu widerrufen. Sodann stellte er den Antrag, es sei den Beschwerdegegnern 1-3 zu verbieten, ohne ihn eine Generalversammlung der Beschwerdegegnerin 3 durchzuführen.

Der Handelsgerichtspräsident ordnete mit Entscheid vom 6. August 2024 superprovisorisch die beantragte Registersperre an.

Nach Anhörung der Beschwerdegegner 1-3 wies der Handelsgerichtspräsident mit Entscheid vom 15. Januar 2025 das Gesuch des Beschwerdeführers ab. Zugleich hob er die am 6. August 2024 verfügte Handelsregistersperre auf und ordnete eine Mutation bezüglich der Zusammensetzung des Verwaltungsrats der Beschwerdegegnerin 3 im Handelsregister an.

2. Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt der Beschwerdeführer dem Bundesgericht, es sei der Entscheid des Handelsgerichtspräsidenten vom 15. Januar 2025 aufzuheben und dessen superprovisorisch angeordneten Massnahmen aufrecht zu erhalten. Zudem seien die vom Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Massnahmebegehren gestellten register- und gesellschaftsrechtlichen Anträge gutzuheissen.

Es wurden keine Vernehmlassungen eingeholt.

3. Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein Rechtsmittel zulässig ist (vgl.

Art. 29 Abs. 1 BGG

;

BGE 149 III 277

E. 3.1;

148 IV 155

E. 1.1;

145 II 168

E. 1).

3.1.

Der angefochtene Entschluss vom 15. Januar 2025 traf keine definitiven Anordnungen, sondern wies das Gesuch des Beschwerdeführers um Erlass vorsorglicher Massnahmen ab.

Vorsorgliche Massnahmen gelten nur dann als Endentscheide im Sinne von

Art. 90 BGG

, wenn sie in einem eigenständigen Verfahren ergehen. Demgegenüber bilden selbststständig eröffnete Massnahmenentscheide immer dann Zwischenentscheide im Sinne von

Art. 93 BGG

, wenn sie vor oder während eines Hauptverfahrens erlassen werden und nur für die Dauer des Hauptverfahrens Bestand haben bzw. unter der Bedingung gelten, dass ein Hauptverfahren eingeleitet wird (

BGE 144 III 475

E. 1.1.1;

138 III 76

E. 1.2;

137 III 324

E. 1.1).

Die Vorinstanz erliess ihren abweisenden Massnahmenentscheid vor Durchführung eines Hauptverfahrens. Er betrifft weder die Zuständigkeit noch ein Ausstandsbegehren (

Art. 92 BGG

). Folglich ist er als ein sogenannt anderer Zwischenentscheid im Sinne von

Art. 93 BGG

zu qualifizieren.

3.2.

Gegen solche andere selbstständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide ist die Beschwerde nur zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (

Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG

) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (

Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG

).

Der nicht wieder gutzumachende Nachteil im Sinne von

Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG

muss rechtlicher Natur sein, was voraussetzt, dass er durch einen späteren günstigen Entscheid nicht oder nicht mehr vollständig behoben werden kann (

BGE 148 IV 155

E. 1.1;

144 III 475

E. 1.2;

141 III 80

E. 1.2). Rein tatsächliche Nachteile wie die Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens reichen nicht aus (

BGE 148 IV 155

E. 1.1;

142 III 798

E. 2.2;

141 III 80

E. 1.2).

Die selbstständige Anfechtbarkeit von Zwischenentscheiden aus prozessökonomischen Gründen bildet eine Ausnahme vom Grundsatz, dass sich das Bundesgericht mit jeder Angelegenheit nur einmal befassen soll (

BGE 144 III 475

E. 1.2;

141 III 80

E. 1.2). Diese Ausnahme ist restriktiv zu handhaben, zumal die Parteien keine Rechte verlieren, wenn sie einen Zwischenentscheid im Sinne von

Art. 93 BGG

nicht selbstständig anfechten. Nach

Art. 93 Abs. 3 BGG

können sie ihn mit dem Endentscheid anfechten, soweit er sich auf dessen Inhalt auswirkt (

BGE 149 II 170

E. 1.2;

143 III 290

E. 1.4).

Dabei obliegt es der beschwerdeführenden Partei darzutun, dass die Voraussetzungen von

Art. 93 BGG

erfüllt sind, soweit deren Vorliegen nicht offensichtlich in die Augen springt. Unterlässt sie dies, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten (

BGE 142 III 798

E. 2.2;

137 III 324

E. 1.1).

3.3.

Der Beschwerdeführer erwähnt zwar an mehreren Stellen in seiner Beschwerde den nicht wieder gutzumachenden Nachteil, ohne indessen konkret aufzuzeigen, worin dieser genau bestehen soll. Damit bleibt unklar, inwiefern ihm durch den angefochtenen Zwischenentscheid ein rechtlicher Nachteil im Sinne von

Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG

drohen soll.

Mangels ausreichender Begründung ist daher nach

Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG

auf die Beschwerde nicht einzutreten.

4. Der Beschwerdeführer wird bei diesem Verfahrensausgang kostenpflichtig (

Art. 66 Abs. 1 BGG

). Die Beschwerdegegner 1-3 haben keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung, da ihnen aus dem bundesgerichtlichen Verfahren kein Aufwand erwachsen ist (

Art. 68 Abs. 2 BGG

).

Demnach erkennt der Präsident:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Handelsgerichtspräsidenten des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 12. März 2025

Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Hurni

Der Gerichtsschreiber: Tanner