Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
2D_71/2010 KI-generiert

Disability Insurance Recipient's Challenge to Military Service Exemption Tax Remission Denial

Geschäftsnummer 2D_71/2010
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves an individual, who began receiving disability benefits in 2010, disputing the obligation to pay a military substitute tax for the year 2008. Despite having been assessed for the tax regularly up until 2008, the individual requested an exemption from the payment, which was partially granted. However, the request to waive the remaining amount was denied, leading to unsuccessful appeals to the local justice department and subsequently to the administrative court. The individual then filed a constitutional complaint to the Federal Tribunal, seeking an exemption from the tax and reimbursement for prior payments made since 2005, arguing violations of constitutional rights, but faced challenges regarding the legal basis of the claim and the admissibility of the complaint.

Legislator-Regeste

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Art. 83 lit. m BGG, Art. 116 BGG, Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 115 lit. b BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG, Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG; Disability Insurance Recipient's Challenge to Military Service Exemption Tax Remission Denial: Despite having been assessed for the tax regularly up until 2008, the individual requested an exemption from the payment, which was partially granted. However, the request to waive the remaining amount was denied, leading to unsuccessful appeals to the local justice department and subsequently to the administrative court. The individual then filed a constitutional complaint to the Federal Tribunal, seeking an exemption from the tax and reimbursement for prior payments made since 2005, arguing violations of constitutional rights, but faced challenges regarding the legal basis of the claim and the admissibility of the complaint.

Schlagwörter

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Militärpflichtersatz Invalidenversicherungsleistungen Versicherungsleistung der Militärversicherung Steuererlass rechtlich geschütztes Interesse öffentlich-rechtliche Leistung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 83 lit. m BGG
2.1 Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist gemäss Art. 83 lit. m BGG unzulässig gegen Entscheide über die Stundung und den Erlass von Abgaben.
Art. 116 BGG
2.2 Mit der Verfassungsbeschwerde kann (bloss) die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden ( Art. 116 BGG ), was besonderer Geltendmachung und Begründung bedarf (Art.
Art. 42 Abs. 2 BGG
2 in Verbindung mit Art. 42 Abs. 2 BGG ).
Art. 115 lit. b BGG
Sodann ist zur Verfassungsbeschwerde nur berechtigt, wer ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat ( Art. 115 lit. b BGG ).
Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG
Welche verfassungsmässigen Rechte durch den für ihn negativen Erlassentscheid tangiert sein sollten, legt der Beschwerdeführer nicht dar; er kommt damit seiner gesetzlichen Begründungspflicht nicht nach; dies allein führt schon zum Nichteintreten auf die Beschwerde ( Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG ).
Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG
2.2.2 Nun ist die (durch den Friststillstand gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG zusätzlich erstreckte) Frist zur Anfechtung des am 25.
Art. 37 Abs. 2 WPEG
Auch eine allfällige noch innert der Beschwerdefrist nachgereichte verbesserte Beschwerdeschrift könnte nicht zum Erfolg führen: Art. 37 Abs. 2 WPEG räumt keinen festen Rechtsanspruch auf Erlass der Wehrpflichtersatzabgabe ein (vgl.
Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG
The appeal was declared inadmissible because it was obviously inadmissible (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG) in order No. 1.

Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG

The appeal was declared inadmissible because it was obviously inadmissible (Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG) in order No. 1.

Art. 108 BGG

The decision to not enter upon the appeal was rendered according to the simplified procedure based on Art. 108 BGG in section 2.3.

Art. 64 LTF

Although not explicitly mentioned in the dispositive, the decision to waive costs (Art. 2 in the dispositive) implies the application of provisions concerning legal aid/costs, and Art. 64 LTF often governs the granting of legal aid or the waiver of costs in certain circumstances, although the text explicitly skips costs in Art. 2 and relies on the general context of the simplified procedure. Since the text specifically states no costs are levied but cites no specific costs article in order 2, I adhere strictly to the explicit citations in the final orders 1 and 2. Art. 108 BGG covers the procedure for non-entry, and Art. 2 is about costs.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (4)

OG O2V 19 37 (2020-07-07) · ar
Taxpayer Appeal Against Denial of Substitute Service Tax Waiver Due to Financial Hardship
«…Abs. 2 WPEG räumt keinen festen Rechtsanspruch auf Erlass der Wehrpflicht- ersatzabgabe ein (Urteil des Bundesgerichts 2D_71/2010 vom 7. Dezember 2010 E. 2.2.2 mit Hinweis). Weder das Gesetz (WPEG) und die dazugehörige Verordnung (WPEV) noch das M…»
2C_362/2015 (2015-05-06)
Tax Remission Appeal Inadmissibility
«…2015 sur l'impôt fédéral direct (LIFD; RS 642.11) et 212 al. 1 LICD, au vu de leur formulation potestative (cf. arrêts 2D_71/2010 du 7 décembre 2010 consid. 2.2.2; 2D_49/2009 du 13 août 2009 consid. 2.3; 2D_138/2007 du 21 février 2008 consid. 2.1 et…»
I.2.2012.5 (2012-05-22) · sg
Administrative Review Commission Decision on Mandatory Service Replacement Levy Exemption for Unemployed and Needy Individuals
«…G räumt jedoch keinen festen Rechtsanspruch auf Erlass der Wehrpflichtersatzabgabe ein (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2D_71/2010 vom 7. Dezember 2010, E. 2.2.2 und 2C_36/2008 vom 15. Januar 2008, E. 2). Weder das Gesetz (WPEG) noch die dazugehöri…»
I.2.2012.5 (2012-05-22) · sg
Administrative Appeals Commission Waives Military Service Levy for Unemployed Individual Receiving Social Assistance
«…G räumt jedoch keinen festen Rechtsanspruch auf Erlass der Wehrpflichtersatzabgabe ein (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2D_71/2010 vom 7. Dezember 2010, E. 2.2.2 und 2C_36/2008 vom 15. Januar 2008, E. 2). Weder das Gesetz (WPEG) noch die dazugehöri…»

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

2D_71/2010

Urteil vom 7. Dezember 2010

II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Zünd, Präsident,

Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte

X.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Amt für Bevölkerungsschutz und Armee des Kantons Thurgau,

Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau.

Gegenstand

Erlass der Wehrpflichtersatzabgabe 2008,

Verfassungsbeschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 10. November 2010.

Erwägungen:

1. X.________, der seit 2010 Bezüger einer IV-Rente ist, wurde bis und mit 2008 regelmässig zur Wehrpflichtersatzabgabe veranlagt; die Veranlagungen, inklusive diejenige per 2008, sind rechtskräftig. Am 17. Mai 2010 stellte X.________ beim Amt für Bevölkerungsschutz und Armee des Kantons Thurgau ein Gesuch um Erlass der Wehrpflichtersatzabgabe 2008. Das Amt entsprach dem Gesuch im Umfang von Fr. 874.05; die Bezahlung eines Restbetrags von Fr. 400.- in acht Raten à Fr. 50.-- erachtete es als zumutbar. Ein Rekurs an das Departement für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau blieb erfolglos. Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau wies die gegen den Departementsentscheid vom 19. August 2010 erhobene Beschwerde am 10. November 2010 ab.

Mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde vom 29. November 2010 beschwert sich X.________ beim Bundesgericht über die kantonalen Entscheide; er beantragt sinngemäss Gewährung des vollständigen Abgabeerlasses sowie Rückerstattung des bis anhin gezahlten Geldes (gemeint sind die seit 2005 geleisteten Ersatzabgabe-Zahlungen). Am 6. Dezember 2010 hat er der Aufforderung, den angefochtenen Entscheid nachzureichen, Folge geleistet.

Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.

2.1 Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist gemäss Art. 83 lit. m BGG unzulässig gegen Entscheide über die Stundung und den Erlass von Abgaben. Zur Anfechtung des Entscheids des Verwaltungsgerichts, der im Rahmen eines Erlassverfahrens ergangen ist, steht damit in der Tat einzig das vom Beschwerdeführer erhobene Rechtsmittel der subsidiären Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG zur Verfügung.

2.2 Mit der Verfassungsbeschwerde kann (bloss) die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden ( Art. 116 BGG ), was besonderer Geltendmachung und Begründung bedarf (Art. 106 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 42 Abs. 2 BGG ). Sodann ist zur Verfassungsbeschwerde nur berechtigt, wer ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat ( Art. 115 lit. b BGG ).

2.2.1 Der Beschwerdeführer führt zwar aus, er fühle sich in seinen Grundrechten als Schweizer massiv verletzt und beeinträchtigt, und er gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Bundesgericht ein Interesse an der Umsetzung des Gesetzes gemäss den Menschenrechten habe (gemeint ist Art. 4 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 12. Juni 1959 über die Wehrpflichtersatzabgabe [WPEG; SR 661] , welcher die Befreiung von der Ersatzabgabe im Veranlagungsverfahren, nicht den Erlass der bereits rechtskräftig veranlagten Abgabe betrifft). Welche verfassungsmässigen Rechte durch den für ihn negativen Erlassentscheid tangiert sein sollten, legt der Beschwerdeführer nicht dar; er kommt damit seiner gesetzlichen Begründungspflicht nicht nach; dies allein führt schon zum Nichteintreten auf die Beschwerde ( Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG ).

2.2.2 Nun ist die (durch den Friststillstand gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG zusätzlich erstreckte) Frist zur Anfechtung des am 25. November 2010 versandten Entscheids des Verwaltungsgerichts nicht abgelaufen. Auch eine allfällige noch innert der Beschwerdefrist nachgereichte verbesserte Beschwerdeschrift könnte nicht zum Erfolg führen: Art. 37 Abs. 2 WPEG räumt keinen festen Rechtsanspruch auf Erlass der Wehrpflichtersatzabgabe ein (vgl. Urteil 2C_36/2008 vom 15. Januar 2008), weshalb es dem Beschwerdeführer an einem rechtlich geschützten Interesse im Sinne von Art. 115 lit. b BGG mangelt und er zur Verfassungsbeschwerde bezüglich der materiellen Erlassfrage nicht legitimiert ist (s. zur [fehlenden] Legitimation zur Verfassungsbeschwerde gegen einen Abgabeerlassentscheid Urteil 2D_138/2007 vom 21. Februar 2008 E. 2.2, publiziert in StR 63/2008 S. 380 f., betreffend den mit Art. 37 Abs. 2 WPEG weitgehend übereinstimmenden Art. 167 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11]). Unerfindlich bleibt, auf welcher Grundlage der Beschwerdeführer, über den Erlass der Abgabe per 2008 hinaus, gar die Rückerstattung der früher geleisteten Zahlungen beanspruchen könnte. Sein Rechtsmittel erweist sich als offensichtlich unzulässig ( Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG ).

2.3 Auf die Beschwerde ist mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten.

2.4 Die Umstände des Falles rechtfertigen es, auf die Erhebung von Kosten zu verzichten.

Demnach erkennt der Präsident:

1. Auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau und der Eidgenössischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 7. Dezember 2010

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Zünd Feller