Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
2C_85/2023 KI-generiert

Lawyer's Disciplinary Fine Appeal Moot Due to Death

Geschäftsnummer 2C_85/2023
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang struck_off

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves a Swiss attorney who was fined CHF 5,000 by the supervisory commission for lawyers in the Canton of Zurich for violating professional conduct rules under the Federal Act on the Free Movement of Lawyers. The attorney contested this decision in the Zurich Administrative Court, which upheld the fine and imposed the court costs on him. Subsequently, the attorney appealed to the Swiss Federal Tribunal, seeking to overturn the ruling, claiming no breach of professional conduct occurred. However, the attorney passed away on March 13, 2023, during the proceedings, rendering the appeal process moot, as such disciplinary measures are personal and cannot be continued posthumously. The attorney's legal representative requested the federal court to dismiss the case due to mootness and to reconsider the associated procedural costs at the cantonal level.

Legislator-Regeste

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Art. 90 BGG, Art. 32 Abs. 2 BGG, Art. 71 BGG, Art. 72 BZP, Art. 66 Abs. 1 Satz, Art. 67 BGG; Lawyer's Disciplinary Fine Appeal Moot Due to Death: The attorney contested this decision in the Zurich Administrative Court, which upheld the fine and imposed the court costs on him. Subsequently, the attorney appealed to the Swiss Federal Tribunal, seeking to overturn the ruling, claiming no breach of professional conduct occurred. However, the attorney passed away on March 13, 2023, during the proceedings, rendering the appeal process moot, as such disciplinary measures are personal and cannot be continued posthumously. The attorney's legal representative requested the federal court to dismiss the case due to mootness and to reconsider the associated procedural costs at the cantonal level.

Schlagwörter

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Verletzung von Berufsregeln anwaltsrechtliche Disziplinarbusse Verfahrenskosten Disziplinarverfahren Verfahrensvorschriften Streikrecht Leitverfahren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 32 Abs. 2 BGG

The provision used for the procedural decision to strike the appeal as moot due to the appellant's death.

Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG

Used as the basis for deciding not to collect court fees for the federal proceedings because the case became moot.

Art. 67 BGG

Cited regarding the Tribunal's competence to change the cost allocation of the lower court decision, which it affirms it cannot do when the case becomes moot.

Art. 68 Abs. 1 und Abs. 3 BGG

Used to rule that no party compensation (attorney fees) is awarded for the federal proceedings.

Art. 71 BGG

Procedural rule governing the decision on court costs when the case becomes moot (in conjunction with Art. 72 BZP).

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

2C_85/2023

Verfügung vom 31. März 2023

II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichterin Aubry Girardin, Präsidentin,

Gerichtsschreiberin Ivanov.

Verfahrensbeteiligte

A.________ sel.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Daniel U. Walder,

gegen

Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte im Kanton Zürich, c/o Obergericht des Kantons Zürich, Hirschengraben 13/15, 8001 Zürich.

Gegenstand

Verletzung von Berufsregeln,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 3. Abteilung,

vom 24. November 2022 (VB.2022.00255).

Erwägungen:

1.

1.1. Die Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte des Kantons Zürich auferlegte Rechtsanwalt Dr. iur. A.________ mit Beschluss vom 3. März 2022 eine Busse von Fr. 5'000.-- wegen Verletzung der Berufsregeln im Sinne von Art. 12 lit. a des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (BGFA; SR 935.61) sowie die Verfahrenskosten.

Mit Urteil vom 24. November 2022 wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 3. Abteilung, die dagegen erhobene Beschwerde von Rechtsanwalt Dr. iur. A.________ ab und auferlegte ihm die Gerichtskosten.

1.2. Mit elektronischer Eingabe vom 1. Februar 2023 erhob Rechtsanwalt Dr. iur. A.________ Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht und beantragte im Hauptantrag, es sei das angefochtene Urteil aufzuheben und es sei festzustellen, dass er sich keine Verletzung der Berufsregeln zuschulden kommen habe lassen.

1.3. Mit Schreiben des Rechtsvertreters vom 28. März 2023 wurde das Bundesgericht informiert, dass Rechtsanwalt Dr. iur. A.________ am 13. März 2023 verstorben ist. Der Rechtsvertreter beantragt dem Bundesgericht, das vorliegende Verfahren infolge Gegenstandslosigkeit der Beschwerde abzuschreiben und die Sache zur Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen für das kantonale Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen. Schliesslich sei auf die Erhebung von Gerichtskosten für das bundesgerichtliche Verfahren zu verzichten.

2.

2.1. Gegen den kantonal letztinstanzlichen Endentscheid auf dem Gebiet des Anwaltsrechts ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zulässig (Art. 82 lit. a, Art. 83

e contrario , Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2, Art. 90 BGG ; Urteil 2C_233/2021 vom 8. Juli 2021 E. 1).

2.2. Die Disziplinarmassnahmen des BGFA sind ihrer Natur nach höchstpersönlich und unvererblich. Der Anspruch, sich gegen eine Disziplinarmassnahme zur Wehr zu setzen, ist ebenso höchstpersönlich wie die Sanktion als solche. Trägerin des Anspruchs ist ausschliesslich die Prozesspartei, die in eigener Person die Voraussetzungen erfüllt. Verstirbt sie, geht der Anspruch unter (vgl. Verfügung 2C_140/2012 vom 2. August 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).

2.3. Mit dem Hinschied des Beschwerdeführers erlosch die Möglichkeit, das angehobene höchstpersönliche Beschwerdeverfahren weiterzuführen. Das Verfahren ist gegenstandslos geworden und dementsprechend durch den Instruktionsrichter (hier: die Abteilungspräsidentin) als Einzelrichter im Verfahren nach Art. 32 Abs. 2 BGG abzuschreiben.

3.

3.1. Bei Entfallen des Rechtsschutzinteresses bzw. Gegenstandslosigkeit des Verfahrens entscheidet das Bundesgericht mit summarischer Begründung über die Prozesskosten aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes ( Art. 71 BGG in Verbindung mit Art. 72 BZP [SR 273]). Es ist in erster Linie auf den mutmasslichen Ausgang des Prozesses abzustellen (vgl. Verfügung 2C_1028/2020 vom 4. März 2021 E. 1.3 mit Hinweis).

Vorliegend erübrigt es sich indessen, den mutmasslichen Prozessausgang im Hinblick auf den hier zu treffenden Kostenentscheid zu bestimmen, da es sich rechtfertigt, auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten ( Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG ). Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen ( Art. 68 Abs. 1 und Abs. 3 BGG ).

3.2. Die Kosten des vorangegangenen Verfahrens kann das Bundesgericht nur anders verteilen, wenn es den angefochtenen Entscheid ändert ( Art. 67 BGG ). Dies ist hier, wo das Verfahren gegenstandslos geworden ist, nicht der Fall (vgl. Urteil 2C_622/2016 vom 31. März 2017 E. 3.4). Dem Rechtsvertreter des verstorbenen Beschwerdeführers steht es frei, gegebenenfalls bei der Vorinstanz um Neuregelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorinstanzlichen Verfahrens zu ersuchen.

Demnach verfügt die Präsidentin:

1. Die Beschwerde im Verfahren 2C_85/2023 wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

2. Für das bundesgerichtliche Verfahren werden keine Gerichtskosten erhoben und keine Parteientschädigungen zugesprochen.

3. Diese Verfügung wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 3. Abteilung, und dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement mitgeteilt.

Lausanne, 31. März 2023

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: F. Aubry Girardin

Die Gerichtsschreiberin: D. Ivanov