Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
2C_684/2008 KI-generiert

Appeal Regarding Remission of Administrative Fees and Costs in Public Prosecutor Proceedings

Geschäftsnummer 2C_684/2008
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves an individual who requested the cancellation of fees and expenses amounting to a specific sum related to a legal proceeding with the public prosecutor's office. The financial department of a canton rejected this request, leading the individual to appeal to the administrative court, which upheld the initial decision. Subsequently, the appellant took the matter to the federal tribunal, seeking to contest the administrative court's ruling on the grounds of fee cancellation. The tribunal examined the request and determined that the appeal was inadmissible, as there is no legal basis for a claim to the cancellation of procedural fees under the relevant cantonal law, which allows for discretion rather than guaranteeing an outright right to a fee waiver.

Legislator-Regeste

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Art. 83 lit. m BGG, Art. 116 BGG, Art. 115 lit. b BGG, Art. 9 BV, Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG, Art. 108 BGG; Appeal Regarding Remission of Administrative Fees and Costs in Public Prosecutor Proceedings: The financial department of a canton rejected this request, leading the individual to appeal to the administrative court, which upheld the initial decision. Subsequently, the appellant took the matter to the federal tribunal, seeking to contest the administrative court's ruling on the grounds of fee cancellation. The tribunal examined the request and determined that the appeal was inadmissible, as there is no legal basis for a claim to the cancellation of procedural fees under the relevant cantonal law, which allows for discretion rather than guaranteeing an outright right to a fee waiver.

Schlagwörter

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Kostenerlass Verwaltungsgebühren Fall des Ausschlusses schwerer Härtefall rechtlich geschütztes Interesse Urkundsbeamter

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG

Used to declare that the appeal is obviously inadmissible and that the Tribunal will not enter upon the merits because it is inadmissible in every respect.

Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG

Applied to waive the collection of court costs due to the incorrect legal recourse instruction in the lower court's decision.

Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG

The general rule cited regarding the imposition of costs based on the outcome of the procedure, though subsequently waived.

Art. 83 lit. m BGG

Cited to establish the inadmissibility of the appeal in public law matters against decisions regarding the deferral or remission of duties.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (7)

CR.2021.20 (2021-11-04)
Applicant Denied Cost Waiver for Failure to Provide Financial Documentation
«…Ger 2C_261/2009 vom 14. Mai 2009, E. 3.1; 2D_60/2008 vom 11. Juni 2008; 2D_78/2008 vom 25. Juli 2008 E. 2.1.; 2C_684/2008 vom 23. September 2008 E. 2.1; 2D_9/2009 vom 9. März 2009; 2D_45/2009 vom 30. Juli 2009).…»
CR.2021.4 (2021-05-17)
Applicant's Failure to Provide Financial Documentation Voids Cost Waiver Request
«…ile BGer 2C_261/2009 vom 14. Mai 2009, E. 3.1; 2D_60/2008 vom 11. Juni 2008; 2D_78/2008 vom 25. Juli 2008 E. 2.1.; 2C_684/2008 vom 23. September 2008, E. 2.1; 2D_9/2009 vom 9. März 2009; 2D_45/2009 vom 30. Juli 2009).…»
2D_65/2012 (2012-11-08)
Cantonal Fee Waiver Refusal Admissibility Challenge
«…en Erlassentscheid in materieller Hinsicht anzufechten (s. zu § 14 GebT Urteile 2D_78/2008 vom 25. Juli 2008 E. 2.2 und 2C_684/2008 vom 23. September 2008 E. 2.2; zuletzt bestätigt mit Urteil 2D_42/2011 vom 18. August 2011); insofern erwiese sich die…»
2D_42/2011 (2011-08-18)
Federal Court Rejects Appeal on Administrative Fee Remission Due to Inadmissibility
«…§ 14 des einschlägigen Solothurner Gebührentarifs vom 24. Oktober 1979 [GebT] Urteile 2D_78/2008 vom 25. Juli 2008 und 2C_684/2008 vom 23. September 2008; zuletzt Urteil 2D_8/2011 vom 20. Februar 2011); insofern erwiese sich eine Verfassungsbeschwerd…»
2D_8/2011 (2011-02-20)
Tax Court Fee Remission Appeal Inadmissible
«…de ( Art. 115 lit. b BGG ), soweit damit der negative Erlassentscheid in materieller Hinsicht bemängelt wird (s. Urteil 2C_684/2008 vom 23. September 2008 E. 2.2 mit Hinweisen); insoweit erweist sich das erhobene Rechtsmittel auch als offensichtlich u…»
2D_9/2009 (2009-03-09)
Appeal Dismissed for Inadequate Justification Regarding Refusal to Waive Court Costs
«…eschwerde ( Art. 115 lit. b BGG ), räumt ihm doch das kantonale Recht keinen Anspruch auf Kostenerlass ein (vgl. Urteil 2C_684/2008 vom 23. September 2009 E. 2.2 zu § 14 des Solothurner Gebührentarifs vom 24. Oktober 1979). Auf die Beschwerde ist im v…»
2D_94/2008 (2008-09-29)
Taxpayer Appeal on Tax Remission Inadmissible
«…le 2D_133/2007 vom 26. Februar 2008 und 2D_83/2008 vom 8. August 2008; s. auch Urteile 2D_78/2008 vom 25. Juli 2008 und 2C_684/2008 vom 23. September 2008 betreffend § 14 Abs. 1 des Solothurner Gebührentarifs vom 24. Oktober 1979, welcher § 182 Abs.…»

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

2C_684/2008

Urteil vom 23. September 2008

II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Merkli, Präsident,

Gerichtsschreiber Feller.

Parteien

X.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Finanzdepartement des Kantons Solothurn.

Gegenstand

Kostenerlass,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 21. August 2008.

Erwägungen:

1. Das Finanzdepartement des Kantons Solothurn lehnte mit Verfügung vom 29. Juli 2008 ein Gesuch von X.________ ab, ihm Gebühren und Auslagen im Gesamtbetrag von Fr. ________ aus einem Verfahren bei der Staatsanwaltschaft zu erlassen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn wies die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde mit Urteil vom 21. August 2008 ab.

Am 17. September 2008 hat X.________ beim Bundesgericht eine vom 16. September 2008 datierte Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen das verwaltungsgerichtliche Urteil eingereicht; er bittet um Erlass der Gebühren und Auslagen von Fr. ________.

Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2.

2.1 Vorliegend ist streitig der Erlass von Verfahrensgebühren und -kosten, mithin der Erlass von Abgaben. Gemäss Art. 83 lit. m BGG ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen "Entscheide über die Stundung oder den Erlass von Abgaben" unzulässig. Das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 21. August 2008 unterliegt mithin, entgegen der darin enthaltenen Rechtsmittelbelehrung, nicht der Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten.

2.2 Zu prüfen ist noch, ob die Eingabe des Beschwerdeführers als subsidiäre Verfassungsbeschwerde ( Art. 113 ff. BGG ) entgegen genommen werden könnte, womit allein die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden könnte ( Art. 116 BGG ), was der Beschwerdeführer nicht tut. Die Legitimation zu diesem ausserordentlichen Rechtsmittel setzte aber ohnehin voraus, dass der Beschwerdeführer ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids hat ( Art. 115 lit. b BGG ): Die um Erlass einer Abgabe ersuchende Partei kann den negativen Erlassentscheid in der Sache selbst nur dann mit subsidiärer Verfassungsbeschwerde anfechten, wenn ihr ein Rechtsanspruch auf Erlass zusteht. Ein Rechtsanspruch auf Abgabenerlass muss sich dabei grundsätzlich aus einer gesetzlichen Norm ergeben; insbesondere verschafft das Willkürverbot von Art. 9 BV , dessen Anrufung im Zusammenhang mit Erlassentscheiden am Ehesten in Betracht fällt, für sich allein kein rechtlich geschütztes Interesse im Sinne von Art. 115 lit. b BGG ( BGE 133 I 185 ).

Einen Rechtsanspruch auf Erlass von Verfahrensgebühren sieht das Solothurner Recht nicht vor: Gemäss § 14 Abs. 1 des kantonalen Gebührentarifs vom 24. Oktober 1979 (GebT) "kann die Behörde" (vorliegend das Finanzdepartement, s. § 14 Abs. 3 GebT) "die geschuldeten Beträge ganz oder teilweise erlassen", wenn "der Gebührenpflichtige durch besondere Verhältnisse wie Naturereignisse, Todesfall, Unglück, Krankheit, Arbeitslosigkeit, geschäftliche Rückschläge und dergleichen in seiner Zahlungsunfähigkeit stark beeinträchtigt" ist oder sich sonst in einer Lage befindet, "in der die Bezahlung einer Gebühr, eines Zinses oder des Auslagenersatzes zur grossen Härte würde". Wie das Bundesgericht entschieden hat, ergibt sich aus § 14 GebT ebenso wenig wie aus der Solothurner Gesetzesnorm über den Steuererlass ( § 182 Abs. 1 StG ), welcher die vorliegende Bestimmung wörtlich nachgebildet ist, mit genügender Bestimmtheit, unter welchen Voraussetzungen Erlass zu gewähren ist; vielmehr hat die Behörde eine Interessenabwägung vorzunehmen, welche angesichts des grossen ihr eingeräumten Spielraums im Rahmen der geschilderten gesetzlichen Erlassgründe so oder anders ausfallen kann; ein justiziabler Anspruch auf Gebührenerlass besteht nicht (Urteile 2D_78/2008 vom 25. Juli 2008 betreffend § 14 GebT sowie 2D_133/2007 vom 26. Februar 2008 und 2D_83/2008 vom 8. August 2008 betreffend § 182 Abs. 1 StG ).

Die Beschwerde kann mithin auch nicht als subsidiäre Verfassungsbeschwerde behandelt werden.

2.3 Die Beschwerde erweist sich in jeder Hinsicht als offensichtlich unzulässig ( Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG ), weshalb darauf im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten ist.

2.4 Dem Verfahrensausgang entsprechend wären die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer aufzuerlegen ( Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG ). Indessen ist zu berücksichtigen, dass das Urteil des Verwaltungsgerichts eine unzutreffende Rechtsmittelbelehrung enthielt und der Beschwerdeführer wohl dadurch zur Einreichung des unzulässigen Rechtsmittels veranlasst wurde; es rechtfertigt sich daher, von der Erhebung von Gerichtskosten abzusehen ( Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG ).

Demnach erkennt der Präsident:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer sowie dem Finanzdepartement und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. September 2008

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Merkli Feller