Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
2C_15/2015 KI-generiert

Cantonal Tax Authority Standing in Pre-Harmonization Appeal

Geschäftsnummer 2C_15/2015
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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In this case, the tax administration of a Swiss canton challenged a lower court's ruling that favored an individual in a dispute over state and municipal taxes for the years 1999 and 2000. The lower court had annulled previous tax assessments, which included additional and penalty taxes amounting to substantial sums based on prior financial years. The tax administration sought to overturn this decision and enforce the original tax reassessments. However, the Swiss Federal Tribunal held that the tax administration lacked the standing to appeal the case, as it pertained to tax years falling within a transitional period that had already expired. Consequently, the appeal was not accepted, and the court costs were assigned to the tax administration.

Legislator-Regeste

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Art. 89 Abs. 2 lit. d BGG, Art. 72 Abs. 1 StHG, Art. 73 Abs. 2 StHG, Art. 89 Abs. 1 BGG, Art. 108 BGG, Art. 65 BGG; Cantonal Tax Authority Standing in Pre-Harmonization Appeal: The lower court had annulled previous tax assessments, which included additional and penalty taxes amounting to substantial sums based on prior financial years. The tax administration sought to overturn this decision and enforce the original tax reassessments. However, the Swiss Federal Tribunal held that the tax administration lacked the standing to appeal the case, as it pertained to tax years falling within a transitional period that had already expired. Consequently, the appeal was not accepted, and the court costs were assigned to the tax administration.

Schlagwörter

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Staats- und Gemeindesteuer 1999 und 2000, Nach- und Strafsteuern Steuerbehörde Steuerveranlagungen Beschwerdelegitimation direkte Einkommenssteuer Steuerharmonisierung unversteuertes Einkommen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 BGG

Used to declare that the appeal will not be entertained (non-entrée en matière) via the simplified procedure.

Art. 66 Abs. 1 erster Satz BGG

Cited in the reasoning for imposing costs on the canton based on the outcome of the procedure.

Art. 66 Abs. 4 BGG

Cited in the reasoning for imposing costs on the canton based on the outcome of the procedure.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (6)

B.2021.240 (2022-06-29) · sg
Mother's Right to Deceased's Medical Records Over Rules of Professional Secrecy
«…en Forderungen gegenüber Patienten durchzusetzen oder umgekehrt Schadenersatzforderungen von Patienten abzuwehren (BGer 2C_15/2015 vom 16. Juni 2016 E. 5.2). Abgelehnt wurde die Entbindung vom Arztgeheimnis im Falle von Erben, die Einsicht in die Kra…»
B.2021.240 (2022-06-29) · sg
Administrative Court Orders Release of Deceased Patient's Medical Records for Liability Assessment
«…en Forderungen gegenüber Patienten durchzusetzen oder umgekehrt Schadenersatzforderungen von Patienten abzuwehren (BGer 2C_15/2015 vom 16. Juni 2016 E. 5.2). Abgelehnt wurde die Entbindung vom Arztgeheimnis im Falle von Erben, die Einsicht in die Kra…»
B.2021.172 (2022-02-08) · sg
Spousal Access to Deceased's Medical Records for Patient Organization Review
«…en Forderungen gegenüber Patienten durchzusetzen oder umgekehrt Schadenersatzforderungen von Patienten abzuwehren (BGer 2C_15/2015 vom 16. Juni 2016 E. 5.2). Abgelehnt wurde die Entbindung vom Arztgeheimnis im Falle von Erben, die Einsicht in die Kra…»
B.2021.172 (2022-02-08) · sg
Spouse's Right to Deceased's Medical Records Overrules Professional Secrecy for Malpractice Inquiry
«…en Forderungen gegenüber Patienten durchzusetzen oder umgekehrt Schadenersatzforderungen von Patienten abzuwehren (BGer 2C_15/2015 vom 16. Juni 2016 E. 5.2). Abgelehnt wurde die Entbindung vom Arztgeheimnis im Falle von Erben, die Einsicht in die Kra…»
2C_388/2016 (2017-02-23)
Taxation of Debt Forgiveness Upon Sale of Property Post-Liquidation Agreement Expiry
«…er mitwirkungsorientierten Beweislastverteilung, die namentlich im Bereich geldwerter Leistungen von Belang ist (Urteil 2C_15/2015 vom 6. August 2015 E. 2.5.4, mit Hinweis). 2.2.2. Hier muss somit die Beschwerdeführerin die Tatsachen nachweisen, die…»
2014.10.29.vv.4 (2014-10-29) · bl
Unreported Income Tax Reassessment Overturned for Lack of Proof
«…erichtsschreiberin Gegen diesen Entscheid wurde am 9. Januar 2015 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfah- rensnummer 2C_15/2015) erhoben. Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht…»

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

2C_15/2015

Urteil vom 15. Januar 2015

II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Zünd, Präsident,

Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte

Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft,

Beschwerdeführerin,

gegen

A.________,

Beschwerdegegner, vertreten durch Advokat

Dr. Alexander Filli.

Gegenstand

Staats- und Gemeindesteuer 1999 und 2000, Nach- und Strafsteuern,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, vom 29. Oktober 2014.

Erwägungen:

1. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, hiess mit Urteil (Nr. 810 14 160) eine Beschwerde von A.________ gut und hob den Entscheid des Steuer- und Enteignungsgerichts, Abteilung Steuergericht, des Kantons Basel-Landschaft betreffend die gegen A.________ verfügten Nach- und Strafsteuern zur Staats- und Gemeindesteuer 1999/2000 auf. Dagegen gelangte die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft am 9. Januar 2015 mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht mit den Begehren, es sei das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben; es sei in Bestätigung des Entscheids des Steuergerichts bei A.________ in der Steuerperiode 1999/2000 eine geldwerte Leistung von Fr. 1'279'380.-- (Bemessungsjahr 1997) und Fr. 686'607.-- (Bemessungsjahr 1998) als Einkommen aufzurechnen und als Nachsteuer zu erheben; es sei bei A.________ für die Steuerperiode 1999/2000 eine Steuerbusse im Umfang von 150 % der Nachsteuer zu erheben.

Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

2. Gemäss Art. 72 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) haben die Kantone ihre Gesetzgebung innert acht Jahren nach dessen Inkrafttreten den Vorschriften der Titel 2 - 6 anzupassen (Abs. 1). Nach Ablauf dieser Frist findet das Bundesrecht direkt Anwendung, wenn ihm das kantonale Steuerrecht widerspricht (Abs. 2). Gemäss Art. 73 Abs. 1 und 2 StHG kann die nach kantonalem Recht zuständige Behörde gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen, die eine in den Titeln 2 - 5 und 6 Kapitel 1 geregelte Materien betreffen, nach Massgabe des Bundesgerichtsgesetzes Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht erheben. Auch in dieser Hinsicht bzw. im Hinblick auf Art. 89 Abs. 2 lit. d BGG ist die Übergangsfrist von Art. 72 Abs. 1 StHG von Bedeutung:

Die Legitimation der kantonalen Steuerverwaltung nach Art. 89 Abs. 2 lit. d BGG besteht nur in Bezug auf Streitigkeiten, die die Steuerjahre nach Ablauf der Übergangsfrist betreffen (Urteil 2C_620/2012 vom 14. Februar 2013 E. 1.2.1 und 1.2.2; BGE 123 II 588 E. 2d und 2e S. 592 ff., wonach bei der Überprüfung von Entscheiden über kantonale Steuern betreffend frühere Steuerjahre selbst dann nicht unmittelbar die Verletzung von Bundesrecht gerügt werden kann, wenn der Kanton seine Steuergesetzgebung schon vor Ablauf der Übergangsfrist harmonisiert hat; s. auch BGE 128 II 56 E. 1b S. 59).

Das Steuerharmonisierungsgesetz trat auf den 1. Januar 1993 in Kraft, die Übergangsfrist lief am 31. Dezember 2000 ab, die direkte Anwendung der bundesrechtlichen Normen kam ab 1. Januar 2001 in Betracht. Vorliegend sind Nach- und Strafsteuern für die Steuerjahre 1999/2000 streitig. Der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft fehlt mithin die Beschwerdelegitimation nach Art. 89 Abs. 2 lit. d BGG in Verbindung mit Art. 73 Abs. 2 StHG . Auch die allgemeine Legitimationsklausel von Art. 89 Abs. 1 BGG verschafft ihr kein Beschwerderecht ( BGE 136 II 274 E. 4.2 S. 278 ff.; Urteil 2C_620/2012 vom 14. Februar 2013 E. 1.2.4).

Auf die Beschwerde ist mit Entscheid des Einzelrichters im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

Die Gerichtskosten ( Art. 65 BGG ) sind entsprechend dem Verfahrensausgang dem Kanton Basel-Landschaft aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 erster Satz BGG und Art. 66 Abs. 4 BGG e contrario).

Demnach erkennt der Präsident:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Kanton Basel-Landschaft auferlegt.

3. Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht, und der Eidgenössischen Steuerverwaltung schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. Januar 2015

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Zünd

Der Gerichtsschreiber: Feller