Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
2C_1017/2016 KI-generiert

Foreign National Hardship Residency Extension Denial Upheld After Separation Due to Alleged Domestic Violence

Geschäftsnummer 2C_1017/2016
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves an individual who entered Switzerland and married a Swiss citizen, subsequently obtaining a residence permit based on this marriage. After experiencing marital difficulties, including police interventions related to domestic violence, the couple separated. Following the separation, the resident's request for an extension of his residence permit was denied by the local migration authority, leading to a legal challenge that was dismissed by the cantonal court. The individual petitioned the federal tribunal to overturn this decision, arguing for a renewal of his permit on the grounds of hardship due to the domestic violence experienced during the marriage. The case primarily concerns the criteria for determining post-marital residency rights in the context of alleged domestic violence.

Legislator-Regeste

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Art. 50 Abs. 2 AuG, Art. 109 Abs. 3 BGG, Art. 97 Abs. 1 BGG, Art. 99 BGG, Art. 109 BGG, Art. 64 BGG; Foreign National Hardship Residency Extension Denial Upheld After Separation Due to Alleged Domestic Violence: After experiencing marital difficulties, including police interventions related to domestic violence, the couple separated. Following the separation, the resident's request for an extension of his residence permit was denied by the local migration authority, leading to a legal challenge that was dismissed by the cantonal court. The individual petitioned the federal tribunal to overturn this decision, arguing for a renewal of his permit on the grounds of hardship due to the domestic violence experienced during the marriage. The case primarily concerns the criteria for determining post-marital residency rights in the context of alleged domestic violence.

Schlagwörter

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Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der Familiengemeinschaft Häusliche Gewalt ausländische Staatsangehörige schwerer Härtefall Familienbewilligung uneheliches Konkubinat ausländischer Entscheid

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 109 BGG

Used to declare that the appeal is not to be entertained in the simplified procedure because it is obviously unfounded.

Art. 64 BGG

Used to deny the request for free legal aid because the appeal appeared hopeless.

Art. 65 und 66 Abs. 1 erster Satz BGG

Used to impose the court costs on the appellant as the losing party.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (9)

601 2020 60 (2021-07-01) · fr
Residence Permit Refusal and Deportation Following Short Marriage and Unproven Domestic Violence Claim
«…s déclaré souhaiter une reprise de la vie commune avec son époux, lequel s'y oppose (cf. sur cette question arrêt du TF 2C_1017/2016 du 11 novembre 2016 consid. 2); qu'en outre, la dernière altercation du 22 août 2019, bien que grave, n'est pas détermi…»
2C_1004/2020 (2021-03-23)
Spousal Violence and Residence Permit Extension Post-Divorce
«…_40/2019 vom 25. Mai 2020 E. 4.4; 2C_842/2019 vom 20. Dezember 2019 E. 4.4.3; 2C_822/2018 vom 23. August 2019 E. 3.2.3; 2C_1017/2016 vom 11. November 2016 E. 2 und 2C_1122/2013 vom 15. August 2014 E. 2.3). In einer solchen Konstellation ist allerdings…»
2C_922/2019 (2020-02-26)
Montenegrin National's Residence Permit Extension Due to Domestic Violence Allegations
«…behaupteten häuslichen Gewalt und der die Aufenthaltsansprüche nach Art. 42 f. AIG beendenden Trennung fehlen (Urteile 2C_1017/2016 vom 11. November 2016 E. 2; 2C_1122/2013 vom 15. August 2014 E. 2.3). Auch in einer solchen Konstellation ist allerding…»
2C_842/2019 (2019-12-20)
Revocation of Residence Permit After Separation Based on Insufficient Marital Cohabitation and Reintegration Difficulty
«…ls die Initiative zur Trennung nicht etwa von der Beschwerdeführerin, sondern von ihrem Ehegatten ausging (vgl. Urteile 2C_1017/2016 vom 11. November 2016 E. 2 und 2C_1122/2013 vom 15. August 2014 E. 2.3). Diesem Indiz kann zwar keine ausschlaggebende…»
2C_822/2018 (2019-08-23)
Uzbek National Residence Permit Extension Denial Upheld
«…führerin von ihrem Ehemann und nicht von ihr selbst ausgegangen ist (vgl. Urteile 2C_777/2018 vom 8. April 2019 E. 4.3; 2C_1017/2016 vom 11. November 2016 E. 2 und 2C_1122/2013 vom 15. August 2014 E. 2.3). 3.3. Die Beschwerdeführerin macht weiter gelt…»
2C_777/2018 (2019-04-08)
Kosovar National v. Switzerland: Domestic Abuse and Marital Hardship in Residence Permit Renewal
«…tiative für die Trennung nicht vom behaupteten Opfer kommt, sondern vom anderen Ehegatten (in diesem Sinne auch Urteile 2C_1017/2016 vom 11. November 2016 E. 2 und 2C_1122/2013 vom 15. August 2014 E. 2.3). Auch in einer solchen Konstellation ist allerd…»
601 2017 62 (2018-07-02) · fr
Appeal Regarding Residency Permit Refusal Based on Insufficiently Proven Domestic Violence
«…rendre une décision allant à l'encontre de ses intérêts en matière de police des étrangers (cf. à ce propos arrêt du TF 2C_1017/2016 du 11 novembre 2016 consid. 2). A ce stade, il apparaît plutôt que la relation conjugale s'était détériorée en raison d…»
601 2017 125 (2018-04-30) · fr
Deportation of Spouse Following Short-Term Marriage and Alleged Domestic Violence
«…le domicile conjugal, la séparation du couple ayant au demeurant été décidée par son époux (cf. à ce propos arrêt du TF 2C_1017/2016 du 11 novembre 2016 consid. 2); que, par ailleurs, la réintégration de la recourante dans son pays d'origine - où elle…»
601 2017 102 (2017-12-22) · fr
Foreign National Residence Permit Non-Renewal Upheld Despite Separation
«…ern, dass sich ein Ehegatte gezwungen sieht, das Zusammenleben trotz ehelicher Gewalt aufrecht zu erhalten (Urteil BGer 2C_1017/2016 vom 11. November 2016 E. 2; Urteil BVGer C-2263/2013 vom 22. April 2016 E. 8.2). Mithin geht es darum, dass (unter best…»

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

2C_1017/2016

Urteil vom 11. November 2016

II. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Seiler, Präsident,

Bundesrichterin Aubry Girardin,

Bundesrichter Haag,

Gerichtsschreiber Feller.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Fürsprecher Ismet Bardakci,

gegen

Amt für Bevölkerung und Migration

des Kantons Freiburg.

Gegenstand

Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung

der Familiengemeinschaft,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantons-

gerichts Freiburg, I. Verwaltungsgerichtshof,

vom 13. September 2016.

Erwägungen:

1. Der 1981 geborene A.________ verfügt über die türkische und die serbische Staatsangehörigkeit. Er reiste am 21. August 2014 im Alter von knapp 33 Jahren in die Schweiz ein, wo er am 27. August 2014 eine aus Bosnien und Herzegowina stammende und in der Schweiz eingebürgerte Frau heiratete. Gestützt auf die Ehe erhielt er eine Aufenthaltsbewilligung. Nach ehelichen Streitigkeiten, die zweimal zu polizeilichen Interventionen führten, wurde die Wohngemeinschaft am 22. Mai 2015 nach neun Monaten aufgegeben. Am 17. Februar 2016 lehnte das Amt für Bevölkerung und Migration des Kantons Freiburg eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab und verfügte die Wegweisung. Die gegen diese Verfügung erhobenen Beschwerde wies das Kantonsgericht des Kantons Freiburg, I. Verwaltungsgerichtshof, mit Urteil vom 13. September 2016 ab.

Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 3. November 2016 beantragt A.________ dem Bundesgericht, das Urteil des Kantonsgerichts aufzuheben, eventuell in dessen Aufhebung die Sache zu weiteren Abklärungen und zum neuen Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Es ist weder ein Schriftenwechsel noch sind andere Instruktionsmassnahmen angeordnet worden.

Mit dem vorliegenden instanzabschliessenden Urteil wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos.

2. Streitig ist allein, ob dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der Ehegemeinschaft gestützt auf Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG (nachehelicher Härtefall) wegen erlittener ehelicher Gewalt zu verlängern sei. Eine (starke) Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland wird nicht geltend gemacht.

Das Kantonsgericht gibt die von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien zur ehelichen Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AuG zutreffend wieder. Es kann im Wesentlichen darauf verwiesen werden ( Art. 109 Abs. 3 BGG ). Sinn und Zweck der gesetzlichen Härtefallregelung ist, wie im angefochtenen Urteil festgehalten, dass ein ausländischer Ehegatte sich nicht gezwungen sehen soll, das Zusammenleben allein zwecks Ermöglichung des weiteren Aufenthalts in der Schweiz aufrecht zu erhalten, obwohl dies angesichts erlittener ehelicher Gewalt nicht zumutbar ist (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.2 S. 233 ff.). Die Vorinstanz befasst sich mit den Vorfällen, die Anlass zu Strafverfahren wegen ehelicher Gewalt gaben; festzuhalten ist in diesem Zusammenhang eine Verurteilung des Beschwerdeführers selber wegen Beschimpfung. Wie es sich mit der Intensität (bzw. Einseitigkeit) der Gewaltanwendung und dabei namentlich mit der noch nicht rechtskräftigen Einstellung des Strafverfahrens gegen die Ehefrau verhält (diesbezüglich vor Bundesgericht hängiges Verfahren 6B_698/2016), kann offen bleiben: Gemäss für das Bundesgericht verbindlicher und vom Beschwerdeführer nicht bestrittener oder auch nur kommentierter Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz (vgl. Art. 105 Abs. 1 und 2 sowie Art. 97 Abs. 1 BGG ) hat er nach Aufgabe der Wohngemeinschaft und trotz Strafanzeige mehrmals (zweimal im Juni und schliesslich im Oktober 2015) erklärt, seine Frau noch zu lieben und die Ehe nicht aufgeben zu wollen; nur die Ehefrau wolle scheiden. Damit aber fehlte es, wie die Vorinstanz richtig erkennt, bis weit über den Zeitpunkt der Trennung hinaus, offensichtlich an der erforderlichen Unzumutbarkeit des weiteren Zusammenlebens. Dass der Beschwerdeführer nun heute erklärt, die Scheidung zu wollen und bisher nur durch die gesetzliche Wartefrist davon abgehalten worden zu sein, ändert an dieser Einschätzung nichts. Dasselbe gilt für sein ohnehin unzulässiges neues Vorbringen ( Art. 99 BGG ), dass er nun mit einer anderen Partnerin zusammen wohne, die von ihm ein Kind erwarte (achte Schwangerschaftswoche anfangs September 2016). Das angefochtene Urteil verletzt schweizerisches Recht nicht.

Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet. Es ist darauf im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG nicht einzutreten.

3. Der Beschwerdeführer ersucht um unentgeltliche Rechtspflege. Dem Gesuch ist schon darum nicht zu entsprechen, weil die Beschwerde aussichtslos erschien ( Art. 64 BGG ). Damit sind die Gerichtskosten ihm als unterliegende Partei aufzuerlegen (Art. 65 und 66 Abs. 1 erster Satz BGG).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen.

3. Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Kantonsgericht Freiburg, I. Verwaltungsgerichtshof, und dem Staatssekretariat für Migration schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 11. November 2016

Im Namen der II. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Seiler

Der Gerichtsschreiber: Feller