Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1F_31/2012 KI-generiert

Company v. Swiss Federal Supreme Court (Late Appeal Submission)

Geschäftsnummer 1F_31/2012
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The case revolves around a revision request submitted by a company in response to a previous ruling made by the Swiss Federal Tribunal regarding a criminal procedure where the company's appeal was not admitted due to it being submitted late. The company argues that they had sent their appeal in a timely manner and that it had been sent electronically via fax, which they claim should be considered valid submission. However, the Tribunal maintains that the appeal was ultimately filed late, as it was handed over to the Swiss postal service after the deadline, and clarifies that fax submissions do not qualify as valid electronic submissions in this context. The revision request was subsequently deemed manifestly unfounded and rejected.

Legislator-Regeste

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Art. 48 BGG, Art. 48 Abs. 1 BGG, Art. 48 Abs. 2 BGG, Art. 127 BGG, Art. 66 al. 1 LTF; Company v. Swiss Federal Supreme Court (Late Appeal Submission): The company argues that they had sent their appeal in a timely manner and that it had been sent electronically via fax, which they claim should be considered valid submission. However, the Tribunal maintains that the appeal was ultimately filed late, as it was handed over to the Swiss postal service after the deadline, and clarifies that fax submissions do not qualify as valid electronic submissions in this context. The revision request was subsequently deemed manifestly unfounded and rejected.

Schlagwörter

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verspätete Eingabe Revision eines Entscheids Bewerbung Verwaltungsbeschwerde der Bediensteten Postdienst Gegendarstellung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 127 BGG

Used to justify the dismissal of the revision application without an exchange of briefs.

Art. 66 al. 1 LTF

Although not explicitly cited, the decision waives costs ('Es werden keine Kosten erhoben'), which typically falls under the general provisions of the Federal Supreme Court Act regarding costs. However, since the operative part explicitly states 'Es werden keine Kosten erhoben' without citing a specific cost article (like Art. 66), and no other substantive or procedural article is cited in order 1, we must check if any cost article *was* cited. Since no cost article is explicitly cited in the operative part (only a statement on costs is made), no provision is included based on cost rules.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (7)

1C_40/2018 (2018-01-29)
Appeal Timeliness During Driving Ban Dismissed for Late Italian Postal Submission
«…questa nozione vedi DTF 141 I 70 consid. 2.2 pag. 72) la normativa cantonale, la richiamata giurisprudenza (sentenza 1F_31/2012 del 6 dicembre 2012 consid. 2 e 2C_1113/2012 del 12 novembre 2012 consid. 2.2; vedi pure 2C_754/2008 del 23 dicembre 20…»
PVG 2017 30 (2017-12-31) · gr
Appeal Deadline Compliance for Foreign Postal Filing
«…ufficio postale estero non basta per la salvaguar- dia dei termini di ricorso (vedi le decisioni del Tribunale federale 1F_31/2012 del 6 dicembre 2012 cons. 2, 2C_1113/2012 del 12 novem- bre 2012 cons. 2.2 e decisione del Tribunale amministrativo U 1…»
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Appeal Dismissed for Untimely Filing of Contract Award Challenge
«…gabe bei einer ausländischen Poststelle genügt zur Fristwahrung nicht (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 1F_31/2012 vom 6. Dezember 2012 E.2, 2C_1113/2012 vom 12. Novem- ber 2012 E.2.2), soweit es sich nicht um eine liechtenste…»
UH150022 (2015-02-05) · zh
Traffic Violation Penalty Appeal Timeliness Dismissal
«…PO). Eine Zustellung per Fax ist nicht der elektronischen Zustellung gleichgesetzt (BGer., Urteil vom 6. Dezember 2012, 1F_31/2012, E.2 zu Art. 48 Abs. 2 BGG). Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt bei Eingaben, die der Schriftform…»
RT140025 (2014-03-10) · zh
Improper Fax Submission of Appeal Dismissed
«…ts für den Bereich der ZPO nicht auszumachen (Urteile des Bundesgerichts 1B_537/2011 vom 16. November 2011 E. 3 m.w.H., 1F_31/2012 vom 6. Dezember 2012 E. 2 m.w.H., 6B_276/2013 vom 30. Juli 2013 E. 1.5). Mit den per Fax übermittelten Beschwerde…»
RT140025 · zh
Creditor v. Debtor (Appeal Timeliness and Formality)
«…ts für den Bereich der ZPO nicht auszumachen (Urteile des Bundesgerichts 1B_537/2011 vom 16. November 2011 E. 3 m.w.H., 1F_31/2012 vom 6. Dezember 2012 E. 2 m.w.H., 6B_276/2013 vom 30. Juli 2013 E. 1.5). Mit den per Fax übermittelten Beschwerde…»
UH150022 · zh
Appeal against Penalty Order Dismissed for Untimeliness and Formal Defects
«…PO). Eine Zustellung per Fax ist nicht der elektronischen Zustellung gleichgesetzt (BGer., Urteil vom 6. Dezember 2012, 1F_31/2012, E.2 zu Art. 48 Abs. 2 BGG). Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts genügt bei Eingaben, die der Schriftform…»

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

1F_31/2012

Urteil vom 6. Dezember 2012

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,

Bundesrichter Merkli,

Bundesrichter Chaix,

Gerichtsschreiber Bopp.

Verfahrensbeteiligte

X.________ GmbH, vertreten durch Rechtsanwalt

Dr. Reinhard Pitschmann,

gegen

1. A.________ AG, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Fischer,

2. B.________,

3. C.________,

4. D.________,

Gesuchsgegner,

Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstraffälle und Organisierte Kriminalität des Kantons Thurgau,

Zürcherstrasse 323, 8510 Frauenfeld.

Gegenstand

Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts 1B_642/2012 vom 20. November 2012.

Erwägungen:

1. Mit Urteil vom 20. November 2012 ist das Bundesgericht auf eine von der X.________ GmbH betreffend Strafverfahren (Nichtanhandnahme-verfügung) erhobene Beschwerde nicht eingetreten (Verfahren 1B_642/2012), weil diese der Schweizer Post verspätet übergeben worden ist ( Art. 48 BGG ).

Mit Eingabe vom 29. November 2012 beanstandet die X.________ GmbH das genannte Urteil: Ihre Beschwerde sei durch ihre ausgewiesenen Rechtsvertreter nachweislich bereits am 23. Oktober 2012 und somit rechtzeitig postalisch aufgegeben worden. Zudem sei sie am selben Tag ebenfalls vorab per Telefax an das Bundesgericht übermittelt worden. Der entsprechenden Normierung sei klar zu entnehmen, dass elektronische Übermittlung binnen Frist genüge; die Einbringung per Telefax gelte als elektronische Übermittlung. Auf die demgemäss rechtzeitig eingereichte Beschwerde sei daher einzutreten. Der Sache nach, jedenfalls sinngemäss, ist die Eingabe vom 29. November 2012 somit als Revisionsgesuch entgegen zu nehmen.

2. Die Aufhebung oder Abänderung eines wie hier in Rechtskraft erwachsenen Bundesgerichtsurteils ist nur bei Vorliegen eines Revisionsgrundes möglich.

Die Gesuchstellerin unterlässt es, sich auf einen der gesetzlich vorgesehenen Revisionsgründe gemäss Art. 121 f. BGG zu berufen. An sich beschränkt sie sich darauf, Kritik an der rechtlichen Würdigung gemäss dem beanstandeten bundesgerichtlichen Urteil zu üben, was im Revisionsverfahren grundsätzlich nicht zu hören ist.

Was die Gesuchstellerin vorbringt, sind Fakten, die bereits zum Zeitpunkt der Urteilsfällung bekannt waren und dem bundesgerichtlichen Entscheid denn auch zugrunde gelegt worden sind. Sie hat es allerdings offenbar unterlassen, sich vor der Prozessführung vor dem Bundesgericht über die betreffend Fristwahrung im Bundesgerichtsgesetz enthaltenen massgebenden schweizerischen Regeln Kenntnis zu verschaffen (s. namentlich Art. 44 ff. BGG ).

Auch wenn die Beschwerde unbestrittenermassen am 23. Oktober 2012 in Feldkirch/Österreich der Post übergeben worden ist, vermag das nichts daran zu ändern, dass sie erst am 25. Oktober 2012 und damit eben erst einen Tag zu spät der Schweizer Post übergeben worden ist, wie im angefochtenen Urteil ausgeführt worden ist (s. E. 3 des Urteils vom 20. November 2012, unter Bezugnahme auf den klaren Wortlaut von Art. 48 Abs. 1 BGG ).

Die von der Gesuchstellerin geltend gemachte Vorab-Zustellung per Telefax vermag daran nichts zu ändern. Entgegen ihrer Auffassung ist diese Zustellungsart jedenfalls hierorts nicht der elektronischen Zustellung gleichgesetzt (wie sie in Art. 48 Abs. 2 BGG vorgesehen ist; s. dazu BSK BGG - JACQUES BÜHLER, Art. 48 Abs. 2, N 13 ff., S. 564). Wie das Bundesgericht in ständiger Praxis festgestellt hat, ist die Einreichung einer Rechtsschrift per Telefax ungültig (s. etwa BGE 121 II 252 E. 4 S. 255 f., ebenso Urteil 1B_537/2011 vom 16. November 2011; BSK BGG - KATHRIN AMSTUTZ/PETER ARNOLD, Art. 48 Abs. 1 N. 6, S. 561).

Das Revisionsgesuch ist demnach offensichtlich unbegründet. Es ist daher ohne Schriftenwechsel ( Art. 127 BGG ) abzuweisen, soweit darauf überhaupt einzutreten ist.

3. Bei den gegebenen Verhältnissen rechtfertigt es sich, für das bundesgerichtliche Verfahren keine Kosten zu erheben. Den Gesuchsgegnern ist durch das vorliegende Verfahren kein Aufwand entstanden, so dass ihnen keine Parteientschädigung zuzusprechen ist.

Demnach wird erkannt:

1. Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstraffälle und Organisierte Kriminalität des Kantons Thurgau sowie dem Obergericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 6. Dezember 2012

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Bopp