Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1C_766/2021 KI-generiert

Petitioner v. Federal Council (Covid-19 Act Referendum Challenge)

Geschäftsnummer 1C_766/2021
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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A complainant filed an appeal with the Swiss Federal Tribunal against a decision by the government of the Canton of Appenzell Ausserrhoden. The case concerned a request to delay or cancel the national referendum on the amendment of the COVID-19 law, scheduled for November 28, 2021. Additionally, the complainant demanded corrections to allegedly misleading statements by the Federal Council in the voting explanations. The complainant originally submitted this request as an interim measure, but it was treated as a voting complaint and subsequently forwarded to the cantonal government, which did not accept it. The complainant argued procedural errors occurred since both the Federal Court and the cantonal government processed the submission as a voting complaint rather than an interim measure. However, the court found no basis for interim measures under the cited legal provisions and concluded that the complaint did not meet legal requirements for lodging a violation of political rights, as it sought an abstract review of the COVID-19 law amendments, which is not permissible.

Legislator-Regeste

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Art. 265 ZPO, Art. 1 ZPO, Art. 82 lit. c BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 82 BGG, Art. 190 BV; Petitioner v. Federal Council (Covid-19 Act Referendum Challenge): The case concerned a request to delay or cancel the national referendum on the amendment of the COVID-19 law, scheduled for November 28, 2021. Additionally, the complainant demanded corrections to allegedly misleading statements by the Federal Council in the voting explanations. The complainant originally submitted this request as an interim measure, but it was treated as a voting complaint and subsequently forwarded to the cantonal government, which did not accept it. The complainant argued procedural errors occurred since both the Federal Court and the cantonal government processed the submission as a voting complaint rather than an interim measure. However, the court found no basis for interim measures under the cited legal provisions and concluded that the complaint did not meet legal requirements for lodging a violation of political rights, as it sought an abstract review of the COVID-19 law amendments, which is not permissible.

Schlagwörter

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Referendum Klageänderung Normenkontrolle politische Grundrechte Petitionsrecht Regierungserklärung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 Abs. 1 BGG

Cited in the operative part because the appeal was decided through the simplified procedure.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Cited in the operative part to impose costs on the appellant.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

1C_766/2021

Urteil vom 6. Januar 2022

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Kneubühler, Präsident,

Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte

Christian Bänninger,

Beschwerdeführer,

gegen

Regierungsrat des Kantons Appenzell Ausserrhoden, Regierungsgebäude, 9102 Herisau,

Bundeskanzlei,

Bundeshaus West, 3003 Bern.

Gegenstand

Eidgenössische Volksabstimmung vom 28. November 2021 betreffend die Änderung vom 19. März 2021 des Covid-19-Gesetzes,

Beschwerde gegen den Beschluss des Regierungsrats des Kantons Appenzell Ausserrhoden vom 7. Dezember 2021 (RRB-2021-538).

Erwägungen:

1. Christian Bänninger ersuchte das Bundesgericht mit einer als "Antrag auf eine Superprovisorische Massnahme nach Art. 265 ZPO " bezeichneten Eingabe vom 24. November 2021 um Verschiebung bzw. Absetzung der Eidgenössischen Volksabstimmung vom 28. November 2021 betreffend die Änderung vom 19. März 2021 des Covid-19-Gesetzes. Weiter sei der Bundesrat zu verpflichten, seine Falschaussagen in den Abstimmungserläuterungen zu korrigieren. Das Bundesgericht nahm die Eingabe als Abstimmungsbeschwerde entgegen, trat auf diese mit Urteil 1C_724/2021 vom 24. November 2021 nicht ein und überwies sie zuständigkeitshalber an den Regierungsrat des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Dieser trat mit Beschluss vom 7. Dezember 2021 auf die Abstimmungsbeschwerde nicht ein.

2. Christian Bänninger führt mit Eingabe vom 15. Dezember 2021 Beschwerde gegen den Beschluss des Regierungsrats des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3. Der Beschwerdeführer beanstandet, dass der Regierungsrat, wie vorgängig auch das Bundesgericht, seine Eingabe als Abstimmungsbeschwerde und nicht als "Antrag auf eine Superprovisorische Massnahme nach Art. 265 ZPO " behandelt hätte. Insoweit liege ein gravierender Verfahrensmangel vor. Der Beschwerdeführer legt jedoch nicht dar, und solches ist auch nicht ersichtlich, inwiefern eine Abstimmungsfrage überhaupt Raum für eine superprovisorische Massnahme nach Art. 265 ZPO bieten sollte (vgl. Art. 1 ZPO betreffend Gegenstand und Geltungsbereich der Schweizerischen Zivilprozessordnung). Bereits deshalb kann insoweit auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.

4. Selbst wenn man die Eingabe, entgegen dem Willen des Beschwerdeführers, als Beschwerde wegen Verletzung politischer Rechte ( Art. 82 lit. c BGG ) entgegennehmen würde, könnte darauf nicht eingetreten werden, da die Eingabe den gesetzlichen Formerfordernissen ( Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG ) offensichtlich nicht genügt. Aus der Eingabe ergibt sich nicht verständlich, inwiefern eine Verletzung politischer Rechte vorliegen sollte. Soweit der Beschwerdeführer inhaltliche Mängel der Änderungen des Covid-19-Gesetzes beanstandet, verlangt er in der Sache eine abstrakte Normenkontrolle der besagten Gesetzesänderung. Bundesgesetze unterliegen jedoch nicht der abstrakten Normenkontrolle ( Art. 82 BGG , Art. 190 BV ), weshalb auch insoweit auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann.

5. Nach dem Ausgeführten ist im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten. Damit ist das sinngemäss gestellte Gesuch um Erlass von vorsorglichen Massnahmen gemäss Art. 103 bzw. 104 BGG gegenstandslos geworden. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt der Präsident:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt

3. Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Bundeskanzlei und dem Regierungsrat des Kantons Appenzell Ausserrhoden schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 6. Januar 2022

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Kneubühler

Der Gerichtsschreiber: Pfäffli