Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1C_529/2022 KI-generiert

Appellants v. Federal Assembly regarding Energy Act Amendment Urgency Declaration

Geschäftsnummer 1C_529/2022
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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A group of individuals lodged a voting rights complaint against a decision by the Swiss Federal Assembly regarding an amendment to the Energy Act. This amendment, passed on September 30, 2022, was designed to implement urgent measures ensuring a secure power supply for the winter. It was declared urgent and subject to a facultative referendum. The complainants sought either to annul the legislative amendment or to have the urgency and referendum clause revoked, asking for a mandatory referendum to be conducted. The Swiss Federal Tribunal noted that such acts by the Federal Assembly and the Federal Council cannot typically be challenged in court unless a specific law allows for it, and the complaint thus could not be entertained.

Legislator-Regeste

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Art. 165 Abs. 1 BV, Art. 141 Abs. 1 lit. b BV, Art. 140 lit. c BV, Art. 77 Abs. 1 BRP, Art. 88 Abs. 1 lit. b BGG, Art. 189 Abs. 4 BV; Appellants v. Federal Assembly regarding Energy Act Amendment Urgency Declaration: This amendment, passed on September 30, 2022, was designed to implement urgent measures ensuring a secure power supply for the winter. It was declared urgent and subject to a facultative referendum. The complainants sought either to annul the legislative amendment or to have the urgency and referendum clause revoked, asking for a mandatory referendum to be conducted. The Swiss Federal Tribunal noted that such acts by the Federal Assembly and the Federal Council cannot typically be challenged in court unless a specific law allows for it, and the complaint thus could not be entertained.

Schlagwörter

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Wahl bei politischen Rechten Prozessrecht obligatorisches Referendum Einrede der Verfassungswidrigkeit Energiepolitische Maßnahmen Anspruch auf einen Entscheid

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 66 Abs. 1 BGG

The Tribunal decided not to charge any costs for this decision.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

1C_529/2022

Urteil vom 31. Oktober 2022

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Kneubühler, Präsident,

Bundesrichter Haag, Müller,

Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte

1. A.________,

2. B.________,

3. C.________,

4. D.________,

5. E.________,

6. F.________,

7. G.________,

8. H.________,

9. I.________,

10. J.________,

11. K.________,

12. L.________,

13. M.________,

14. N.________,

15. O.________,

16. P.________,

17. Q.________,

18. R.________,

19. S.________,

20. T.________,

21. U.________,

22. V.________,

23. W.________,

Beschwerdeführer,

alle vertreten durch Rechtsanwalt Simon Schnider,

gegen

Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

Parlamentsgebäude, 3003 Bern.

Gegenstand

Stimmrechtsbeschwerde gegen den Beschluss vom 30. September 2022 der Bundesversammlung zum Bundesgesetz über dringliche Massnahmen zur kurzfristigen Bereitstellung einer sicheren Stromversorgung im Winter (Änderung des Energiegesetzes).

Erwägungen:

1. Die Bundesversammlung verabschiedete am 30. September 2022 die Änderung zum Energiegesetz (Dringliche Massnahmen zur kurzfristigen Bereitstellung einer sicheren Stromversorgung im Winter). Das Gesetz wurde als dringlich erklärt ( Art. 165 Abs. 1 BV ) und dem fakultativen Referendum unterstellt ( Art. 141 Abs. 1 lit. b BV ). Dagegen erhoben A.________ und 22 Mitbeteiligte Stimmrechtsbeschwerde und beantragten die Aufhebung der Gesetzesänderung; eventuell sei die Dringlicherklärung und die Referendumsklausel aufzuheben und der Bundesrat zu verpflichten, für diese Änderung des Energiegesetzes ein obligatorisches Referendum nach Art. 140 lit. c BV durchzuführen. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

2. Den Beschwerdeführenden ist der in Art. 77 Abs. 1 BRP vorgesehene Instanzenzug bekannt, da sie zumindest bei einer Kantonsregierung eine Beschwerde eingereicht haben. Ob vorliegend auf die direkt beim Bundesgericht eingereichte Beschwerde entgegen Art. 88 Abs. 1 lit. b BGG eingetreten werden kann, braucht nicht beurteilt zu werden, da aus anderen Gründen auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.

3. Die Beschwerdeführenden machen namentlich eine Verletzung von Bestimmungen über die politischen Rechte (Dringlicherklärung von Gesetzen und obligatorisches Referendum) geltend. Gemäss Art. 189 Abs. 4 BV können Akte der Bundesversammlung und des Bundesrats beim Bundesgericht nicht angefochten werden, ausser das Gesetz sehe dies vor. Dies gilt auch bei Beschwerden wegen Verletzung der politischen Rechte ( BGE 147 I 194 E. 4.1 ; 138 I 61 E. 7.1). Eine gesetzliche Ausnahme im Sinne der genannten Verfassungsbestimmung nennen die Beschwerdeführenden nicht, und es ist auch keine solche erkennbar. Solange der Bundesgesetzgeber diese im Lichte von Art. 34 und Art. 29a BV gewichtige Rechtsschutzlücke (GEROLD STEINMANN/ADRIAN MATTLE, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 77 und 95 zu Art. 82 BGG ) nicht schliesst, kann das Bundesgericht auf solche Rügen nicht eintreten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_225/2022 vom 22. Juli 2022 E. 3.3).

Soweit die Beschwerdeführenden mit ihrer Beschwerde nicht die Verletzung politischer Rechte, sondern inhaltliche Mängel der Änderung des Energiegesetzes geltend machen wollen, verlangen sie in der Sache eine abstrakte Normenkontrolle der besagten Gesetzesänderung. Bundesgesetze unterliegen jedoch nicht der abstrakten Normenkontrolle ( Art. 82 BGG , Art. 190 BV ), weshalb auch insoweit auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann. Auf die Beschwerde ist somit nicht einzutreten.

4. Auf eine Kostenauflage kann ausnahmsweise verzichtet werden ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird den Beschwerdeführenden und der Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 31. Oktober 2022

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Kneubühler

Der Gerichtsschreiber: Pfäffli