Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1C_483/2020 KI-generiert

Permit Withdrawal Rendering Appeal Moot: Costs Allocation

Geschäftsnummer 1C_483/2020
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang struck_off

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves a dispute over a construction permit issued by the Baukommission of Wetzikon to a company, allowing them to demolish existing buildings and construct a new residential and commercial complex. Another company filed a legal challenge against this permit, which was rejected by both the Baurekursgericht and the Verwaltungsgericht of the Canton of Zurich. Persisting with the challenge, the company appealed to the Swiss Federal Tribunal after the Verwaltungsgericht sustained the lower court's decision. During this process, the company that initially received the construction permit decided to abandon the project, rendering the appeal process moot as there was no longer a practical interest in adjudicating the matter. Consequently, the case was dismissed, and the company that relinquished the permit was held responsible for the federal court costs.

Legislator-Regeste

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Art. 71 BGG, Art. 72 BZP, Art. 40 OG, Art. 67 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG, Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG; Permit Withdrawal Rendering Appeal Moot: Costs Allocation: Another company filed a legal challenge against this permit, which was rejected by both the Baurekursgericht and the Verwaltungsgericht of the Canton of Zurich. Persisting with the challenge, the company appealed to the Swiss Federal Tribunal after the Verwaltungsgericht sustained the lower court's decision. During this process, the company that initially received the construction permit decided to abandon the project, rendering the appeal process moot as there was no longer a practical interest in adjudicating the matter. Consequently, the case was dismissed, and the company that relinquished the permit was held responsible for the federal court costs.

Schlagwörter

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Baubewilligung Abbruchbewilligung Wegfall des schutzwürdigen Interesses Verfahrenskosten Baukosten Legitimation gegen Baubewilligung Streitgegenstand

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 66 Abs. 1 BGG

Cited in determining the allocation of court costs based on the party who caused the mootness of the proceedings.

Art. 67 BGG

Cited to confirm that the Federal Tribunal cannot modify the decisions on costs and indemnities of the lower instances when the appeal itself is declared moot.

Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG

Cited in determining the obligation of the opposing party to pay the appellant's party indemnity because the opposing party caused the mootness.

Art. 71 BGG

Used in conjunction with Art. 72 BZP to strike the appeal as having become devoid of purpose due to the subsequent loss of the interest to defend.

Art. 72 BZP

Used in conjunction with Art. 71 BGG to strike the appeal as having become devoid of purpose due to the subsequent loss of the interest to defend.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (5)

A1 23 190 (2024-09-25) · vs
Appeal Dismissed as Moot Following Permit Withdrawal
«…procédure devient sans objet et doit être classée (arrêts du Tribunal fédéral 1C_261/2021 du 30 juin 2022 consid. 2.2, 1C_483/2020 du 25 mars -8- 2021 consid. 2 et 3, 1C_596/2020 du 17 février 2021 consi…»
5A_402/2021 (2022-06-21)
Condominium Repair Lien Dispute Mooted by Settlement
«…ochtenen Entscheid zugesprochene Forderung fällt der Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens dahin (vgl. Verfügung 1C_483/2020 vom 25. März 2021 E. 3). 1.2.5. Die Beschwerdeführer bringen vor, ihre Interessen gingen über das vorliegende Verfahre…»
1B_248/2022 (2022-06-07)
Prisoner's Right to Contact Newborn Child vs. Risk of Collusion
«…le montant alloué à ce titre ne peut donc pas compenser, en équité (arrêts 4A_546/2021 du 14 janvier 2022 consid. 3.1; 1C_483/2020 du 25 mars 2021 consid. 5), les frais cantonaux et l'indemnité pour son défenseur d'office mis à la charge du recourant…»
1C_97/2021 (2021-06-14)
Building Owner v. Authority Regarding Development Permit Landscaping Conditions
«…ntonalen Verfahrens nur modifizieren, wenn es auch den angefochtenen Entscheid in der Sache selber ändert (vgl. Urteile 1C_483/2020 vom 25. März 2021 E. 5; 1G_3/2019 vom 15. August 2019 E. 3). Da Letzteres nicht der Fall ist, bleibt es in Bezug auf di…»
1C_166/2021 (2021-06-10)
Property Owner v. Environmental Authority (Contaminated Site Investigation)
«…zu entscheiden wäre ( Art. 71 BGG in Verbindung mit Art. 72 BZP ; BGE 125 V 373 E. 2a; Verfügung des Bundesgerichts 1C_483/2020 vom 25. März 2021 E. 4). Wie es sich damit verhält, kann letztlich jedoch offenbleiben. 3. 3.1. Nach Art. 90 BGG ist…»

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

1C_483/2020

Verfügung vom 25. März 2021

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Kneubühler, Präsident,

Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte

A.________ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Felix Huber, Huber Rechtsanwälte,

Beschwerdeführerin,

gegen

B1.________ AG

(vormals B2.________ AG, umfirmiert am 10. Juli 2020),

vertreten durch Rechtsanwalt Thomas Ruzek,

Beschwerdegegnerin,

Baukommission Wetzikon,

Bahnhofstrasse 167, 8620 Wetzikon ZH,

Baudirektion des Kantons Zürich,

Walcheplatz 2, Postfach, 8090 Zürich.

Gegenstand

Baubewilligung,

Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich, 1. Abteilung, 1. Kammer, vom 25. Juni 2020 (VB.2020.00039).

Erwägungen:

1. Die Baukommission der Gemeinde Wetzikon erteilte der B2.________ AG mit Beschluss vom 18. Juli 2018 die baurechtliche Bewilligung für den Abbruch von Gebäuden sowie den Neubau eines Wohn- und Gewerbehauses. Dagegen erhob die A.________ AG am 24. August 2018 Rekurs. Das Baurekursgericht des Kantons Zürich wies den Rekurs mit Entscheid vom 4. Dezember 2019 ab. Eine von der A.________ AG dagegen am 21. Januar 2020 erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 25. Juni 2020 ab.

2. Die A.________ AG führt mit Eingabe vom 11. September 2020 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 25. Juni 2020.

Mit Schreiben vom 24. September 2020 erklärte die B1.________ AG (vormals B2.________ AG, umfirmiert am 10. Juli 2020) ihren Verzicht auf das gemäss Baubewilligung vom 18. Juli 2020 bewilligte Projekt. Das vorliegende Verfahren sei als gegenstandslos geworden abzuschreiben.

Die Beschwerdeführerin stellte mit Eingabe vom 8. Oktober 2020 den Antrag, das Verfahren sei antragsgemäss abzuschreiben. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die bundesgerichtlichen Verfahrenskosten zu bezahlen und die Beschwerdeführerin sei für das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entschädigen. Sodann seien die Gerichtskosten und Parteientschädigungen vor Vorinstanzen neu zu regeln.

3. Mit dem definitiven Verzicht der Beschwerdegegnerin auf die Baubewilligung vom 18. Juli 2018 fällt der Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens dahin. Damit entfällt das aktuelle praktische Interesse an der Beurteilung der Beschwerde. Es stellen sich auch keine Fragen von grundsätzlicher Bedeutung, die sich jederzeit unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen könnten, ohne dass im Einzelfall rechtzeitig eine höchstrichterliche Prüfung stattfinden könnte (vgl. BGE 125 I 394 E. 4b). Das Verfahren ist somit nach Art. 71 BGG in Verbindung mit Art. 72 BZP wegen des nachträglichen Wegfalls des Rechtsschutzinteresses als erledigt abzuschreiben.

4. Bei Entfallen des Rechtsschutzinteresses bzw. Gegenstandslosigkeit des Verfahrens entscheidet das Bundesgericht mit summarischer Begründung über die Prozesskosten aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes ( Art. 71 BGG in Verbindung mit Art. 72 BZP ). Bei der Beurteilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen ist somit in erster Linie auf den mutmasslichen Ausgang des Prozesses abzustellen (vgl. BGE 125 V 373 E. 2a S. 374 zur Praxis zu Art. 135 des früheren Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege [OG] in Verbindung mit Art. 40 OG und Art. 72 BZP ). Dabei wird in erster Linie jene Partei kosten- und entschädigungspflichtig, die das gegenstandslos gewordene Verfahren veranlasst oder bei der die Gründe eingetreten sind, die zur Gegenstandslosigkeit des Verfahrens geführt haben (Verfügung des Bundesgerichts 1C_596/2020 vom 17. Februar 2021 E. 2 mit Hinweisen).

Mit dem Verzicht auf die Baubewilligung hat die Beschwerdegegnerin die Gegenstandslosigkeit verursacht; sie wird damit für das bundesgerichtliche Verfahren kosten- und entschädigungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG ).

5. Die Beschwerdeführerin beantragt überdies eine Neuregelung der Kosten und Entschädigungen der vorinstanzlichen Verfahren. Das Bundesgericht kann indessen den vorinstanzlichen Kostenentscheid nur ändern, wenn es das angefochtene Urteil, in dem er ergangen ist, in der Sache selber ändert ( Art. 67 BGG ; BGE 91 II 146 E. 3), was bei Gegenstandslosigkeit nicht der Fall ist. Dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin mit Kosten des kantonalen Verfahrens belastet bleibt, von denen nicht feststeht, ob sie auch bei materieller Behandlung der Beschwerde noch von ihr zu tragen gewesen wären, kann allerdings im Rahmen der Billigkeit beim bundesgerichtlichen Kostenentscheid Rechnung getragen werden (vgl. Urteile 4A_364/2014 vom 18. September 2014 E. 2; 1P.702/2005 vom 22. Dezember 2005 E. 2; Beschluss 5P.467/2000 vom 13. März 2001 E. 2b; kritisch dazu: THOMAS GEISER, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N. 4 zu Art. 67 BGG ). Dem ist vorliegend bei der Festlegung der Parteientschädigung angemessen Rechnung zu tragen.

Demnach verfügt der Präsident:

1. Die Beschwerde wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 10'000.-- zu bezahlen.

4. Diese Verfügung wird den Parteien, der Baukommission Wetzikon, der Baudirektion des Kantons Zürich und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, 1. Abteilung, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 25. März 2021

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Kneubühler

Der Gerichtsschreiber: Pfäffli