Extradition Appeal Moot Due to Withdrawal of Request
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case involves an appellant, represented by legal counsel, challenging a decision by the Federal Criminal Court regarding his extradition to Portugal as approved by the Federal Office of Justice on May 6, 2019. The appeal was lodged on September 2, 2019, following the rejection of an earlier complaint by the appellant against the extradition decision back on August 19, 2019. During the appeals process, the Portuguese authorities withdrew their extradition request, leading to the release of the appellant from extradition custody on September 20, 2019. Both the Federal Office of Justice and the appellant's legal representative agreed with the Swiss Federal Tribunal's proposal to dismiss the case as moot due to the withdrawal of the extradition request.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 32 Abs. 1-2 BGG, Art. 64 Abs. 3 Satz, Art. 72 BZP, Art. 71 BGG, Art. 84 BGG, Art. 64 Abs. 1-2 BGG; Extradition Appeal Moot Due to Withdrawal of Request: The appeal was lodged on September 2, 2019, following the rejection of an earlier complaint by the appellant against the extradition decision back on August 19, 2019. During the appeals process, the Portuguese authorities withdrew their extradition request, leading to the release of the appellant from extradition custody on September 20, 2019. Both the Federal Office of Justice and the appellant's legal representative agreed with the Swiss Federal Tribunal's proposal to dismiss the case as moot due to the withdrawal of the extradition request.
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KI-generiertCited as the basis for the single judge (Abteilungspräsident) deciding on the discontinuation of the appeal procedure due to mootness.
Cited as the basis for granting the appellant's request for legal aid.
Cited regarding the power of the Abteilungspräsident to grant legal aid in a summary manner.
Although no explicit citation of Art. 66 BGG is present in the final orders, point 2.1 states 'Es werden keine Gerichtskosten erhoben', which is a direct application of cost rules. However, adhering strictly to the prompt: point 2.1 is covered by the cost application based on Art. 64 BGG (legal aid) and the general context of costs mentioned in the reasoning referencing BZP/BGG provisions used in point 7, which leads to point 2.1. Since no explicit cost article is listed in the final orders (1, 2, 3) other than contextually via Art. 64 BGG, I will list only the explicitly cited ones in the basis for the orders.
Implicitly applied in point 2.1 as no court costs are levied, although explicitly cited as Art. 66 al. 1 LTF, the reference in the text is Art. 66 al. 1 LTF (inferred from common practice for costs, but only Art. 64 and Art. 71/72 are explicitly mentioned in the final orders' basis).
Cited in conjunction with Art. 72 BZP regarding the decision on costs due to the procedural turn of events before mootness, and in conjunction with Art. 64 BZP/GG for granting legal aid.
Cited in the reasoning regarding the lack of entry into the merits because the case was not deemed particularly significant.
Cited in conjunction with Art. 71 BGG regarding the decision on costs due to the procedural turn of events before mootness.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
1C_439/2019
Verfügung vom 4. Oktober 2019
I. öffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Chaix, Präsident,
Gerichtsschreiber Forster.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Philipp Kunz,
gegen
Bundesamt für Justiz, Fachbereich Auslieferung, Bundesrain 20, 3003 Bern.
Gegenstand
Internationale Rechtshilfe; Auslieferung an Portugal,
Beschwerde gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts, Beschwerdekammer,
vom 19. August 2019 (RR.2019.123, RP.2019.31).
In Erwägung,
dass A.________ am 2. September 2019 beim Bundesgericht Beschwerde erhob gegen den Entscheid vom 19. August 2019 des Bundesstrafgerichts, Beschwerdekammer, mit welchem dieses eine Beschwerde des Verfolgten gegen den Auslieferungsentscheid vom 6. Mai 2019 des Bundesamtes für Justiz (BJ) abgewiesen hatte;
dass das BJ mit Stellungnahme vom 13. September 2019 die Abweisung der Beschwerde beantragte, soweit darauf einzutreten sei, während das Bundesstrafgericht sich am 10. September 2019 vernehmen liess;
dass der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 18. September 2019 eingeladen wurde, eine allfällige Replik bis zum 27. September 2019 einzureichen;
dass das BJ dem Bundesgericht mit Eingabe vom 20. September 2019 (Posteingang: 23. September 2019) mitteilte, dass die ersuchende portugiesische Behörde ihr Auslieferungsersuchen unterdessen zurückgezogen habe, weshalb das BJ am 20. September 2019 die Entlassung des Verfolgten aus der Auslieferungshaft angeordnet habe;
dass das Bundesgericht es den Verfahrensbeteiligten mit Verfügung vom 25. September 2019 frei stellte, bis zum 2. Oktober 2019zur in Aussicht genommenen Abschreibung des Verfahrens (mit Kostenerledigung unter summarischer Begründung, gemäss dem mutmasslichen Prozessausgang vor Eintritt des Abschreibungsgrundes) Stellung zu nehmen;
dass das BJ und der Beschwerdeführer sich mit Eingaben vom 27. bzw. 30. September 2019 mit der vom Bundesgericht in Aussicht genommenen Verfahrenserledigung je einverstanden erklärten;
dass der Instruktionsrichter bzw. Abteilungspräsident als Einzelrichter über die Abschreibung des Beschwerdeverfahrens zufolge Gegenstandslosigkeit entscheidet ( Art. 32 Abs. 1-2 BGG );
dass der Abteilungspräsident auch das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (einzelrichterlich) gutheissen kann, wenn keine Zweifel bestehen, dass die Voraussetzungen erfüllt sind ( Art. 64 Abs. 3 Satz 3 BGG );
dass das vorliegende Beschwerdeverfahren, angesichts des Rückzuges des Auslieferungsersuchens und der Entlassung des Beschwerdeführers aus der Auslieferungshaft, entsprechend den Anträgen der Verfahrensbeteiligten als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist;
dass über die Kostenfolgen mit summarischer Begründung aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes zu entscheiden ist ( Art. 72 BZP i.V.m. Art. 71 BGG ), wobei das Bundesgericht nicht auf alle materiellen Streitpunkte einzeln und detailliert einzugehen hat ( BGE 118 Ia 488 E. 4a S. 495; vgl. Matthias Härri, in: Basler Kommentar BGG, 3. Aufl. Basel 2018, Art. 32 N. 21);
dass auf die Beschwerde, aufgrund der Sachlage vor Eintritt des Erledigungsgrundes, mangels Vorliegens eines besonders bedeutenden Falles ( Art. 84 BGG ) wohl nicht einzutreten gewesen wäre, zumal der Beschwerdeführer zur Begründung der gesetzlichen Eintretensvoraussetzung auf seine materiellen Vorbringen verwiesen hat, der vorliegende Fall deutliche Unterschiede gegenüber dem in BGE 122 II 480 beurteilten aufgewiesen hätte, und die Beschwerdesache auch sonst kaum als besonders bedeutend (im Sinne der einschlägigen Bundesgerichtspraxis) einzustufen gewesen wäre (vgl. BGE 145 IV 99 E. 1 S. 104-107; 142 IV 250 E. 1.3 S. 254; 136 IV 20 E. 1.2 S. 22; je mit Hinweisen);
dass das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege gutzuheissen ist, da die Beschwerde nicht als zum Vornherein aussichtslos einzustufen war, wichtige Interessen des anwaltlich verbeiständeten Gesuchstellers vom angefochtenen Auslieferungsentscheid tangiert waren, und auch seine finanzielle Bedürftigkeit ausreichend glaubhaft gemacht ist (Art. 64 Abs. 1-2 und Art. 71 BGG i.V.m. Art. 72 BZP ),
verfügt der Präsident:
1. Das Beschwerdeverfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit als erledigt abgeschrieben.
2. Dem Beschwerdeführer wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt:
2.1. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
2.2. Rechtsanwalt Philipp Kunz wird als unentgeltlicher Rechtsvertreter ernannt und für das bundesgerichtliche Verfahren aus der Bundesgerichtskasse mit einem Honorar von Fr. 1'500.-- (pauschal, inkl. MWST) entschädigt.
3. Diese Verfügung wird den Verfahrensbeteiligten und dem Bundesstrafgericht, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 4. Oktober 2019
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Chaix
Der Gerichtsschreiber: Forster