Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1C_241/2020 KI-generiert

Federal Supreme Court Refusal to Consider Appeal for Lack of Official Language Translation

Geschäftsnummer 1C_241/2020
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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An individual filed a complaint with the Swiss Federal Tribunal after the St. Gallen Cantonal Indictment Chamber's decision on April 28, 2020, not to authorize the opening of criminal proceedings against officers of the St. Gallen Cantonal Police. The complaint, written in English, was submitted on May 11, 2020. The Federal Tribunal requested a translation into an official language by June 8, 2020, notifying that without such a translation, the court would not consider the complaint. The notification was returned as "not collected." The individual had a duty to ensure receipt of court documents, with the notice deemed delivered seven days post the initial failed delivery attempt. Consequently, the complaint was dismissed due to the absence of a timely translation submission.

Legislator-Regeste

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Art. 44 Abs. 2 BGG, Art. 42 Abs. 6 BGG, Art. 42 Abs. 5 BGG, Art. 108 Abs. 1 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Federal Supreme Court Refusal to Consider Appeal for Lack of Official Language Translation: Gallen Cantonal Indictment Chamber's decision on April 28, 2020, not to authorize the opening of criminal proceedings against officers of the St. Gallen Cantonal Police. The complaint, written in English, was submitted on May 11, 2020. The Federal Tribunal requested a translation into an official language by June 8, 2020, notifying that without such a translation, the court would not consider the complaint. The notification was returned as "not collected." The individual had a duty to ensure receipt of court documents, with the notice deemed delivered seven days post the initial failed delivery attempt. Consequently, the complaint was dismissed due to the absence of a timely translation submission.

Schlagwörter

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Ermächtigungsverfahren Verfahrenssprache Anklagezulassung Verwaltungsbeschwerde der Bediensteten vereinfachtes Verfahren Polizeibeamte Einrede der Verfassungswidrigkeit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 Abs. 1 BGG

The appeal was dismissed in the simplified procedure due to the failure to submit a translation of the written submission.

Art. 42 Abs. 6 BGG

Cited in conjunction with Art. 42 Abs. 5 BGG for the non-admission of the appeal based on the procedural defect (missing translation).

Art. 42 Abs. 5 BGG

Cited in conjunction with Art. 42 Abs. 6 BGG to decide on the non-admittance of the appeal.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Used to rule that no court costs shall be levied.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

1C_241/2020

Urteil vom 10. Juni 2020

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Chaix, Präsident,

Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführerin,

gegen

Beamte der Kantonspolizei St. Gallen,

Beschwerdegegner,

Kantonales Untersuchungsamt St. Gallen.

Gegenstand

Ermächtigungsverfahren,

Beschwerde gegen den Zirkulationsentscheid der Anklagekammer des Kantons St. Gallen vom 28. April 2020 (AK.2020.128-AK).

Erwägungen:

1. Die Anklagekammer des Kantons St. Gallen erteilte mit Entscheid vom 28. April 2020 keine Ermächtigung zur Eröffnung von Strafverfahren gegen Beamte der Kantonspolizei St. Gallen. Die Anzeigerin A.________ reichte am 11. Mai 2020 eine in englischer Sprache abgefasste Beschwerde gegen den Entscheid der Anklagekammer beim Bundesgericht ein. Mit Verfügung vom 15. Mai 2020 forderte das Bundesgericht A.________ auf, bis spätestens am 8. Juni 2020 eine in einer Amtssprache verfasste Übersetzung der Rechtsschrift dem Bundesgericht einzureichen, ansonsten die Rechtsschrift unbeachtet bleibe. Die als "Gerichtsurkunde" versandte Verfügung wurde von der Post als "Nicht abgeholt" ans Bundesgericht retourniert. Für die Beschwerdeführerin bestand indessen mit Blick auf das von ihr angestrengte Verfahren die Pflicht, dafür zu sorgen, dass ihr Gerichtsurkunden zugestellt werden können ( BGE 130 III 396 E. 1.2.3; 116 Ia 90 E. 2a). Die Verfügung vom 15. Mai 2020 gilt somit spätestens am siebenten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellungsversuch als zugestellt ( Art. 44 Abs. 2 BGG ; BGE 134 V 49 E. 4 S. 51). Da die Beschwerdeführerin innert Frist keine Übersetzung ihrer Rechtsschrift eingereicht hat, ist androhungsgemäss in Anwendung von Art. 42 Abs. 6 BGG in Verbindung mit Art. 42 Abs. 5 BGG im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten.

2. Auf eine Kostenauflage ist zu verzichten ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt der Präsident:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonalen Untersuchungsamt St. Gallen und der Anklagekammer des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 10. Juni 2020

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Chaix

Der Gerichtsschreiber: Pfäffli