Federal Supreme Court Ruling on Moot Undue Delay Complaint Following Judgment Delivery
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case involves an individual, referred to as A.________, who was sentenced by the Solothurn Cantonal Court of Appeal's Criminal Chamber to a total imprisonment of 37 months. A.________ filed a legal complaint on November 9, 2021, alleging a delay in justice because the written judgment, as required by the Swiss Criminal Procedure Code, had not been provided within the designated timeframe. He requested the court be instructed to promptly issue and deliver the written judgment and sought compensation of 500 Swiss Francs. The court had since issued the written judgment within a two-week extension beyond the standard period. The delay rendered the legal complaint on this procedural issue moot, as the judgment document was ultimately delivered, and A.________ could now appeal directly against the decision of the Solothurn Cantonal Court of Appeal.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 84 Abs. 4 StPO, Art. 32 Abs. 2 BGG, Art. 71 BGG, Art. 72 BZP, Art. 66 al. 1 LTF; Federal Supreme Court Ruling on Moot Undue Delay Complaint Following Judgment Delivery: A.________ filed a legal complaint on November 9, 2021, alleging a delay in justice because the written judgment, as required by the Swiss Criminal Procedure Code, had not been provided within the designated timeframe. He requested the court be instructed to promptly issue and deliver the written judgment and sought compensation of 500 Swiss Francs. The court had since issued the written judgment within a two-week extension beyond the standard period. The delay rendered the legal complaint on this procedural issue moot, as the judgment document was ultimately delivered, and A.________ could now appeal directly against the decision of the Solothurn Cantonal Court of Appeal.
Schlagwörter
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KI-generiertUsed to decide to dismiss the administrative appeal as moot through the simplified procedure.
Although not explicitly cited alone in the dispositive, the mention of 'Es werden keine Kosten erhoben' aligns with the rule concerning court fees, which falls under the general provisions for costs (Art. 66 LTF is the general provision for costs, which is implicitly the basis for not charging fees, although the explicit cite is Art. 32 Abs. 2 BGG combined with Art. 71/72 BZP for the cost decision on a moot appeal).
Used in conjunction with Art. 72 BZP to decide briefly on the cost consequences.
Used in conjunction with Art. 71 BGG to decide briefly on the cost consequences.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
1B_609/2021
Verfügung vom 5. Januar 2022
I. öffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichterin Jametti, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Pfäffli.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
gegen
Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn, Franziskanerhof, Barfüssergasse 28, 4500 Solothurn,
Obergericht des Kantons Solothurn, Strafkammer,
Postfach 157, 4502 Solothurn.
Gegenstand
Strafverfahren; Rechtsverzögerung.
Erwägungen:
1. Die Strafkammer des Obergerichts des Kantons Solothurn verurteilte A.________ mit Urteil vom 7. September 2021 u.a. zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 37 Monaten. Mit Eingabe vom 9. November 2021 erhob A.________ Beschwerde in Strafsachen wegen Rechtsverzögerung, da ihm die Strafkammer des Obergerichts das schriftlich begründete Urteil entgegen der Bestimmung von Art. 84 Abs. 4 StPO noch nicht zugestellt habe. Er beantragt, das Obergericht sei anzuweisen, die schriftliche Urteilsbegründung unverzüglich auszufertigen und ihm zuzustellen. Ausserdem ersucht er um Zusprechung einer Genugtuung von Fr. 500.--.
Die Strafkammer des Obergerichts stellte den Antrag, soweit ein aktuelles Rechtsschutzinteresse aufgrund der zwischenzeitlich zugestellten Urteilsbegründung überhaupt noch vorliege, sei die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. A.________ liess sich dazu mit Eingabe vom 6. Dezember 2021 vernehmen.
2. Muss das Gericht das Urteil begründen, so stellte es gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO innert 60 Tagen, ausnahmsweise 90 Tagen, der beschuldigten Person und der Staatsanwaltschaft das vollständige begründete Urteil zu. Nach der Rechtsprechung handelt es sich dabei um eine Ordnungsvorschrift. Vorliegend ist das motivierte Urteil dem Beschwerdeführer am 22. November 2021, und damit rund zwei Wochen über der Frist von 60 Tagen, aber noch innert der Frist von 90 Tagen, zugestellt worden. Mit der Urteilszustellung ist das aktuelle Rechtsschutzinteresse an der Rechtsverzögerungsbeschwerde dahingefallen (vgl. BGE 125 V 373 E. 1; Urteil 1B_264/2021 vom 19. August 2021 E. 1.2), zumal der Beschwerdeführer die behauptete Rechtsverzögerung nun direkt mit Beschwerde in Strafsachen gegen das Urteil der Strafkammer des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 7. September 2021 geltend machen kann. Die Rechtsverzögerungsbeschwerde ist mit der Zustellung des obergerichtlichen Urteils gegenstandslos geworden. Die Voraussetzungen, unter welchen das Bundesgericht auf eine Beschwerde ausnahmsweise trotz weggefallenem aktuellem Rechtsschutzinteresse eintreten könnte, sind vorliegend nicht erfüllt.
3. Die gegenstandslos gewordene Rechtsverzögerungsbeschwerde vom 9. November 2021 ist im Verfahren nach Art. 32 Abs. 2 BGG abzuschreiben. Dabei ist gemäss Art. 71 BGG in Verbindung mit Art. 72 BZP mit summarischer Begründung über die Kostenfolgen zu entscheiden. Danach sind die Kosten im Regelfall derjenigen Partei aufzuerlegen, die sich bei der Beurteilung des Rechtsstreites materiell im Unrecht befunden hätte. Indessen erübrigt es sich vorliegend, den mutmasslichen Prozessausgang im Hinblick auf den hier zu treffenden Kostenentscheid zu bestimmen, da für das vorliegende Verfahren keine Gerichtsgebühr zu erheben und dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer praxisgemäss keine Parteientschädigung zuzusprechen ist.
Demnach verfügt das präsidierende Mitglied:
1. Die Beschwerde im Verfahren 1B_609/2021 wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Diese Verfügung wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn und dem Obergericht des Kantons Solothurn, Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 5. Januar 2022
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Jametti
Der Gerichtsschreiber: Pfäffli