Federal Supreme Court Dismissal for Untimely Appeal Regarding Counsel Change in Criminal Proceedings
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case involves an individual, referred to as A.________, who is undergoing a criminal proceeding conducted by the State Prosecutor's Office of the Canton of Zug for charges including defamation and forgery. A.________ requested a change of official defense counsel, which was denied by the prosecutor's office on July 12, 2022. After filing an "objection" via email on July 19, 2022, the matter was forwarded to the Zug Cantonal Court, which, on July 29, 2022, decided not to entertain the case. Dissatisfied, A.________ filed a complaint against this decision on October 24, 2022, requesting the cancellation of the decision, financial compensation for costs to be borne by the cantonal court, and free legal aid. However, the submitted appeal was deemed untimely as it was filed well past the 30-day appeal period, leading to its dismissal without a cost imposition, making the request for free legal aid moot.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 42 Abs. 2 BGG, Art. 100 Abs. 1 BGG, Art. 44 Abs. 1 BGG, Art. 78 ff. BGG; Federal Supreme Court Dismissal for Untimely Appeal Regarding Counsel Change in Criminal Proceedings: A.________ requested a change of official defense counsel, which was denied by the prosecutor's office on July 12, 2022. After filing an "objection" via email on July 19, 2022, the matter was forwarded to the Zug Cantonal Court, which, on July 29, 2022, decided not to entertain the case. Dissatisfied, A.________ filed a complaint against this decision on October 24, 2022, requesting the cancellation of the decision, financial compensation for costs to be borne by the cantonal court, and free legal aid. However, the submitted appeal was deemed untimely as it was filed well past the 30-day appeal period, leading to its dismissal without a cost imposition, making the request for free legal aid moot.
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KI-generiertCited in the reasoning to establish the 30-day appeal deadline, which was missed, leading to the non-admission of the appeal.
Cited in the reasoning regarding the requirement for the appellant to demonstrate the fulfillment of admissibility requirements.
Cited in the reasoning to determine the start date of the appeal deadline.
Cited in the reasoning as the basis for the admissibility of the appeal in criminal matters.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
1B_548/2022
Urteil vom 23. November 2022
I. öffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichterin Jametti, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Störi.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
gegen
B.________
Beschwerdegegner,
Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, II. Abteilung, An der Aa 4, 6300 Zug.
Gegenstand
Strafverfahren; Wechsel der amtlichen Verteidigung,
Beschwerde gegen die Präsidialverfügung des Obergerichts des Kantons Zug, I. Beschwerdeabteilung, vom 29. Juli 2022 (BS 2022 58).
Erwägungen:
1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug führt ein Strafverfahren gegen A.________ wegen Ehrverletzung, Urkundenfälschung etc. Am 12. Juli 2022 wies sie sein Gesuch um Wechsel des amtlichen Verteidigers ab.
Am 19. Juli 2022 erhob A.________ bei der Staatsanwaltschaft per E-Mail "Einsprache" gegen die Verfügung vom 12. Juli 2022.
Die Staatsanwaltschaft übermittelte die Beschwerde zuständigkeitshalber dem Obergericht des Kantons Zug, welches mit Präsidialverfügung vom 29. Juli 2022 darauf nicht eintrat.
Mit Eingabe vom 24. Oktober 2022 erhebt A.________ Beschwerde gegen diese Präsidialverfügung mit dem Antrag, sie aufzuheben, sämtliche Kosten dem Obergericht zu überbinden und ihm eine angemessene Entschädigung zu bezahlen. Ausserdem ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege.
Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.
2. Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid in einer strafrechtlichen Angelegenheit. Dagegen steht die Beschwerde nach Art. 78 ff. BGG offen. Es ist allerdings Sache des Beschwerdeführers, sowohl darzulegen, dass die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, soweit das nicht offensichtlich ist ( Art. 42 Abs. 2 BGG ; BGE 133 II 249 E. 1.1; 353 E. 1), als auch, dass der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt ( BGE 135 III 127 E. 1.6; 134 II 244 E. 2.1 und 2.2; je mit Hinweisen).
Wie der Beschwerdeführer selber festhält, wurde der angefochtene Entscheid seinem Verteidiger anfangs August 2022 zugestellt. Nach der Zustellbestätigung des Obergerichts hat es seine Verfügung am 10. August 2022 rechtsgültig zugestellt. Damit begann die 30-tägige Beschwerdefrist ( Art. 100 Abs. 1 BGG ) am 11. August 2022 ( Art. 44 Abs. 1 BGG ) zu laufen und endete am 9. September 2022. Auf die am 24. Oktober 2022 eingereichte Beschwerde ist damit wegen Verspätung nicht einzutreten. Auf die Erhebung von Kosten kann ausnahmsweise verzichtet werden, womit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hinfällig wird.
Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, II. Abteilung, und dem Obergericht des Kantons Zug, I. Beschwerdeabteilung, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 23. November 2022
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Jametti
Der Gerichtsschreiber: Störi