Applicant Fails to Substantiate Financial Deterioration for Legal Aid Denial Appeal
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertIn this case presented before the Swiss Federal Tribunal, an individual appealed against a decision by the Vice President of the Cantonal Court of Thurgau regarding their application for legal aid in a criminal matter. The court had previously allowed the individual to pay a security deposit for legal proceedings in installments, but the request for free legal aid was denied on the grounds that the individual did not adequately demonstrate and prove a significant deterioration in their financial situation. The appellant argued they could not afford the legal costs due to expenses related to moving into an accessible living arrangement and contended that their supplementary benefits were meant for living expenses, not legal fees. The Federal Tribunal noted that the appellant failed to properly address the basis of the court's decision or demonstrate a violation of federal law, and as a result, the appeal was dismissed without the imposition of court costs.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 42 Abs. 2 BGG, Art. 66 al. 1 LTF, Art. 93 BGG; Applicant Fails to Substantiate Financial Deterioration for Legal Aid Denial Appeal: The court had previously allowed the individual to pay a security deposit for legal proceedings in installments, but the request for free legal aid was denied on the grounds that the individual did not adequately demonstrate and prove a significant deterioration in their financial situation. The appellant argued they could not afford the legal costs due to expenses related to moving into an accessible living arrangement and contended that their supplementary benefits were meant for living expenses, not legal fees. The Federal Tribunal noted that the appellant failed to properly address the basis of the court's decision or demonstrate a violation of federal law, and as a result, the appeal was dismissed without the imposition of court costs.
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KI-generiertThe court explicitly states that no costs will be levied (Art. 66 al. 1 LTF governs court fees).
The court uses the simplified procedure (which implies the exclusion of a detailed analysis) to decide not to enter into the merits of the appeal due to insufficient substantiation.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
1B_522/2021
Urteil vom 22. Oktober 2021
I. öffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Chaix, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiber Störi.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
gegen
Obergericht des Kantons Thurgau, Vizepräsident,
Promenadenstrasse 12A, 8500 Frauenfeld.
Gegenstand
Strafverfahren; Sicherheitsleistung,
Beschwerde gegen die Verfügung des Obergerichts
des Kantons Thurgau, Vizepräsident,
vom 13. September 2021 (SW.2021.74).
Erwägungen:
1. Mit Verfügung vom 8. September 2021 (zur Vorgeschichte: Urteil 1B_408/2021 vom 19. August 2021) bewilligte der Vizepräsident des Obergerichts des Kantons Thurgau A.________ antragsgemäss die Bezahlung der Prozesskostensicherheit von Fr. 1'500.- in 12 monatlichen Raten von Fr. 125.-.
Mit Eingabe vom 9. September 2021 stellte A.________ ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Dieses wurde vom Vizepräsidenten des Obergerichts am 13. September 2021 abgewiesen mit der Begründung, A.________ habe seine finanziellen Verhältnisse bzw. deren akute Verschlechterung nicht ausreichend dargetan und belegt.
Mit Eingabe vom 15. September 2021 erhebt A.________ Beschwerde gegen diese Verfügung des Obergerichtsvizepräsidenten mit dem sinngemässen Antrag, sie aufzuheben und das Obergericht anzuweisen, ihm unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.
Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.
2. Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid in einer strafrechtlichen Angelegenheit. Dagegen steht die Beschwerde nach Art. 78 ff. BGG offen. Es ist allerdings Sache des Beschwerdeführers, sowohl darzulegen, dass die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, soweit das nicht offensichtlich ist ( Art. 42 Abs. 2 BGG ; BGE 133 II 249 E. 1.1; 353 E. 1), als auch, dass der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt ( BGE 135 III 127 E. 1.6 S. 130; 134 II 244 E. 2.1 und 2.2 S. 245 f.; je mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer setzt sich mit dem angefochtenen Entscheid nicht sachgerecht auseinander. Er bringt im Wesentlichen bloss vor, es stehe ihm der Umzug in eine rollstuhltaugliche Wohnung bevor, dessen Kosten er nicht beziffern könne, und die Ergänzungsleistung sei nach seiner Auffassung für seinen Lebensunterhalt bestimmt, nicht für die Finanzierung von Prozessen. Aus diesen Vorbringen ergibt sich nicht, inwiefern der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt, und das ist auch nicht ersichtlich. Wie ihm der Obergerichtsvizepräsident zu Recht dargelegt hat, ist es an ihm, seine finanziellen Verhältnisse detailliert offenzulegen und zu belegen, dass er nicht in der Lage ist, die monatlichen Raten für die Prozesskostensicherheit zu leisten. Er kann dazu, was ihm auch der Obergerichtsvizepräsident bereits dargelegt hat, ein neues, besser begründetes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege bei ihm einreichen.
Auf die Beschwerde ist wegen Verletzung der gesetzlichen Begründungspflicht im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten, wobei auf die Erhebung von Gerichtskosten ausnahmsweise verzichtet werden kann.
Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer und dem Obergericht des Kantons Thurgau, Vizepräsident, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 22. Oktober 2021
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Chaix
Der Gerichtsschreiber: Störi