Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1B_482/2020 KI-generiert

Public Prosecutor v. Accused Regarding Denial of Official Defense Counsel in Property Damage Case

Geschäftsnummer 1B_482/2020
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves a criminal proceeding against an individual accused of property damage, among other charges, in the canton of Graubünden, Switzerland. The individual applied for legal aid and official defense, which was denied by the public prosecutor's office. They then appealed this decision to the Graubünden Cantonal Court, also requesting free legal assistance, but both appeals were rejected with the court finding the case to be a minor offense not warranting official defense under normal circumstances. The court believed the individual capable of representing themselves adequately based on past conduct in legal proceedings. The appeal claimed the individual's psychological state hindered self-representation, but this was unsupported by the provided 2016 medical report. Consequently, the Swiss Federal Tribunal was presented with a complaint to overturn the canton court's decisions regarding the denial of legal aid and official defense.

Legislator-Regeste

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Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 132 Abs. 2 StPO, Art. 64 BGG, Art. 66 al. 1 BGG; Public Prosecutor v. Accused Regarding Denial of Official Defense Counsel in Property Damage Case: The individual applied for legal aid and official defense, which was denied by the public prosecutor's office. They then appealed this decision to the Graubünden Cantonal Court, also requesting free legal assistance, but both appeals were rejected with the court finding the case to be a minor offense not warranting official defense under normal circumstances. The court believed the individual capable of representing themselves adequately based on past conduct in legal proceedings. The appeal claimed the individual's psychological state hindered self-representation, but this was unsupported by the provided 2016 medical report. Consequently, the Swiss Federal Tribunal was presented with a complaint to overturn the canton court's decisions regarding the denial of legal aid and official defense.

Schlagwörter

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Strafverfahren unentgeltliche Rechtspflege amtliche Verteidigung Sachbeschädigung Säumnis der Staatsanwaltschaft Urkundsbeamter geringfügige Übertretung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 64 BGG

The provision regarding the application for legal aid becomes moot in view of the decision not to enter the appeal, but it is not explicitly cited in the dispositive.

Art. 66 al. 1 BGG

Exemption from court costs is ordered by citing this provision implicitly through the statement 'Es werden keine Kosten erhoben', which is a standard consequence covered by cost provisions, but the specific provision is not enumerated in the dispositive orders 1-3.

Art. 132 Abs. 2 StPO

Although this article was cited by the lower court and discussed in the reasoning regarding the merits of granting legal aid, it was not cited in the final dispositive orders.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

1B_482/2020

Urteil vom 27. Oktober 2020

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Chaix, Präsident,

Gerichtsschreiber Störi.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

vertreten durch B.________,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden,

Sennhofstrasse 17, 7000 Chur.

Gegenstand

Strafverfahren; unentgeltliche Rechtspflege,

Beschwerde gegen den Beschluss des Kantonsgerichts

Graubünden, II. Strafkammer, vom 13. Juli 2020

(SK2 19 81) und die Verfügung (SK2 19 82).

Erwägungen:

1. Im Strafverfahren gegen A.________ wegen Sachbeschädigung etc. wies die Staatsanwaltschaft Graubünden am 9. Dezember 2019 dessen Gesuch um amtliche Verteidigung ab.

A.________ erhob gegen diese Verfügung Beschwerde ans Kantonsgericht Graubünden und ersuchte um unentgeltliche Rechtspflege.

Das Kantonsgericht wies mit Beschluss vom 13. Juli 2020 die Beschwerde und mit Verfügung vom gleichen Tag das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab.

Mit Beschwerde vom 14. September 2020 beantragt A.________ sinngemäss, den Beschluss und die Verfügung des Kantonsgerichts aufzuheben.

Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.

2. Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid in einer strafrechtlichen Angelegenheit. Dagegen steht die Beschwerde nach Art. 78 ff. BGG offen. Es ist allerdings Sache des Beschwerdeführers, sowohl darzulegen, dass die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, soweit das nicht offensichtlich ist ( Art. 42 Abs. 2 BGG ; BGE 133 II 249 E. 1.1; 353 E. 1), als auch, dass der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt ( BGE 135 III 127 E. 1.6 S. 130; 134 II 244 E. 2.1 und 2.2 S. 245 f.; je mit Hinweisen).

Das Kantonsgericht hat die Beschwerde gegen die Ablehnung des Gesuchs um amtliche Verteidigung abgelehnt mit der Begründung, das Strafverfahren stelle einen Bagatellfall dar, in welchem nach Art. 132 Abs. 2 StPO grundsätzlich kein Anspruch auf Beigabe eines amtlichen Verteidigers bestehe. Der Beschwerdeführer habe am Kantonsgericht schon verschiedene andere Verfahren geführt und bei Einvernahmen als Zeuge oder Beschuldigter seine Interessen in vernünftiger und konstruktiver Weise wahrgenommen. Dem hält der Beschwerdeführer in pauschaler Weise entgegen, wegen seiner schwierigen Kindheit und seiner instabilen psychischen Verfassung sei er nicht in der Lage, seine Interessen selber wahrzunehmen und belegt dies mit einem Arztbericht aus dem Jahr 2016. Dieser enthält jedoch nach der unbestrittenen Darstellung des Kantonsgerichts keine Hinweise darauf, dass seine Verhandlungsfähigkeit beeinträchtigt sein könnte. Diese Ausführungen genügen daher nicht, um die nachvollziehbare Einschätzung des Kantonsgerichts in Frage zu stellen bzw. bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen.

Die ebenfalls plausible Beurteilung des Kantonsgerichts, die Beschwerde sei aussichtslos gewesen, widerlegt der Beschwerdeführer nicht substantiiert und damit nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen genügenden Weise; es ist nicht dargetan, dass die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege und - dem entsprechend - die Auferlegung der Verfahrenskosten von Fr. 1'500.-- Bundesrecht verletzt. Auf die Beschwerde gegen den angefochtenen Beschluss und die Verfügung ist damit wegen Verletzung der gesetzlichen Begründungspflicht nicht einzutreten. Auf die Erhebung von Gerichtskosten kann ausnahmsweise verzichtet werden, womit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege insoweit gegenstandslos wird.

Demnach erkennt der Präsident:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden und dem Kantonsgericht Graubünden, II. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 27. Oktober 2020

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Chaix

Der Gerichtsschreiber: Störi