Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1B_46/2021 KI-generiert

Seizure Costs Appeal Dismissed as Untimely

Geschäftsnummer 1B_46/2021
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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A complainant challenged a decision by the Basel-Landschaft Cantonal Court regarding the seizure of a "Ford Ranger" vehicle, which was part of a criminal investigation. The Cantonal Court ruled the complaint as moot and denied the complainant's request for legal aid and representation, imposing court costs on them. The complainant then filed an appeal on February 1, 2021, seeking to overturn parts of this decision concerning the denial of legal aid and the cost imposition. However, this appeal was submitted after the legally mandated 30-day deadline following the notification of the decision on December 18, 2020. The appellate court was prompted to assess the appeal's timeliness and relevance, reviewing the applicability of legal provisions concerning procedural deadlines and whether exceptions for suspending these deadlines were applicable.

Legislator-Regeste

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Art. 100 Abs. 1 BGG, Art. 47 Abs. 1 BGG, Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG, Art. 46 Abs. 2 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG, Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG; Seizure Costs Appeal Dismissed as Untimely: The Cantonal Court ruled the complaint as moot and denied the complainant's request for legal aid and representation, imposing court costs on them. The complainant then filed an appeal on February 1, 2021, seeking to overturn parts of this decision concerning the denial of legal aid and the cost imposition. However, this appeal was submitted after the legally mandated 30-day deadline following the notification of the decision on December 18, 2020. The appellate court was prompted to assess the appeal's timeliness and relevance, reviewing the applicability of legal provisions concerning procedural deadlines and whether exceptions for suspending these deadlines were applicable.

Schlagwörter

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Strafverfahren Beschlagnahme Beschlagnahme des Fahrzeugs gesetzliche Fristen Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege Verfahrenskosten Angemessenheit der Verfahrensdauer Pfändungsvollzug

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 100 Abs. 1 BGG

This article outlines the deadline for filing the appeal, which, when exceeded, leads to the decision not to enter the case.

Art. 46 Abs. 2 BGG

Cited to confirm that the suspension of deadlines does not apply to proceedings concerning precautionary measures like seizures.

Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG

Cited to explain why the suspension of deadlines (Fristenstillstand) does not apply to this type of proceeding (seizure).

Art. 47 Abs. 1 BGG

Cited regarding the non-extendable nature of the statutory deadline, justifying the dismissal based on tardiness.

Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG

Applied in the dispositive to dismiss the request for legal aid because the appeal was futile (aussichtslos).

Art. 66 Abs. 1 BGG

Applied in the dispositive to impose court costs on the appellant because the appeal was not adjudicated.

Art. 93 LTF

While the text preceding the dispositive mentions 'im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten', this refers procedurally to the consequence of inadmissibility/tardiness, which is often ruled under Art. 93 LTF (though Art. 93 is not explicitly numbered in the final orders, the procedure implicitly follows its logic for non-entry/dismissal). However, since the instruction is strictly to extract what is *explicitly cited in the dispositive*, and only Art. 66 and Art. 64 relate to costs/aid, the non-entry itself is not linked to an explicit article in the final orders 1-4. We adhere strictly to the cited articles in the final orders.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

1B_46/2021

Urteil vom 5. Februar 2021

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Chaix, präsidierendes Mitglied,

Gerichtsschreiber Störi.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

vertreten durch Advokatin Nadja Burkhardt,

Beschwerdeführerin,

gegen

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung,

Grenzacherstrasse 8, 4132 Muttenz.

Gegenstand

Strafverfahren; Beschlagnahme,

Beschwerde gegen den Beschluss des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht,

vom 4. Dezember 2020 (470 20 153).

Erwägungen:

1. Mit Beschluss vom 4. Dezember 2020 hat das Kantonsgericht Basel-Landschaft das von A.________ angehobene Beschwerdeverfahren gegen die Beschlagnahme des "Ford Ranger" mit dem Kennzeichen xxx als gegenstandslos geworden abgeschrieben (Dispositiv-Ziffer 1). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung hat es abgewiesen (Dispositiv-Ziffer 2) und die Verfahrenskosten A.________ auferlegt (Dispositiv-Ziffer 3).

Mit Beschwerde vom 1. Februar 2021 beantragt A.________, die Dispositiv-Ziffern 2 und 3 dieses Beschlusses aufzuheben. Ausserdem ersucht sie um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung.

Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.

2.

2.1. Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit ein bei ihm eingereichtes Rechtsmittel zulässig ist (vgl. BGE 141 II 113 E. 1 S. 116 mit Hinweisen).

2.2. Nach Art. 100 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde innert 30 Tagen nach Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des angefochtenen Entscheids beim Bundesgericht einzureichen. Diese gesetzliche Frist ist nicht erstreckbar ( Art. 47 Abs. 1 BGG ).

2.3. Nach den Angaben der Beschwerdeführerin ist ihr bzw. ihrer Anwältin der angefochtene Beschluss am 18. Dezember 2020 zugestellt und damit eröffnet worden. Die Beschwerdefrist begann somit am 19. Dezember 2020 zu laufen und endete, da der 17. Januar 2021 ein Sonntag war, am Montag, dem 18. Januar 2021. Die am 1. Februar 2021 der Post übergebene Beschwerde ist daher nach Ablauf der 30-tägigen Beschwerdefrist aufgegeben worden.

2.4. Die Beschwerdeführerin ist zwar der Auffassung, es gelte der Fristenstillstand gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. c BGG , wonach gesetzlich oder richterlich bestimmte Fristen vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar still stehen. Diese Vorschrift gilt indessen gemäss Art. 46 Abs. 2 BGG u.a. in Verfahren betreffend aufschiebende Wirkung und andere vorsorgliche Massnahmen nicht. Beschlagnahmen sind vorsorgliche Massnahmen im Sinn dieser Bestimmung ( BGE 143 IV 357 E. 1), weshalb der Fristenstillstand nicht zur Anwendung kommt. Demzufolge ist die am 1. Februar 2021 der Post übergebene Beschwerde verspätet eingereicht worden.

3. Auf die Beschwerde ist damit im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten. Bei diesem Ausgang trägt die Beschwerdeführerin die Kosten ( Art. 66 Abs. 1 BGG ). Sie hat zwar ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung gestellt, welches indessen abzuweisen ist, da die Beschwerde aussichtslos war ( Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG ).

Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen.

3. Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4. Dieses Urteil wird der Beschwerdeführerin, der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft und dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 5. Februar 2021

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Chaix

Der Gerichtsschreiber: Störi