Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1B_392/2022 KI-generiert

Defendant's Challenge to Refusal of Appointed Counsel Change Denied Standing

Geschäftsnummer 1B_392/2022
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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In a criminal case, an individual who was convicted of robbery and had received a measure under Article 59 of the Swiss Criminal Code appealed for a change of his court-appointed lawyer. The Zurich District Court had previously given the lawyer a deadline to comment on the request. The appellant argued that he was not mentally ill, asserting that his behavior was advised by his lawyer and led to the imposition of a station-assisted measure. Additionally, he claimed to have been under pressure during nicotine withdrawal, which led him to agree with the conviction decision initially. No responses from other parties were collected, and the appeal to the Swiss Federal Tribunal was deemed inadmissible because the appellant was not authorized to challenge the interim order directed at his legal representative, and it was not the final cantonal decision.

Legislator-Regeste

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Art. 59 StGB, Art. 93 BGG, Art. 108 al. 1 let. a LTF, Art. 66 al. 1 LTF; Defendant's Challenge to Refusal of Appointed Counsel Change Denied Standing: The Zurich District Court had previously given the lawyer a deadline to comment on the request. The appellant argued that he was not mentally ill, asserting that his behavior was advised by his lawyer and led to the imposition of a station-assisted measure. Additionally, he claimed to have been under pressure during nicotine withdrawal, which led him to agree with the conviction decision initially. No responses from other parties were collected, and the appeal to the Swiss Federal Tribunal was deemed inadmissible because the appellant was not authorized to challenge the interim order directed at his legal representative, and it was not the final cantonal decision.

Schlagwörter

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Strafverfahren amtliche Verteidigung Beschwerdelegitimation Zwischenentscheid vorsorgliche Massnahme Gegenanwalt verspätete Einwendungen Zeugnisverweigerungsrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 al. 1 let. a LTF

The appeal was declared inadmissible and not entered upon using the simplified procedure.

Art. 66 al. 1 LTF

The decision explicitly states that no costs shall be levied.

Art. 93 BGG

The appeal was declared inadmissible because the contested decision did not constitute a final decision appealable to the Federal Tribunal under this article.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

1B_392/2022

Urteil vom 3. August 2022

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Chaix, präsidierendes Mitglied,

Gerichtsschreiber Störi.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, Abteilung B, Büro B-2, Stauffacherstrasse 55, Postfach, 8036 Zürich.

Gegenstand

Strafverfahren; amtliche Verteidigung,

Beschwerde gegen die Verfügung des

Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 7. Juni 2022 (DG220042-L/Z05).

Erwägungen:

1. Im Strafverfahren gegen den von Rechtsanwalt B.________ amtlich verteidigten A.________ hat das Bezirksgericht Zürich mit Verfügung vom 7. Juni 2022 Rechtsanwalt B.________ eine Frist von 10 Tagen angesetzt, um sich zum Gesuch von A.________ um Wechsel des amtlichen Verteidigers zu äussern.

Mit Eingabe vom 26. Juli 2022 reicht A.________ die Verfügung vom 7. Juni 2022 ein. Er macht, soweit verständlich, geltend, dass er im Berufungsverfahren gegen seine Verurteilung wegen Raubes vom 30. Mai 2022 Berufung erhoben und dabei ein Gesuch um Wechsel des amtlichen Anwaltes gestellt habe. Er sei keineswegs psychisch krank, er habe das nur auf Anraten seines Anwaltes gespielt mit dem Resultat, dass eine stationäre Massnahme nach Art. 59 StGB gegen ihn ausgesprochen worden sei. Er sei als starker Raucher auf Nikotinentzug gesetzt worden; unter diesem Druck habe er erklärt, dass er mit dem Urteil vom 30. Mai 2022 einverstanden sei.

Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.

2. Die vom Beschwerdeführer eingereichte Zwischenverfügung richtet sich nicht an ihn, sondern an seinen amtlichen Verteidiger. Er ist daher nicht befugt, sie anzufechten. Sie ist zudem nicht kantonal letztinstanzlich und stellt auch unter dem Gesichtspunkt von Art. 93 BGG kein taugliches Anfechtungsobjekt dar. Das erstinstanzliche Urteil vom 30. Mai 2022, auf das sich der Beschwerdeführer auch noch bezieht, ist nicht kantonal letztinstanzlich und damit beim Bundesgericht nicht anfechtbar.

Die Beschwerde ist offensichtlich unzulässig, womit darauf im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten ist. Auf die Erhebung von Kosten kann ausnahmsweise verzichtet werden.

Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat, dem Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, und B.________ schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. August 2022

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Chaix

Der Gerichtsschreiber: Störi