Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1B_373/2011 KI-generiert

Defamation acquittal on grounds of criminal insanity; admissible appeal limited to cost and compensation award fails pleading requirements for constitutional review.

Geschäftsnummer 1B_373/2011
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Swiss Federal Supreme Court declined to enter the merits of the appellant's criminal-law appeal and dismissed it, leaving the cantonal appellate court's decision in force. The appellant had challenged a lower court order that admitted her appeal against a criminal judgment concerning defamation charges, from which she had been acquitted due to lack of criminal responsibility, but which nevertheless imposed court costs and a compensation payment to the private claimant. The Supreme Court held that the appellant's submission failed to meet statutory pleading requirements, as it did not engage with the reasoning of the challenged decision or demonstrate in what specific way it violated the law, thereby lacking the necessary substantiation under Article 42(2) and Article 106(2) of the Federal Supreme Court Act. No court costs were imposed.

Legislator-Regeste

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Art. 19 Abs. 1 StGB, Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG, Art. 93 Abs. 1 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Defamation acquittal on grounds of criminal insanity; admissible appeal limited to cost and compensation award fails pleading requirements for constitutional review: The appellant had challenged a lower court order that admitted her appeal against a criminal judgment concerning defamation charges, from which she had been acquitted due to lack of criminal responsibility, but which nevertheless imposed court costs and a compensation payment to the private claimant. The Supreme Court held that the appellant's submission failed to meet statutory pleading requirements, as it did not engage with the reasoning of the challenged decision or demonstrate in what specific way it violated the law, thereby lacking the necessary substantiation under Article 42(2) and Article 106(2) of the Federal Supreme Court Act. No court costs were imposed.

Schlagwörter

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Strafverfahren üble Nachrede Strafanzeige verfassungsrechtliche Rüge Auferlegung der Verfahrenskosten Beweislosigkeit Verletzung von Verfahrensrechten

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 42 Abs. 2 BGG

Basis for dismissing the appeal due to insufficient pleading, as the appellant failed to engage with the reasoning of the challenged decision and did not demonstrate in what way the law was violated.

Art. 106 Abs. 2 BGG

Basis for the requirement that the appellant must clearly demonstrate constitutional violations, which was not met.

Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG

Procedural basis for deciding the appeal in the simplified procedure due to the obvious lack of substantiation.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Basis for ordering that no court costs be imposed in this case.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

1B_373/2011

Urteil vom 20. Juli 2011

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Aemisegger, präsidierendes Mitglied,

Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte

X.________,

Beschwerdeführerin,

gegen

Y.________,

vertreten durch Herrn Jürg Koller,

Beschwerdegegner,

Staatsanwaltschaft See/Oberland, Postfach, 8610 Uster.

Gegenstand

Strafverfahren,

Beschwerde gegen den Beschluss vom 17. Juni 2011 des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Strafkammer.

Erwägungen:

1. Y.________ reichte am 23. November 2007 eine Ehrverletzungsklage gegen X.________ ein. Die Einzelrichterin in Strafsachen des Bezirksgerichts Meilen sprach mit Urteil vom 4. März 2011 die Beschuldigte von den geltend gemachten Ehrverletzungsvorwürfen frei, da sie im Zeitpunkt der Taten gänzlich schuldunfähig im Sinne von Art. 19 Abs. 1 StGB gewesen sei. Die Kosten wurden der Beschuldigten auferlegt. Zudem wurde sie verpflichtet, dem Privatkläger eine Prozessentschädigung zu bezahlen.

Dagegen meldete X.________ mit Eingabe vom 16. März 2011 Berufung an und reichte am 28. März 2011 innert Frist ihre Berufungserklärung ein. Dabei gab sie bekannt, dass sich ihre Berufung gegen die Kosten- und Entschädigungsfolgen richte. Die I. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich trat mit Beschluss vom 17. Juni 2011 auf die Berufung der Beschuldigten ein und setzte ihr eine Frist von 20 Tagen, um die Berufungsanträge zu stellen und zu begründen.

2. X.________ führt gegen den Beschluss der I. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich mit Eingabe vom 17. Juli 2011 (Postaufgabe 18. Juli 2011) Beschwerde in Strafsachen. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3. Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe.

Die Beschwerdeführerin setzt sich mit der Begründung des angefochtenen Beschlusses nicht auseinander und legt nicht im Einzelnen dar, inwiefern die Begründung des Beschlusses bzw. der Beschluss selber im Ergebnis rechts- bzw. verfassungswidrig sein soll. Die Beschwerde genügt daher den gesetzlichen Formerfordernissen (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. in diesem Zusammenhang BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53, 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen) nicht, weshalb auf sie nicht einzutreten ist. Der Begründungsmangel ist offensichtlich, weshalb über die Beschwerde im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG entschieden werden kann.

Bei diesem Verfahrensausgang kann offen bleiben, ob es sich beim angefochtenen Beschluss überhaupt um einen anfechtbaren Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG handelt.

4. Auf eine Kostenauflage kann verzichtet werden (Art. 66 Abs. 1 BGG).

Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft See/Oberland und dem Obergericht des Kantons Zürich, I. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 20. Juli 2011

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Der Gerichtsschreiber:

Aemisegger Pfäffli