Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1B_342/2022 KI-generiert

Federal Supreme Court Refuses Appeal on Temporary Medical Transfer of Convicted Sex Offender

Geschäftsnummer 1B_342/2022
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves an individual who was sentenced by the District Court of Winterthur on November 4, 2021, to ten years in prison, a fine, and a monetary penalty due to multiple rape charges, multiple cases of sexual coercion, incest, among other offenses. The Zurich Cantonal Court's president extended the individual's pre-trial detention pending appeal, which the Swiss Federal Tribunal declined to review. Subsequently, on June 15, 2022, the Zurich Cantonal Court ordered the temporary transfer of the individual from security detention to the secured unit of Inselspital Bern for medical reasons. The individual appealed this decision, requesting release from detention and permission to communicate with family members. No submissions were sought from other parties regarding the complaint.

Legislator-Regeste

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Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG, Art. 64 BGG, Art. 66 al. 1 LTF, Art. 78 ff. BGG; Federal Supreme Court Refuses Appeal on Temporary Medical Transfer of Convicted Sex Offender: The Zurich Cantonal Court's president extended the individual's pre-trial detention pending appeal, which the Swiss Federal Tribunal declined to review. Subsequently, on June 15, 2022, the Zurich Cantonal Court ordered the temporary transfer of the individual from security detention to the secured unit of Inselspital Bern for medical reasons. The individual appealed this decision, requesting release from detention and permission to communicate with family members. No submissions were sought from other parties regarding the complaint.

Schlagwörter

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Strafverfahren Sicherheitshaft Überstellungshaft Sexualdelikten Entscheidungen auf medizinischem Gebiet Rechtsstellung Anfechtbarkeit des Rückweisungsentscheids Einrede der Verfassungswidrigkeit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 42 Abs. 2 BGG

Cited as a general requirement for stating the appeal when parties must demonstrate that the challenged decision violates federal law.

Art. 64 BGG

Mentioned in the reasoning, but not explicitly cited in the dispositive orders, so it must be excluded based on the rules. (Note: Since no specific costs/legal aid article is in the dispositive, Art. 64/66 are not included unless explicitly in orders 1-3).

Art. 66 al. 1 LTF

This provision regarding costs is excluded because the dispositive explicitly orders that no costs are levied (Order 2: 'Es werden keine Kosten erhoben'), replacing the normal application of cost rules.

Art. 78 ff. BGG

Cited as the basis for the admissibility of the appeal against the final decision of the cantonal court in a criminal matter.

Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG

This article was mentioned as relevant to the question of whether the challenged interlocutory decision could cause irreparable harm, although the court ultimately did not rule on it due to inadmissibility on other grounds.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

1B_342/2022

Urteil vom 29. Juni 2022

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Haag, präsidierendes Mitglied,

Gerichtsschreiber Störi.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, Schwere Gewaltkriminalität, Güterstrasse 33,

Postfach, 8010 Zürich.

Gegenstand

Strafverfahren; Sicherheitshaft,

Beschwerde gegen die Präsidialverfügung des Obergerichts des Kantons Zürich, Präsident der I. Strafkammer, vom 15. Juni 2022 (SB220228-O/Z4/js).

Erwägungen:

1.

1.1. A.________ wurde vom Bezirksgericht Winterthur am 4. November 2021 wegen mehrfacher Vergewaltigung, mehrfacher sexueller Nötigung, mehrfachen Inzests etc. zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren, einer Geldstrafe von 200 Tagessätzen und einer Busse von Fr. 600.-- verurteilt.

Im von A.________ gegen seine Verurteilung angestrengten Berufungsverfahren verlängerte das Obergericht des Kantons Zürich die Sicherheitshaft gegen ihn mit Präsidialverfügung vom 25. Mai 2022 bis zum Endentscheid der Berufungsinstanz. Auf die von A.________ dagegen erhobene Beschwerde ist das Bundesgericht mit Urteil 1B_288/2022 vom 20. Juni 2022 nicht eingetreten.

1.2. Mit Präsidialverfügung vom 15. Juni 2022 ordnete das Obergericht an, A.________ aus medizinischen Gründen aus der Sicherheitshaft im vorübergehend in die Bewachungsstation des Inselspitals Bern zu verlegen.

Mit Beschwerde vom 20. Juni 2022 beantragt A.________ sinngemäss, diese Verfügung aufzuheben, ihn aus der Haft zu entlassen und ihm den telefonischen Verkehr mit seiner Mutter und seiner Schwester zu bewilligen.

Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.

2. Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid in einer strafrechtlichen Angelegenheit. Dagegen steht die Beschwerde nach Art. 78 ff. BGG offen. Es ist allerdings Sache des Beschwerdeführers, sowohl darzulegen, dass die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, soweit das nicht offensichtlich ist ( Art. 42 Abs. 2 BGG ; BGE 133 II 249 E. 1.1; 353 E. 1), als auch, dass der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt ( BGE 135 III 127 E. 1.6; 134 II 244 E. 2.1 und 2.2; je mit Hinweisen).

Streitgegenstand der obergerichtlichen Verfügung war einzig die vorübergehende Verlegung des Beschwerdeführers aus dem Gefängnis in die Bewachungsstation des Inselspitals. Dementsprechend kann auch nur diese Frage Thema des bundesgerichtlichen Verfahrens sein. Soweit der Beschwerdeführer seine Haftentlassung verlangt und die Erlaubnis, mit seiner Mutter und seiner Schwester zu telefonieren, geht seine Beschwerde von vornherein an der Sache vorbei. Ob er - entgegen der Einschätzung der zuständigen Gefängnispsychiaterin - psychisch stabil ist und weder Betreuung noch Therapie benötigt, wie er selber meint, soll gerade durch die Verlegung geklärt werden. Diese Ausführungen sind damit nicht geeignet, den angefochtenen Entscheid bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen. Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten, weil sie an der Sache vorbeigeht und die Begründungspflicht verletzt. Damit kann offen bleiben, ob der angefochtene Zwischenentscheid überhaupt einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann und damit nach Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt. Auf die Erhebung von Kosten ist ausnahmsweise (noch einmal) zu verzichten.

Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich, dem Obergericht des Kantons Zürich, Präsident der I. Strafkammer, und B.________ schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 29. Juni 2022

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Haag

Der Gerichtsschreiber: Störi