Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1B_321/2014 KI-generiert

Appeal from recusal denial against Federal Criminal Court judges inadmissible under statutory limitation to coercive-measure decisions

Geschäftsnummer 1B_321/2014
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The Swiss Federal Supreme Court declined to hear the appeal and dismissed the case, ruling that the appellant did not prevail. The appellant, a former official who was the subject of a criminal investigation, had filed a recusal request against three judges of the Federal Criminal Court’s Appeals Chamber, which that court had rejected on August 21, 2014. The appellant then appealed this decision to the Supreme Court. The Supreme Court found the appeal inadmissible because, under Article 79 of the Federal Supreme Court Act, appeals against decisions of the Federal Criminal Court’s Appeals Chamber are only permissible for decisions involving coercive measures, and the challenged decision concerned a recusal request, not coercive measures. The court noted that an incorrect legal remedy notice in the lower court’s decision could not create a right of appeal that the law does not provide. No court costs were imposed, and the lower court’s decision stood.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 78 Abs. 1 BGG, Art. 79 BGG, Art. 108 Abs. 1 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Appeal from recusal denial against Federal Criminal Court judges inadmissible under statutory limitation to coercive-measure decisions: The appellant, a former official who was the subject of a criminal investigation, had filed a recusal request against three judges of the Federal Criminal Court’s Appeals Chamber, which that court had rejected on August 21, 2014. The appellant then appealed this decision to the Supreme Court. The Supreme Court found the appeal inadmissible because, under Article 79 of the Federal Supreme Court Act, appeals against decisions of the Federal Criminal Court’s Appeals Chamber are only permissible for decisions involving coercive measures, and the challenged decision concerned a recusal request, not coercive measures. The court noted that an incorrect legal remedy notice in the lower court’s decision could not create a right of appeal that the law does not provide. No court costs were imposed, and the lower court’s decision stood.

Schlagwörter

KI-generiert
Ausstand von Mitgliedern der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Fall des Ausschlusses Strafuntersuchung Anfechtbarkeit des Rückweisungsentscheids verspätetes Ausstandsbegehren Einrede der Verfassungswidrigkeit Verwirkung des Rückgriffsrechts

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 108 Abs. 1 BGG

Used to declare the appeal inadmissible in simplified proceedings.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Used to waive court costs.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (6)

1B_211/2019 (2019-05-10)
Inadmissibility of Appeal Against Recusal Rejection and Cost Imposition
«…ieurs reprises (arrêts 1B_452/2017 du 26 octobre 2017; 1B_376/2014 du 25 novembre 2014; 1B_348/2014 du 31 octobre 2014; 1B_321/2014 du 1er octobre 2014). La décision attaquée mentionne de surcroît qu'il n'existe pas de voie de recours ordinaire contre…»
ZK 2018 475 (2019-01-10) · be
Appeal Regarding Commercial Register Entry of Director Replacement Inadmissible
«…ng kann keine Rechtsmittelmöglichkeit geschaffen werden, die das Ge- setz nicht kennt (Urteil des Bundesgerichts 1B_321/2014 vom 1. Oktober 2014 E. 3). Dies muss ebenso für die Ausführungen im Entscheid des Obergerichts vom 8. Jun…»
1B_452/2017 (2017-10-26)
Case concerning the inadmissibility of an appeal against a procedural ruling and dismissed disqualification requests.
«…pelé à plusieurs reprises (arrêts 1B_376/2014 du 25 novembre 2014 consid. 3 et 1B_348/2014 31 octobre 2014 consid. 2 et 1B_321/2014 du 1 er octobre 2014 consid. 3). 3. Le recours doit par conséquent être déclaré irrecevable, selon la procédure simpli…»
BB.2014.84 (2015-02-02)
Complainant Granted Standing to Appeal Dismissal of Abuse of Office and Embezzlement Charges Against Financial Supervisory Officials
«…Bundesgericht trat auf die von C. dagegen erhobene Beschwerde nicht ein (siehe das Urteil des Bundesgerichts 1B_321/2014 vom 1. Oktober 2014). H. Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so- weit erforde…»
1B_376/2014 (2014-11-25)
Federal Court Declines Jurisdiction Over Prosecutor Recusal Appeal
«…e recourant considère comme prévenus à son égard ou en violation de son droit d'être entendu n'y change rien (cf. arrêt 1B_321/2014 du 1 er octobre 2014 consid. 3). Le Tribunal fédéral n'entre en matière sur de tels griefs que s'ils sont connexes à u…»
1B_355/2014 (2014-11-13)
Company in Liquidation v. Federal Criminal Court Judges (Recusal Appeal)
«…raxis des Bundesgerichts entspricht (Urteile 1B_176/2008 vom 4. Juli 2008 E. 3, 1B_692/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 2, 1B_321/2014 vom 1. Oktober 2014 E. 3 und 1B_348/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 2; vgl. auch Heinz Aemisegger / Marc Forster, BSK BGG,…»

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

1B_321/2014

Urteil vom 1. Oktober 2014

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Fonjallaz, Präsident,

Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Jürg Friedli,

gegen

1. B.________, Bundesstrafgericht,

2. C.________, Bundesstrafgericht,

3. D.________, Bundesstrafgericht,

Beschwerdegegner.

Gegenstand

Ausstand von Mitgliedern der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts,

Beschwerde gegen den Beschluss des Bundesstrafgerichts, Beschwerdekammer, vom 21. August 2014.

Erwägungen:

1. Die Bundesanwaltschaft eröffnete mit Verfügung vom 3. Februar 2012 eine Strafuntersuchung gegen A.________ und zwei weitere Beamte der FINMA wegen Amtsmissbrauch bzw. Amtsmissbrauch und Veruntreuung im Amt, nachdem die damalige I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Beschluss vom 4. Juli 2011 eine von E.________ gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft vom 24. März 2011 erhobene Beschwerde gutgeheissen hatte. Mit Verfügung vom 28. Januar 2013 stellte die Bundesanwaltschaft das Strafverfahren wieder ein. Auf Beschwerde von E.________ hin verpflichtete die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Beschluss vom 18. Juni 2013 die Bundesanwaltschaft, das Strafverfahren gegen die drei Beschuldigten weiterzuführen.

Nach durchgeführten Befragungen der Beschuldigten stellte die Bundesanwaltschaft das Strafverfahren mit Verfügung vom 19. Mai 2014 erneut ein. Dagegen gelangte E.________ mit Beschwerde vom 30. Mai 2014 erneut an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Im Rahmen dieses Beschwerdeverfahrens stellte A.________ am 19. Juni 2014 ein Ausstandsgesuch gegen die am Entscheid der Beschwerdekammer vom 18. Juni 2013 beteiligten Bundesstrafrichter. Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts wies mit Beschluss vom 21. August 2014 das Gesuch ab, soweit sie darauf eintrat.

2. A.________ führt mit Eingabe vom 23. September 2014 Beschwerde in Strafsachen gegen den Beschluss der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3. Das Bundesgericht beurteilt Beschwerden gegen Entscheide in Strafsachen ( Art. 78 Abs. 1 BGG ). Unzulässig ist die Beschwerde allerdings gegen Entscheide der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, sofern es sich nicht um Entscheide über Zwangsmassnahmen handelt ( Art. 79 BGG ). Mit dem vorliegend angefochtenen Beschluss hat die Beschwerdekammer über ein Ausstandsbegehren und damit nicht über Zwangsmassnahmen entschieden. Die Beschwerde in Strafsachen ist somit nicht gegeben. Daran ändert nichts, dass die Beschwerdekammer fälschlicherweise in ihrer Rechtsmittelbelehrung auf die Beschwerde in Strafsachen hingewiesen hat. Durch eine falsche Rechtsmittelbelehrung kann keine Rechtsmittelmöglichkeit geschaffen werden, die das Gesetz nicht kennt. Ausserdem ist der Beschwerdeführer anwaltlich vertreten und der Mangel wäre dem Vertreter durch Konsultierung der massgeblichen Gesetzesbestimmung ersichtlich gewesen. Somit ist im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten.

4. Auf eine Kostenauflage ist zu verzichten ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt der Präsident:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Bundesstrafgericht, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. Oktober 2014

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Fonjallaz

Der Gerichtsschreiber: Pfäffli