Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1B_286/2023 KI-generiert

Service to Public Defender Validated Detention Extension Appeal

Geschäftsnummer 1B_286/2023
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

In this case before the Swiss Federal Tribunal, an individual accused of attempted intentional homicide appealed against a decision by the Appellationsgericht of the canton of Basel-Stadt, which extended his pre-trial detention until June 15, 2023, citing a prior decision of not guilty but ordering a measure under Article 59 of the Swiss Penal Code. The accused, dissatisfied with the extension of his detention, filed a complaint requesting immediate release and claimed that the appellate court's decision had not been personally delivered to him but rather to his legal representative. Both the appellant and his official defense attorney petitioned against the detention decision, but the Appellationsgericht combined their cases and dismissed the complaints. The individual sought further appeal with the Swiss Federal Tribunal, arguing for the right to have the decision personally communicated and raising issues about his right to reply in proceedings, initially requesting free legal aid. The Tribunal considered procedural aspects of the personal notification and representation by legal counsel.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 59 StGB, Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 87 Abs. 3 StPO, Art. 64 BGG, Art. 66 al. 1 BGG; Service to Public Defender Validated Detention Extension Appeal: The accused, dissatisfied with the extension of his detention, filed a complaint requesting immediate release and claimed that the appellate court's decision had not been personally delivered to him but rather to his legal representative. Both the appellant and his official defense attorney petitioned against the detention decision, but the Appellationsgericht combined their cases and dismissed the complaints. The individual sought further appeal with the Swiss Federal Tribunal, arguing for the right to have the decision personally communicated and raising issues about his right to reply in proceedings, initially requesting free legal aid. The Tribunal considered procedural aspects of the personal notification and representation by legal counsel.

Schlagwörter

KI-generiert
Strafverfahren Verlängerung der Sicherheitshaft bis zum 15. Juni 2023 Verlängerung der Untersuchungshaft unentgeltliche Rechtsverbeiständung Anfechtbarkeit des Rückweisungsentscheids öffentliche Dienststelle versuchte vorsätzliche Tötung Vollzug von Freiheitsstrafen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 42 Abs. 2 BGG

The appeal was not entertained because the appellant failed to demonstrate the violation of federal law as required by the grounds for appeal.

Art. 64 BGG

The request for legal aid became moot because no costs were levied.

Art. 66 al. 1 BGG

No court costs were imposed on the appellant.

Art. 87 Abs. 3 StPO

Cited to confirm that service upon the appointed counsel is valid, thus undermining the appellant's procedural claim.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

1B_286/2023

Urteil vom 31. Mai 2023

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Kneubühler, Präsident,

Gerichtsschreiber Störi.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, 4051 Basel.

Gegenstand

Strafverfahren; Verlängerung der Sicherheitshaft

bis zum 15. Juni 2023,

Beschwerde gegen den Entscheid des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt, Einzelgericht, vom 25. April 2023 (HB.2023.11, HB.2023.13, HB.2023.17).

Erwägungen:

1. Mit Verfügung vom 2. März 2023 hat das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Basel-Stadt die Sicherheitshaft gegen den der versuchten vorsätzlichen Tötung beschuldigten A.________ bis zum 23. März 2023 verlängert. Dagegen erhob A.________ persönlich Beschwerde ans Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt (Verfahren HB.2023.11).

Mit Urteil vom 23. März 2023 stellte das Strafgericht des Kantons Basel-Stadt fest, A.________ habe schuldlos eine versuchte vorsätzliche Tötung begangen und ordnete eine Massnahme nach Art. 59 StGB an. Mit Beschluss vom gleichen Tag verlängerte es die Sicherheitshaft gegen ihn bis zum 15. Juni 2023. Gegen diesen Beschluss erhob A.________ am 24. März 2023 persönlich Beschwerde und beantragte seine unverzügliche Haftentlassung (Verfahren HB.2023.13). Mit Eingabe vom 3. April 2023 erhob auch sein amtlicher Verteidiger Beschwerde gegen diesen Beschluss und beantragte ebenfalls, A.________ unverzüglich aus der Haft zu entlassen (Verfahren HB.2023.17). Das Appellationsgericht vereinigte die Verfahren und wies die Beschwerden mit Entscheid vom 25. April 2023 ab. Dieser wurde nach dem vom Appellationsgericht dem Bundesgericht eingereichten "Track & Trace"- Auszug der Post dem amtlichen Verteidiger von A.________, Advokat Ozan Polatli, am 27. April 2023 zugestellt.

Mit persönlicher Eingabe vom 25. Mai 2023 beantragt A.________, ihm den Entscheid des Appellationsgerichts unverzüglich zuzustellen und ersucht um unentgeltliche Rechtspflege.

Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.

2. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Entscheid des Appellationsgerichts vom 25. April 2023 sei ihm persönlich nicht zugestellt worden, was unverzüglich nachgeholt werden müsse. Aus seinen weiteren "Verfahrensanträgen" - es sei ihm das Replikrecht zu allfälligen Stellungnahmen der Beschwerdegegnerin und der Vorinstanz einzuräumen - ergibt sich wohl, dass er den Entscheid des Appellationsgerichts nach erfolgter Zustellung anfechten möchte. Weshalb das Appellationsgericht Bundesrecht verletzt haben sollte, indem es den angefochtenen Entscheid nicht ihm persönlich, sondern seinem amtlichen Verteidiger zustellte, legt der Beschwerdeführer indessen unter Verletzung der gesetzlichen Begründungspflicht von Art. 42 Abs. 2 BGG ( BGE 135 III 127 E. 1.6; 134 II 244 E. 2.1 und 2.2; je mit Hinweisen) nicht dar. Das ist auch nicht ersichtlich, erfolgt doch nach Art. 87 Abs. 3 StPO die rechtsgültige Zustellung an Parteien, die einen Rechtsbeistand bestellt haben, an diesen. Dies gilt nach langjähriger Praxis auch in den Fällen, in denen wie hier der Partei ein amtlicher Verteidiger bestellt wurde (Urteil 1B_700/2011 vom 7. Februar 2012 E. 2.1). Auf die Beschwerde ist damit nicht einzutreten, was dem Beschwerdeführer insofern nicht schadet, als sein Anwalt in der Zwischenzeit für ihn eine Beschwerde gegen den Entscheid des Appellationsgerichts eingereicht hat (Verfahren 1B_288/2023). Auf die Erhebung von Gerichtskosten kann ausnahmsweise verzichtet werden, womit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hinfällig geworden ist.

Demnach erkennt der Präsident:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Einzelgericht, und Ozan Polatli, Liestal, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 31. Mai 2023

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Kneubühler

Der Gerichtsschreiber: Störi