Timeliness of Appeal Against Prosecutor Recusal Denial
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case involves several individuals (referred to as A.________, B.________, C.________, D.________, and E.________) who filed a request for the recusal of a public prosecutor, Camilo Cabrera, alleging bias. The request was initially forwarded to the Appellate Court of the Canton of Basel-Stadt by the Chief Prosecutor, who recommended its dismissal. Prosecutor Cabrera opposed the request, arguing it was late and lacked grounds. The Appellate Court ultimately dismissed the recusal request on March 29, 2023, due to it being filed too late. The individuals subsequently submitted an appeal to the Swiss Federal Supreme Court on May 17, 2023, seeking to overturn the prior decision and insisting the prosecutor be recused. They also requested that the matter be sent back to the previous court if not directly resolved. However, the appeal was filed after the 30-day legal deadline, which began post the judicial holidays, thus the Federal Supreme Court could not consider it due to the timing.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 42 Abs. 2 BGG, Art. 46 Abs. 1 lit. a BGG, Art. 44 Abs. 1 BGG, Art. 100 Abs. 1 BGG, Art. 108 BGG, Art. 64 Abs. 1 BGG; Timeliness of Appeal Against Prosecutor Recusal Denial: The request was initially forwarded to the Appellate Court of the Canton of Basel-Stadt by the Chief Prosecutor, who recommended its dismissal. Prosecutor Cabrera opposed the request, arguing it was late and lacked grounds. The Appellate Court ultimately dismissed the recusal request on March 29, 2023, due to it being filed too late. The individuals subsequently submitted an appeal to the Swiss Federal Supreme Court on May 17, 2023, seeking to overturn the prior decision and insisting the prosecutor be recused. They also requested that the matter be sent back to the previous court if not directly resolved. However, the appeal was filed after the 30-day legal deadline, which began post the judicial holidays, thus the Federal Supreme Court could not consider it due to the timing.
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KI-generiertThe appeal was not admitted due to tardiness, which is handled under the simplified procedure based on this article.
The request for free legal aid was rejected based on this provision because the appeal was deemed hopeless.
The losing parties were ordered to pay the court costs based on this provision.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
1B_266/2023
Urteil vom 23. Mai 2023
I. öffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Müller, präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiberin Sauthier.
Verfahrensbeteiligte
1. A.________,
2. B.________,
3. C.________,
4. D.________,
5. E.________,
Beschwerdeführer,
alle vertreten durch Advokat Dr. Andreas Noll,
gegen
Camilo Cabrera,
c/o Staatsanwaltschaft Basel-Stadt,
Binningerstrasse 21, 4001 Basel,
Beschwerdegegner.
Gegenstand
Strafverfahren; Ausstandsbegehren,
Beschwerde gegen den Entscheid des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt, Einzelgericht, vom 29. März 2023 (DGS.2022.12).
Erwägungen:
1. Mit Schreiben vom 2. März 2022 haben A.________, B.________, C.________, D.________ und E.________ den Ausschluss von Staatsanwalt Camilo Cabrera beantragt. Der Erste Staatsanwalt leitete das Ausstandsbegehren zuständigkeitshalber an das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt weiter und beantragte die Abweisung des Gesuchs. Staatsanwalt Camilo Cabrera nahm am 22. März 2022 Stellung und beantragte, auf das Gesuch sei wegen Verspätung nicht einzutreten. Im Übrigen sei es wegen Fehlens des Anscheins der Befangenheit abzuweisen. Das Appellationsgericht trat am 29. März 2023 infolge Verspätung nicht auf das Ausstandsbegehren ein.
Mit Eingabe vom 17. Mai 2023 erheben A.________, B.________, C.________, D.________ und E.________ Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht. Sie beantragen, der Entscheid der Vorinstanz vom 29. März 2023 sei aufzuheben und stattdessen sei der Staatsanwalt in den Ausstand zu versetzen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.
2. Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entscheid in einer strafrechtlichen Angelegenheit. Dagegen steht die Beschwerde nach Art. 78 ff. BGG offen. Es ist allerdings Sache der Beschwerdeführer, sowohl darzulegen, dass die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, soweit das nicht offensichtlich ist ( Art. 42 Abs. 2 BGG ; BGE 133 II 249 E. 1.1; 353 E. 1), als auch, dass der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt ( BGE 135 III 127 E. 1.6; 134 II 244 E. 2.1 und 2.2; je mit Hinweisen).
Wie in der Beschwerde selber festgehalten, wurde der angefochtene Entscheid den Beschwerdeführern am 3. April 2022 (recte: 2023) zugestellt. Die Zustellung erfolgte somit während der Gerichtsferien, in denen die gesetzlich nach Tagen bestimmte Frist vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern still steht ( Art. 46 Abs. 1 lit. a BGG ). Die 30-tägige Beschwerdefrist beginnt am ersten Tag nach Ende der Gerichtsferien zu laufen ( Art. 44 Abs. 1 BGG ). Mit "Ostern" ist ausschliesslich der Ostersonntag, vorliegend der 9. April 2023, gemeint, und nicht auch der Ostermontag (vgl. Urteil 1C_252/2015 vom 15. Mai 2015 E. 2 mit Hinweisen). Damit begann die 30-tägige Beschwerdefrist ( Art. 100 Abs. 1 BGG ) am 17. April 2023 zu laufen und endete am 16. Mai 2023. Auf die am 17. Mai 2023 eingereichte Beschwerde ist daher wegen Verspätung im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.
3. Damit werden die Beschwerdeführer kostenpflichtig ( Art. 66 Abs. 1 und Abs. 5 BGG ). Mit Blick auf den Umstand, dass vorliegend bereits die Eintretensvoraussetzungen offensichtlich nicht erfüllt sind, muss die Beschwerde der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer als aussichtslos qualifiziert werden. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung ist demnach abzuweisen ( Art. 64 Abs. 1 BGG ).
Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wird abgewiesen.
3. Die Gerichtskosten von Fr. 1'000.-- werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftung auferlegt.
4. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Einzelgericht, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 23. Mai 2023
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Müller
Die Gerichtsschreiberin: Sauthier