Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
1B_2/2020 KI-generiert

Swiss criminal procedure: denial of private claimant status and file access to mere complainant under Articles 115 and 118 StPO.

Geschäftsnummer 1B_2/2020
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

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The Federal Supreme Court of Switzerland dismissed the appellant's appeal and did not enter into the merits, thereby upholding the cantonal court's decision that denied the appellant status as a private claimant and access to case files in a criminal proceeding. The appellant, who had filed a criminal complaint alleging fraud and other offenses against tax authorities and a company, was refused private claimant status by the public prosecutor and subsequently by the cantonal court. The Federal Supreme Court ruled that the appeal failed to meet the formal pleading requirements under Article 42(2) of the Federal Supreme Court Act, as the appellant did not adequately address the lower court's reasoning that he was not a "victim" within the meaning of Article 115(1) of the Swiss Criminal Procedure Code and could not claim file access under Article 118(1) or Article 101(3) StPO. The Court found that the appellant's submissions were not factually related and did not substantiate a constitutional violation, leading to a dismissal without costs.

Legislator-Regeste

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Art. 115 Abs. 1 StPO, Art. 118 Abs. 1 StPO, Art. 101 Abs. 3 StPO, Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 106 Abs. 1 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG; Swiss criminal procedure: denial of private claimant status and file access to mere complainant under Articles 115 and 118 StPO: The appellant, who had filed a criminal complaint alleging fraud and other offenses against tax authorities and a company, was refused private claimant status by the public prosecutor and subsequently by the cantonal court. The Federal Supreme Court ruled that the appeal failed to meet the formal pleading requirements under Article 42(2) of the Federal Supreme Court Act, as the appellant did not adequately address the lower court's reasoning that he was not a "victim" within the meaning of Article 115(1) of the Swiss Criminal Procedure Code and could not claim file access under Article 118(1) or Article 101(3) StPO. The Court found that the appellant's submissions were not factually related and did not substantiate a constitutional violation, leading to a dismissal without costs.

Schlagwörter

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Strafverfahren Nichtzulassung als Privatkläger Strafanzeige fehlende Legitimation der Staatsanwaltschaft Beschwerdelegitimation Verletzung von Parteirechten Besuchsrecht Akteneinsicht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 Abs. 1 BGG

Procedural basis for not entering into the appeal in the simplified procedure due to obvious non-compliance with formal requirements.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Cost provision applied in the dispositive to waive court fees.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

1B_2/2020

Urteil vom 15. Januar 2020

I. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Chaix, Präsident,

Gerichtsschreiber Pfäffli.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

gegen

1. Verantwortliche der B.________ AG,

2. Verantwortliche der Steuerverwaltung Schwyz,

Bahnhofstrasse 15, Postfach 1232, 6431 Schwyz,

Beschwerdegegner,

Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz,

Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg,

Postfach 75, 8836 Bennau.

Gegenstand

Strafverfahren; Nichtzulassung als Privatkläger,

Beschwerde gegen den Beschluss des Kantonsgerichts

Schwyz, Beschwerdekammer, vom 28. November 2019

(BEK 2019 114).

Erwägungen:

1. A.________ reichte am 23. Mai 2018 bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz eine "Klage in Sachen Betrugsfall X.________" gegen die "Organe der B.________ Hr. C.________ Finanzen" und die "Organe der Steuerverwaltung des Kt. Schwyz Hr. D.________" betreffend die Delikte "Verlustverrechnung - Pensionskassengelder - Y.________ - Hehlerei und Begünstigung etc." ein. Mit Verfügung vom 7. Juni 2019 liess die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz A.________ nicht als Privatkläger zu und gewährte ihm keine Einsicht in die Verfahrensakten. Dagegen erhob A.________ am 15. Juni 2019 Beschwerde. Das Kantonsgericht Schwyz wies die Beschwerde mit Beschluss vom 28. November 2019 ab, soweit es darauf eintrat. Zur Begründung führte es zusammenfassend aus, A.________ sei nicht Geschädigter im Sinne von Art. 115 Abs. 1 StPO , weshalb er auch nicht als Privatkläger gemäss Art. 118 Abs. 1 StPO gelten könne. In der vorliegenden Beschwerde stütze A.________ sein angebliches Akteneinsichtsrecht lediglich auf die behauptete Stellung als Privatkläger. Mit den vorinstanzlichen Erwägungen, wonach einem blossen Anzeigeerstatter bzw. Dritten keine Akteneinsicht gewährt werden könne, setze sich A.________ nicht näher auseinander. Insbesondere behaupte er kein überwiegendes schützenswertes Interesse im Sinne von Art. 101 Abs. 3 StPO , was denn auch nicht ersichtlich sei. Soweit überhaupt auf die Rüge einzutreten wäre, wäre diese daher abzuweisen.

2. A.________ führt mit Eingabe vom 31. Dezember 2019 Beschwerde in Strafsachen gegen den Beschluss des Kantonsgerichts Schwyz vom 28. November 2019. Das Bundesgericht verzichtet auf die Einholung von Vernehmlassungen.

3. Nach Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Begründung einer Beschwerde in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die Bestimmungen von Art. 95 ff. BGG nennen die vor Bundesgericht zulässigen Beschwerdegründe. Hinsichtlich der Verletzung von Grundrechten gilt der in Art. 106 Abs. 1 BGG verankerte Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht; insofern besteht eine qualifizierte Rügepflicht ( Art. 106 Abs. 2 BGG ; BGE 136 I 49 E. 1.4.1 S. 53, 65 E. 1.3.1 S. 68 mit Hinweisen). Es obliegt dem Beschwerdeführer namentlich darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid gegen Grundrechte verstossen soll.

Das Kantonsgericht legte im angefochtenen Beschluss dar, weshalb es dem Beschwerdeführer die Privatklägereigenschaft und in der Folge das Recht auf Einsicht in die Verfahrensakten absprach. Damit setzt sich der Beschwerdeführer nicht rechtsgenüglich auseinander und vermag mit seinen nicht sachbezogenen Ausführungen nicht substanziiert aufzuzeigen, inwiefern die Begründung des Kantonsgerichts, die zur Abweisung der Beschwerde führte, bzw. der Beschluss des Kantonsgerichts selbst rechts- bzw. verfassungswidrig sein soll. Die Beschwerde genügt den gesetzlichen Formerfordernissen offensichtlich nicht, weshalb auf sie im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 BGG nicht einzutreten ist.

4. Auf eine Kostenauflage ist zu verzichten ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache selbst wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos.

Demnach erkennt der Präsident:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, und dem Kantonsgericht Schwyz, Beschwerdekammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. Januar 2020

Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Chaix

Der Gerichtsschreiber: Pfäffli