Denial of Recusal Request Due to Insufficient Substantiation of Judicial Bias
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertIn this case, an individual referred to as A.________, involved in a criminal proceeding, submitted a request for the disqualification of an extraordinary court president during a main hearing at the Regional Court of Bernese Jura-Seeland on January 13, 2020. The hearing was suspended, and the disqualification request was forwarded to the Higher Court of the Canton of Bern, which denied the request on February 6, 2020. A.________ subsequently filed a complaint on March 9, 2020, seeking to overturn the decision of the Higher Court and have the disqualification request approved, but the complaint failed to specify particular actions or omissions by the court president that would suggest bias. This led to the Swiss Federal Tribunal's involvement, reviewing whether the challenge to the Higher Court's decision met legal requirements.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 92 Abs. 1 BGG, Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 56 lit. f StPO, Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG, Art. 66 al. 1 LTF, Art. 81 Abs. 1 lit. a und b BGG; Denial of Recusal Request Due to Insufficient Substantiation of Judicial Bias: The hearing was suspended, and the disqualification request was forwarded to the Higher Court of the Canton of Bern, which denied the request on February 6, 2020. A.________ subsequently filed a complaint on March 9, 2020, seeking to overturn the decision of the Higher Court and have the disqualification request approved, but the complaint failed to specify particular actions or omissions by the court president that would suggest bias. This led to the Swiss Federal Tribunal's involvement, reviewing whether the challenge to the Higher Court's decision met legal requirements.
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KI-generiertAlthough not explicitly cited in the dispositive, the decision to not enter upon the appeal via the simplified procedure implies the application of the procedural rule for summary dismissal, which generally corresponds to Art. 108 BGG (often referenced as the basis for decisions without full review when requirements are severely lacking, here implicitly via the simplified procedure note in the reasoning, though the dispositive itself only mentions non-entry).
Cited in relation to the requirements for stating the appeal grounds.
This is the basis for the decision not to levy costs (although the text mentions 'keine Kosten erhoben', which is the decision itself, the general rule regarding costs in case of dismissal is Art. 66 LTF, and courts often reference this rule when deciding on cost imposition, even if not explicitly numbered in the dispositive here).
Cited to confirm the appellant's standing to appeal.
The article is cited, although implicitly, as the basis for the admissibility of the appeal against the interlocutory decision on the challenge for bias.
This is the procedural rule applied by not entering upon the appeal (equivalent to declaring it inadmissible/non-suited for review given insufficient substantiation regarding federal law violation, as per the reasoning mentioning simplified procedure, although the dispositive simply states 'Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten').
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
1B_120/2020
Urteil vom 11. März 2020
I. öffentlich-rechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Chaix, Präsident,
Gerichtsschreiber Störi.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
gegen
Dina De Giorgi,
Regionalgericht Berner Jura-Seeland,
Beschwerdegegnerin.
Gegenstand
Strafverfahren; Ausstand,
Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts
des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 6. Februar 2020 (BK 20 24).
Erwägungen:
1. An der Hauptverhandlung des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 13. Januar 2020 stellte der Beschuldigte A.________ ein Ausstandsgesuch gegen die ausserordentliche Gerichtspräsidentin De Giorgi. Diese brach daraufhin die Verhandlung ab und überwies das Gesuch dem Obergericht des Kantons Bern, welches es am 6. Februar 2020 abwies.
Mit Beschwerde vom 9. März 2020 beantragt A.________, diesen Beschluss des Obergerichts aufzuheben und sein Ausstandsgesuch gutzuheissen.
Auf die Einholung von Vernehmlassungen wurde verzichtet.
2. Angefochten ist der Entscheid des Obergerichts über ein Ausstandsbegehren. Es handelt sich um einen selbständig eröffneten, kantonal letztinstanzlichen Zwischenentscheid über ein Ausstandsbegehren, gegen den die Beschwerde in Strafsachen nach Art. 92 Abs. 1 BGG zulässig ist. Als Beschuldigter hatte der Beschwerdeführer im Strafverfahren Parteistellung und ist damit zur Beschwerde berechtigt ( Art. 81 Abs. 1 lit. a und b BGG ). Es ist allerdings seine Sache, sowohl darzulegen, dass die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind, soweit das nicht offensichtlich ist ( Art. 42 Abs. 2 BGG ; BGE 133 II 249 E. 1.1; 353 E. 1), als auch, dass der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzt ( BGE 135 III 127 E. 1.6 S. 130; 134 II 244 E. 2.1 und 2.2 S. 245 f.; je mit Hinweisen).
3. Das Obergericht hat im angefochtenen Beschluss (E. 6 S. 3) erwogen, der Gesuchsteller habe keine Ausstandsgründe im Sinn von Art. 56 lit. f StPO glaubhaft gemacht. Er mache entgegen dem Wortlaut seines Gesuchs nicht die Voreingenommenheit der Gerichtspräsidentin geltend, sondern kritisiere vielmehr ihr Verhalten im Vorfeld der Hauptverhandlung. Es sei indessen nicht ersichtlich, inwiefern diese ihn schikaniert haben könnte, und gegen allfällige Verfahrensmängel hätte er Rechtsmittel ergreifen können. Seine Vorbringen hätten keine Zweifel an der Unvoreingenommenheit der Gerichtspräsidentin erwecken können, weshalb das Ausstandsgesuch abzuweisen sei.
Der Beschwerdeführer bringt zwar vor, er habe keineswegs nur Verfahrenshandlungen der Gerichtspräsidentin im Vorfeld der Hauptverhandlung kritisiert, "sondern das dabei von ihr manifestierte Verhalten explizit als Ausdruck ihrer Voreingenommenheit gerügt". Er bleibt aber jede Begründung dafür schuldig, durch welche konkreten Handlungen oder Unterlassungen die Gerichtspräsidentin den Anschein der Befangenheit bewirkt haben könnte. Der Beschwerdeführer legt damit offenkundig nicht in einer den gesetzlichen Anforderungen genügenden Weise dar, inwiefern das Obergericht Bundesrecht verletzte, indem es das Ausstandsgesuch abwies. Auf die Beschwerde ist im vereinfachten Verfahren nicht einzutreten, wobei auf die Erhebung von Gerichtskosten ausnahmsweise verzichtet werden kann.
Demnach erkennt der Präsident:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 11. März 2020
Im Namen der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Chaix
Der Gerichtsschreiber: Störi