Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
12T_6/2021 KI-generiert

Foreign National v. Federal Administrative Court (Denial of Justice Complaint)

Geschäftsnummer 12T_6/2021
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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An Afghan asylum seeker requested asylum in Switzerland in 2015. In 2017, the State Secretariat for Migration denied his asylum application and ordered his deportation, which he appealed to the Federal Administrative Court. The applicant made supplementary submissions in 2017 and 2019, emphasizing the situation in Kabul. Experiencing delays, the applicant filed an administrative complaint in 2021 at the Federal Tribunal seeking resolution of his prolonged case, citing legal denial or delay. In 2022, the State Secretariat for Migration reconsidered and granted temporary admission to the applicant. In 2023, the Federal Tribunal invited the Federal Administrative Court to explain the delay, revealing a decision had been made in April 2022. Despite addressing procedural delays, the Tribunal found no organizational issues warranting further action.

Legislator-Regeste

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Art. 1 Abs. 2 BGG, Art. 3 lit. f AufRBGer, Art. 71 Abs. 1 VwVG, Art. 2 Abs. 2 AufRBGer, Art. 66 al. 1 LTF; Foreign National v. Federal Administrative Court (Denial of Justice Complaint): In 2017, the State Secretariat for Migration denied his asylum application and ordered his deportation, which he appealed to the Federal Administrative Court. The applicant made supplementary submissions in 2017 and 2019, emphasizing the situation in Kabul. Experiencing delays, the applicant filed an administrative complaint in 2021 at the Federal Tribunal seeking resolution of his prolonged case, citing legal denial or delay. In 2022, the State Secretariat for Migration reconsidered and granted temporary admission to the applicant. In 2023, the Federal Tribunal invited the Federal Administrative Court to explain the delay, revealing a decision had been made in April 2022. Despite addressing procedural delays, the Tribunal found no organizational issues warranting further action.

Schlagwörter

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Prüfung des Asylgesuchs Vorherige Verwaltungsbeschwerde ausländischer Entscheid ausländische Staatsangehörige Staatssekretariat für Migration vorübergehende Einfuhr

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 71 Abs. 1 VwVG

Cited in the reasoning to define the nature of the proceeding as an administrative supervision notice.

Art. 1 Abs. 2 BGG

Cited in the reasoning to define the nature of the proceeding as an administrative supervision notice.

Art. 66 al. 1 LTF

Cited in the dispositive to rule on the costs (no costs are levied).

Art. 2 Abs. 2 AufRBGer

Cited in the reasoning to establish that the applicant's specific requests are excluded from supervision.

Art. 3 lit. f AufRBGer

Cited in the reasoning to define the nature of the proceeding as an administrative supervision notice.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

12T_6/2021

Das Schweizerische Bundesgericht

vertreten durch die Verwaltungskommission

in Sachen administrative Aufsicht über

das Bundesverwaltungsgericht, Verwaltungskommission, Kreuzackerstrasse 12, 9000 St. Gallen

betreffend

Rechtsverweigerung bzw. Rechtsverzögerung.

(Aufsichtsanzeige von Herrn A.________ vom 5. November 2021)

erwägt:

1.

1.1. A.________, Afghanischer Staatsbürger, ersuchte am 21. November 2015 in der Schweiz um Asyl. Mit Verfügung vom 24. Mai 2017 - eröffnet am 29. Mai 2017 - lehnte das Staatssekretariat für Migration (SEM) das Asylgesuch aufgrund fehlender Flüchtlingseigenschaft ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz und deren Vollzug an. Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 19. Juni 2017 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht.

Am 23. Juni 2017 sowie 20. Mai 2019 reichte er ergänzende Eingaben beim Bundesverwaltungsgericht ein mit der Bitte, die aktuelle Lage in Kabul zu berücksichtigen.

1.2. Nach verschiedenen Nachfragen nach dem Stand des Verfahrens beim Bundesverwaltungsgericht reichte A.________ am 5. November 2021 beim Bundesgericht Aufsichtsanzeige ein. Der Anzeiger ersucht um Abschluss des Verfahrens vor Bundesverwaltungsgericht. Er macht Rechtsverweigerung geltend und weist auf die übermässig lange Verfahrensdauer hin.

1.3. Mit Verfügung vom 16. Februar 2022 hob das SEM, in teilweiser Wiedererwägung, die angefochtenen Verfügung vom 19. Juni 2017 teilweise auf und verfügte die vorläufige Aufnahme des Anzeigers in der Schweiz.

1.4. Die Verwaltungskommission lud das Bundesverwaltungsgericht mit Verfügung vom 10. März 2023 zur Stellungnahme ein. Am 6. April 2023 reichte das Bundesverwaltungsgericht diese ein und wies darauf hin, dass das Urteil im Verfahren E-3476/2017 bereits am 21. April 2022 ergangen sei.

2. Beim vorliegenden Verfahren handelt es sich um eine Aufsichtsanzeige im Sinne von Art. 1 Abs. 2 BGG und Art. 3 lit. f AufRBGer i.V.m. Art. 71 Abs. 1 VwVG . Die Rechtsprechung ist gemäss Art. 2 Abs. 2 AufRBGer von der Aufsicht ausgenommen. Das Bundesgericht als administrative Aufsichtsbehörde greift im Falle einer Rechtsverweigerung oder Rechtsverzögerung nur ein, wenn ein strukturelles Problem organisatorischer oder administrativer Natur festgestellt wird ( BGE 144 II 486 ). Die vom Anzeiger in eigener Sache vorgebrachten Anliegen sind demnach unzulässig.

3. Anhaltspunkte, dass das Verfahren vor Bundesverwaltungsgericht von fast fünf Jahren, neben des Aufwandes für die Abklärungen aufgrund der Lageentwicklung in Afghanistan, auch auf organisatorische Mängel zurückzuführen ist, sind jedoch nicht ersichtlich. Der Anzeige wird daher keine Folge geleistet.

Demnach stellt das Schweizerische Bundesgericht fest:

1. Die Anliegen in Bezug auf das Verfahren E-3476/2017 sind unzulässig.

2. Der Anzeige wird keine Folge geleistet.

3. Es werden keine Kosten erhoben.

4. Diese Feststellung wird dem Bundesverwaltungsgericht, Verwaltungskommission, schriftlich mitgeteilt. Dem Anzeiger wird eine Orientierungskopie zugestellt.

Lausanne, 29. Juni 2023

Im Namen der Verwaltungskommission des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Donzallaz

Der Generalsekretär: Lüscher