Federal Supreme Court Oversight Complaint Dismissal on Disparate Criminal Rulings
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case involves an oversight notification submitted to the Swiss Federal Tribunal's administrative commission regarding two decisions (RR.2018.348 and RR.2018.349) made by the Federal Criminal Court. These decisions, both dated October 15, 2019, were perceived as inconsistent in legal treatment by the Federal Tribunal's public law division due to their different conclusions despite similar factual situations, raising concerns of a potential dysfunction. However, the Federal Criminal Court clarified that the decisions were based on different factual scenarios, arguing that the legal application was consistent and no organizational or misconduct issues were present. The oversight procedure is administrative and does not assess legal application, only addressing structural organizational deficiencies. The commission determined that there were no structural shortcomings warranting further supervisory action.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 17 Abs. 4 lit. g BGG, Art. 1 Abs. 2 BGG, Art. 2 Abs. 2 AufRBGer, Art. 66 al. 1 LTF; Federal Supreme Court Oversight Complaint Dismissal on Disparate Criminal Rulings: These decisions, both dated October 15, 2019, were perceived as inconsistent in legal treatment by the Federal Tribunal's public law division due to their different conclusions despite similar factual situations, raising concerns of a potential dysfunction. However, the Federal Criminal Court clarified that the decisions were based on different factual scenarios, arguing that the legal application was consistent and no organizational or misconduct issues were present. The oversight procedure is administrative and does not assess legal application, only addressing structural organizational deficiencies. The commission determined that there were no structural shortcomings warranting further supervisory action.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited implicitly as the basis for the decision not to levy costs (which defaults to Art. 66 unless otherwise specified, or often explicitly stated when waiving costs, however, as per the requirements, Art. 66 is the general cost provision, and here costs are explicitly not levied, which is a ruling related to costs).
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
12T_3/2020
Entscheid vom 21. August 2020
Verwaltungskommission
Besetzung
Bundesrichterin Niquille, Vizepräsidentin,
Bundesrichter Donzallaz,
Bundesrichter Marazzi,
Generalsekretär Tschümperlin.
Bundesgericht, I. ö ffentlich-rechtliche Abteilung,
Anzeigerin,
gegen
Bundesstrafgericht, Verwaltungskommission,
Angezeigte.
Gegenstand
Aufsichtsanzeige (BGG), Widerspruch zwischen zwei sachkonnexen Entscheiden.
In Erwägung,
dass sich der Bundesgerichtspräsident in Sachen Bundesstrafgericht im Ausstand befindet und sich die Verwaltungskommission des Bundesgerichts daher mit Bundesrichter Marazzi als drittem Mitglied zusammensetzt,
dass die I. öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts mit Schreiben vom 27. Februar 2020 den Präsidenten des Bundesgerichts auf einen Widerspruch in zwei sachkonnexen vom Bundesstrafgericht behandelten Fällen (RR.2018.348 und RR.2018.349, beide vom 15. Oktober 2019) aufmerksam macht und auf eine allenfalls vorlie gende Dysfunktion hinweist, welche gegebenenfalls ein Tätigwerden der Verwaltungskommission des Bundesgerichts in ihrer Funktion als Aufsichtsbehörde gemäss Art. 17 Abs. 4 lit. g BGG erfordern könnte,
dass das Schreiben vom 27. Februar 2020 als Aufsichtsanzeige im Sinne von Art. 1 Abs. 2 BGG und Art. 3 lit. f des Aufsichtsreglements des Bundesgerichts vom 11. September 2006 (AufRBGer; SR 173.110.132) behandelt wird,
dass die Aufsicht des Bundesgerichts über das Bundesstrafgericht administrativer Art ist und die Rechtsanwendung im Aufsichtsverfahren nicht überprüft werden kann ( Art. 2 Abs. 2 AufRBGer ),
dass das Bundesstrafgericht mit Schreiben vom 14. Mai 2020 dahingehend Stellung nahm, dass es in den beiden Fällen von zwei unterschiedlichen Sachverhalten ausgegangen sei, die Rechtsanwendung konsequent gewesen sei und kein aufsichtsrechtlich relevanter Aspekt organisatorischer Natur oder aufgrund eines Fehlverhaltens bestehe,
dass gemäss bundesgerichtlicher Aufsichtspraxis nur unter der Voraussetzung struktureller Mängel organisatorischer bzw. administrativer Natur Raum für aufsichtsrechtliche Weiterungen besteht ( BGE 144 II 489 E. 3.1),
dass die uneinheitliche Behandlung von zwei Verfahren nur dann ein aufsichtsrechtlich relevantes Koordinationsproblem darstellt, wenn die divergierende Rechtsprechung auf strukturelle organisatorische Mängel zurückzuführen ist (vgl. BGE 135 II 429 E. 4.2 sowie Entscheid 12T_1/2016 vom 6. April 2016 E. 3; betreffend
strukturelle Mängel siehe: BGE 144 II 489 E. 3.1),
dass das Bundesstrafgericht in den Entscheiden RR.2018.348 und RR.2018.349 von unterschiedlichen Sachverhalten ausgegangen ist, während sich die I. öffentlich-rechtliche Abteilung des Bundesgerichts in ihrem Urteil vom 10. Februar 2020 unter dem Gesichtspunkt der Rechtsgleichheit erstaunt zeigt, dass die beiden Fälle bei den gegebenen Sachverhalten unterschiedlich beurteilt worden sind (1C_565/2019 E. 7.5),
dass sich die unterschiedlichen Sichtweisen auf die beiden erwähnten Einzelfälle beziehen und keine strukturellen Mängel in der Organisa tion der Rechtsprechung ersichtlich sind, die zu beheben wären,
dass der Aufsichtsanzeige daher keine Folge zu geben ist,
dass das Aufsichtsverfahren grundsätzlich kostenlos ist,
erkennt das Bundesgericht:
1. Der Aufsichtsanzeige wird keine Folge gegeben.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Dieser Entscheid wird dem Bundesstrafgericht, Verwaltungskommission, schriftlich mitgeteilt. Der Anzeigerin wird eine Orientierungskopie zugestellt.
Lausanne, 21. August 2020
Im Namen der Verwaltungskommission
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Vizepräsidentin : Der Generalsekretär:
Niquille Tschümperlin