Appealability of Costs in Dismissal Orders Following Claim Withdrawal in Summary Proceedings
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case concerned the legal qualification and available remedies against an order dismissing a proceeding (Abschreibungsbeschluss) due to the withdrawal of a claim, specifically challenging the unreasoned cost decision contained within the order. The court clarified that the dismissal order itself is primarily declaratory under Art. 241 para. 3 CPC and, while generally not appealable (only subject to revision), the embedded cost decision is a stand-alone, appealable decision under Art. 110 CPC. Given that the main subject was a summary proceeding (provisional entry of a construction lien), the applicable appeal period for the cost decision was 10 days, starting only upon the delivery of the written grounds if requested by a party, in line with Art. 239 para. 2 CPC. The court concluded that while the dismissal order itself does not require reasoning, the cost decision must be briefly reasoned if requested by a party within the 10-day period, and the lower court's instructions regarding the appealability of the costs were therefore correct.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 241 Abs. 3 ZPO, Art. 241 ZPO, Art. 110 ZPO, Art. 249 lit. d Ziff. 5 i.V.m, Art. 321 Abs. 2 ZPO, Art. 839 ZGB; Appealability of Costs in Dismissal Orders Following Claim Withdrawal in Summary Proceedings: The court clarified that the dismissal order itself is primarily declaratory under Art. 241 para. 3 CPC and, while generally not appealable (only subject to revision), the embedded cost decision is a stand-alone, appealable decision under Art. 110 CPC. Given that the main subject was a summary proceeding (provisional entry of a construction lien), the applicable appeal period for the cost decision was 10 days, starting only upon the delivery of the written grounds if requested by a party, in line with Art. 239 para. 2 CPC. The court concluded that while the dismissal order itself does not require reasoning, the cost decision must be briefly reasoned if requested by a party within the 10-day period, and the lower court's instructions regarding the appealability of the costs were therefore correct.
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KI-generiertThis article is cited in the registered subject matter (Regeste) and forms the legal basis for the procedure leading to the recordal decision (Abschreibungsbeschluss) being discussed.
Cited in the reasoning as the basis under which the cost decision contained in the recordal order is challengeable via appeal (Beschwerde).
Cited in the reasoning when discussing the requirement for a decision to contain reasons.
Cited in the reasoning regarding the possibility for the court to issue the decision without a written justification initially.
Cited in the reasoning regarding the procedure for demanding a written justification subsequently.
Cited in the reasoning to determine the applicable 10-day appeal deadline for the specific type of proceeding (summary procedure).
Cited in the reasoning in conjunction with Art. 321 Abs. 2 ZPO to determine the applicable 10-day appeal deadline.
Cited in the reasoning in conjunction with Art. 249 lit. d Ziff. 5 ZPO to determine the applicable 10-day appeal deadline.
Cited in the reasoning to establish when the appeal period for the decision begins.
Cited in the reasoning as belonging to the substantive area determining the applicable procedural deadline for the main action.
Volltext
ZK 13 642, publiziert Juni 2014
Entscheid der 1. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 11. März 2014
Besetzung Oberrichter Studiger (Referent), Oberrichterin Pfister Hadorn und Oberrichter Kunz Gerichtsschreiberin Eichenberger-Wehren
Verfahrensbeteiligte
A. vertreten durch Fürsprecher X.
Gesuchsgegnerin/Beschwerdeführerin
und
B. vertreten durch Fürsprecher Y.
Gesuchstellerin/Beschwerdegegnerin
Gegenstand Kostenentscheid
Regeste:
- Art. 241 Abs. 3 ZPO
- Rechtliche Qualifikation des Abschreibungsbeschlusses. Rechtsmittel gegen den Abschreibungsbeschluss. Begründungserfordernis des im Abschreibungsbeschluss enthaltenen Kostenentscheides
Redaktionelle Vorbemerkungen: Angefochten wurde der im Abschreibungsbeschluss zufolge Rückzugs enthaltene Kostenentscheid. Auszug aus den Erwägungen:
I. (…)
II.
1. Im Falle eines Klagerückzugs wird das Verfahren vom Gericht abgeschrieben (Art.
241 Abs. 3 ZPO). Das Verfahren wird durch den Klagerückzug ipso iure beendet und der Abschreibungsbeschluss hat – mit Ausnahme des Kostenentscheids - lediglich deklaratorische Wirkung (Steck in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Basler Kommentar, 2. Auflage, Basel 2013, N
16 zu Art. 241 ZPO; vgl. auch BGE 139 III 133). Es handelt sich hierbei um eine Beendigung des Verfahrens ohne Entscheid. Der Abschreibungsbeschluss stellt somit entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht eine prozessleitende Verfügung dar.
Gegen den Abschreibungsbeschluss als solchen steht nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein Rechtsmittel, d.h. weder die Berufung noch die Beschwerde, sondern nur die Revision zur Verfügung (BGE 139 III 133, 134 E. 1.2;
vgl. auch Botschaft BBl 2006 7380). Lediglich der im Abschreibungsbeschluss enthaltene Kostenentscheid ist nach Art. 110 ZPO mit Beschwerde anfechtbar (BGE
139 III 133, 134 E. 1.2; vgl. auch Steck in: Basler Kommentar, ZPO, a.a.O., N 20 zu Art. 241 ZPO, mit Hinweis auf BGE 138 III 130 E. 2; Leumann Liebster in: Sutter- Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, N 16 ff., 23, 27 zu Art.
241 ZPO).
Vorliegend wird der im Abschreibungsbeschluss enthaltene Kostenentscheid (fehlende Regelung der Parteikosten) angefochten, womit die Beschwerde gestützt auf Art. 110 ZPO zulässig ist.
2. (…)
3. Die Frist für die Anfechtung des Kostenentscheids richtet sich nach dem für die Hauptsache geltenden Verfahren (Rüegg in: Basler Kommentar, ZPO, a.a.O., N 1 zu Art. 110 ZPO). Vorliegend handelt es sich in der Hauptsache um ein Verfahren um vorläufige Eintragung eines Bauhandwerkerpfandrechts, mithin um ein vorsorgliches bzw. summarisches Verfahren, für welches die 10-tägige Beschwerdefrist gilt (Art. 248 lit. d bzw. Art. 249 lit. d Ziff. 5 i.V.m. Art. 321 Abs. 2 ZPO sowie Art. 839 ZGB). Die Rechtsmittelfrist beginnt mit Zustellung des begründeten Entscheids bzw. mit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegründung (Art. 321 Abs. 1 ZPO).
Fraglich ist, ob eine Begründung des Abschreibungsbeschlusses bzw. des darin enthaltenen Kostenpunkts überhaupt erforderlich war. Gemäss Art. 238 lit. g ZPO muss ein Entscheid gegebenenfalls die Entscheidgründe beinhalten. Das Gericht kann seinen Entscheid gemäss Art. 239 Abs. 1 lit. b ZPO aber auch ohne schriftli-
Seite 2 4 che Begründung eröffnen und den Parteien lediglich das Dispositiv zustellen. Eine schriftliche Begründung ist nach Art. 239 Abs. 2 ZPO nachzuliefern, wenn eine Partei dies innert 10 Tagen seit der Eröffnung des Entscheids verlangt. Wird keine Begründung verlangt, so gilt dies als Verzicht auf die Anfechtung des Entscheids mit Berufung oder Beschwerde.
Art. 238 sowie Art. 239 ZPO gelten nach Staehelin nur für Endentscheide, Zwischenentscheide und Entscheide über vorsorgliche Massnahmen, nicht aber für prozessleitende Verfügungen und andere Entscheide im Sinne von Art. 319 lit. b ZPO (Staehelin in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], ZPO, a.a.O., N
5 zu Art. 238 ZPO, N 13 zu Art. 239 ZPO). Der Abschreibungsbeschluss sollte nach Auffassung von Steck lediglich die in Art. 238 lit. a – d sowie h ZPO vorgesehenen Elemente aufweisen (Steck in: Basler Kommentar, ZPO, a.a.O., N 17 zu Art.
241 ZPO). Mit anderen Worten muss der Abschreibungsbeschluss die Bezeichnung und Zusammensetzung des Gerichts (Art. 238 lit. a ZPO), den Ort und das Datum des Entscheids (lit. b), die Bezeichnung der Parteien und ihrer Vertretung (lit. c), das Dispositiv (Urteilsformel, lit. d) sowie die Unterschrift des Gerichts (lit. h)
enthalten. Zudem muss der Abschreibungsbeschluss Aufschluss darüber geben, ob die Abschreibung des Verfahrens zufolge Klagerückzug, Klageanerkennung oder gerichtlichem Vergleich erfolgt (Steck in: Basler Kommentar, ZPO, a.a.O., N
18 zu Art. 241 ZPO). Weiter muss das Gericht im Abschreibungsbeschluss auch die Prozesskosten (Art. 95 ff.) festsetzen und über die Verteilung und Liquidation der Prozesskosten (Art. 104 ff.) entscheiden (Steck in: Basler Kommentar, ZPO, a.a.O., N 19 zu Art. 241 ZPO). Der Entscheid über die Verteilung der Prozesskosten ist gemäss Jenni zu begründen, wobei die Begründung knapp ausfallen darf bzw. gegebenenfalls gemäss Art. 239 Abs. 2 ZPO verlangt werden muss (Jenni in:
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], ZPO, a.a.O., N 4 zu Art. 104 ZPO). Auch nach Rüegg ist der Kostenentscheid zu begründen (Rüegg in: Basler Kommentar, ZPO, a.a.O., N 1 zu Art. 104 ZPO).
Somit ist festzuhalten, dass der Abschreibungsbeschluss nach Art. 241 Abs. 3 ZPO als solcher nicht begründet werden muss (im Dispositiv aber der Grund der Abschreibung [Klageanerkennung, Klagerückzug, gerichtlicher Vergleich] zu erwähnen ist), während hinsichtlich des im Abschreibungsbeschluss enthaltenen Kostenentscheids vorerst eine Eröffnung des Dispositivs ohne Begründung (Art. 239 Abs.
1 ZPO) erfolgen kann, aber eine kurze schriftliche Begründung nötig ist, sofern sie von einer Partei innert der 10-tägigen Frist von Art. 239 Abs. 2 ZPO verlangt wird.
Die Rechtsmittelbelehrung der Vorinstanz war demzufolge in Bezug auf den Kostenentscheid korrekt. Nicht zutreffend war demgegenüber die vorinstanzliche Rechtsmittelbelehrung hinsichtlich des Abschreibungsbeschlusses, da dieser weder begründet werden muss noch dagegen Beschwerde erhoben werden kann. Die 10-tägige Beschwerdefrist begann demnach erst mit der Zustellung des schriftlich begründeten Kostenentscheids. (…)
Seite 3 4 Hinweis: Das Urteil ist rechtskräftig.
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