Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
ZK 2012 665 • OG BE ZK 2012 665 KI-generiert

Appeal Regarding Cost Advance and Valuation of Employment Reference Dispute

Geschäftsnummer ZK 2012 665
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Bern (CH-BE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

A court was presented with an appeal concerning a procedural order by a lower instance, specifically questioning the requirement for a cost advance based on reduced claims and alleged violations of procedural law regarding the determination of the cost advance and the valuation of the subject matter "employment reference." The appellate court clarified that, while a complaint alleging incorrect application of law must specify the violated legal norm and the nature of the error (Art. 321(1) of the Swiss Civil Procedure Code, ZPO), there is no strict principle of complaint analogous to Art. 106(2) of the Federal Supreme Court Act, meaning the court applies the law *ex officio* (Art. 57 ZPO) and may review non-explicitly raised legal violations. Finding that the appellant’s grounds, though not entirely rigorous, sufficiently implied violations of Art. 114 lit. c ZPO (free legal proceedings after reduction of claims), Art. 91(2) ZPO (disagreement on litigation value), and Art. 98 ZPO (determination of cost advance, considering economic circumstances and financial imbalance), the court deemed the appeal adequately substantiated to proceed to the merits.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 321 Abs. 1 ZPO, Art. 59 ZPO, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 321 ZPO, Art. 57 ZPO, Art. 114 Bst; Appeal Regarding Cost Advance and Valuation of Employment Reference Dispute: 321(1) of the Swiss Civil Procedure Code, ZPO), there is no strict principle of complaint analogous to Art. 106(2) of the Federal Supreme Court Act, meaning the court applies the law *ex officio* (Art. 57 ZPO) and may review non-explicitly raised legal violations. Finding that the appellant’s grounds, though not entirely rigorous, sufficiently implied violations of Art. 114 lit. c ZPO (free legal proceedings after reduction of claims), Art. 91(2) ZPO (disagreement on litigation value), and Art. 98 ZPO (determination of cost advance, considering economic circumstances and financial imbalance), the court deemed the appeal adequately substantiated to proceed to the merits.

Schlagwörter

KI-generiert
Kostenvorschuss Streitwert Zivilprozessverfahren Arbeitszeugnis Wirtschaftsrecht Verfahrensüberprüfung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 321 Abs. 1 ZPO

Cited in the reasoning section regarding the requirement for a written and reasoned appeal, although the dispositive itself is implied by the confirmation of the continuation of the procedure.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

ZK 12 665, publiziert Mai 2013

Entscheid der 2. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Bern

vom 05. März 2013

Besetzung Oberrichter Bähler (Referent), Oberrichterin Apolloni Meier und Oberrichter Kiener Gerichtsschreiberin Holzapfel Pürro

Verfahrensbeteiligte X vertreten durch Fürsprecher A Klägerin/Beschwerdeführerin

gegen

Y vertreten durch Rechtsanwalt B Beklagte/Beschwerdegegnerin

Gegenstand Kostenvorschuss

Regeste:  Art. 321 Abs. 1 ZPO; Art. 59 ZPO  Anforderungen an die Begründung einer Beschwerde: Wird eine unrichtige Rechtsanwendung geltend gemacht, ist zwar darzulegen, welche Rechtsnorm nicht richtig angewendet worden ist und inwiefern dies der Fall sein soll. Es besteht jedoch kein Rügeprinzip im Sinne von Art. 106 Abs. 2 BGG, wonach nur explizit gerügte Rechtsverletzungen beurteilt werden. Vielmehr gilt auch im Beschwerdeverfahren der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen.

Auszug aus den Erwägungen:

(...)

II.

(…)

4. Die Beschwerde ist schriftlich und begründet einzureichen (Art. 321 Abs. 1 ZPO). Wird eine unrichtige Rechtsanwendung geltend gemacht, ist darzulegen, welche Rechtsnorm nicht richtig angewendet worden ist und inwiefern dies der Fall sein soll (STERCHI, in:

Berner Kommentar, Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, Schweizerische Zivilprozessordnung Art. 1 – 149 ZPO, Band I, Hausheer/Walter [Hrsg.], Bern 2012, N.

14 zu Art. 321 ZPO [nachfolgend zit. BK-STERCHI]). Es besteht jedoch kein Rügeprinzip im Sinne von Art. 106 Abs. 2 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110), wonach nur explizit gerügte Rechtsverletzungen beurteilt werden. Vielmehr gilt auch im Beschwerdeverfahren der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen („iura novit curia“, Art. 57 ZPO). Die Beschwerdeinstanz kann also auch Rechtsverletzungen feststellen, die in der Beschwerdebegründung nicht vorgebracht wurden.

Die rechtliche Begründung der Beschwerde ist wenig stringent. Es kann aus ihr jedoch heraus gelesen werden, dass die Beschwerdeführerin Art. 114 Bst. c ZPO verletzt sieht, weil die Vorinstanz nach der Reduktion der Rechtsbegehren das Verfahren nicht als kostenloses weiter geführt hat, dass sie der Auffassung ist, bezüglich des Streitwertes des Rechtsbegehrens betreffend Arbeitszeugnis liege keine Einigung vor und die entgegengesetzte Auffassung der Vorinstanz verletze Art. 91 Abs. 2 ZPO, und dass sie der Meinung ist, Art. 98 ZPO sei verletzt, weil die Vorinstanz bei der Bestimmung des Kostenvorschusses der Reduktion der Rechtsbegehren, ihren wirtschaftlichen Verhältnissen und dem finanziellen Ungleichgewicht der Parteien nicht Rechnung trug.

Diese Begründung ist ausreichend, so dass auf die formund fristgerechte Beschwerde eingetreten werden kann.

(...)

Hinweis: Der Entscheid ist rechtskräftig.