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SK 2013 259 • OG BE SK 2013 259 KI-generiert

Inadmissibility of Revision for Decisions to Dismiss Criminal Investigations

Geschäftsnummer SK 2013 259
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Bern (CH-BE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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A convicted person sought the revision of appellate decisions, which had upheld the dismissal and cessation of several criminal investigations by the Public Prosecutor's office; the petitioner presented new evidence and facts. The court found that revision under Article 410 of the StPO (Criminal Procedure Code) is only applicable to final judgments of first and second-instance courts, namely conclusive criminal verdicts. The petitioner's request, although formally directed against appellate decisions, fundamentally contested the decisions to dismiss or cease initial investigations by the prosecution due to new evidence or facts. In this procedural phase, such claims must be pursued through the reopening of the investigation by the Public Prosecutor under Article 323 StPO, not by revision, a conclusion that remains unaffected by the fact that the initial dismissal decisions were subsequently reviewed by the Appellate Chamber. Therefore, the court denied entry into the application for revision and remitted the file to the Public Prosecutor's office for review under the rules governing the reopening of investigations.

Legislator-Regeste

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Art. 323 StPO, Art. 410 StPO, Art. 412 StPO; Inadmissibility of Revision for Decisions to Dismiss Criminal Investigations: The court found that revision under Article 410 of the StPO (Criminal Procedure Code) is only applicable to final judgments of first and second-instance courts, namely conclusive criminal verdicts. The petitioner's request, although formally directed against appellate decisions, fundamentally contested the decisions to dismiss or cease initial investigations by the prosecution due to new evidence or facts. In this procedural phase, such claims must be pursued through the reopening of the investigation by the Public Prosecutor under Article 323 StPO, not by revision, a conclusion that remains unaffected by the fact that the initial dismissal decisions were subsequently reviewed by the Appellate Chamber. Therefore, the court denied entry into the application for revision and remitted the file to the Public Prosecutor's office for review under the rules governing the reopening of investigations.

Schlagwörter

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Revision des Strafurteils Verfahrensüberprüfung Wiedereröffnung der Untersuchung Strafverfolgung Geschäftsordnung Anfechtbarkeit des Rückweisungsentscheids Revision (Leitentscheid) | Strafgesetz

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 412 StPO

Applied to rule on the admissibility of the revision application before entering into the merits.

Art. 323 StPO

Cited as the correct procedural avenue for new evidence/facts at this stage, implying the revision under Art. 410 StPO is inapplicable.

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Volltext

SK 2013 259

Beschluss der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern, Oberrichter Weber (Präsident i.V.), Oberrichter Aebi, Oberrichter Kiener Gerichtsschreiberin Brodbeck

vom 17. September 2013

in der Strafsache

A.

Verurteilter/Gesuchsteller

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250, 3001 Bern Gesuchsgegnerin

Revisionsgesuch vom 28. August 2013 betreffend die Beschlüsse der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern vom 2. April 2013 und 2. Juli 2013

Regeste: Die Vorbringen des Gesuchstellers richteten sich vordergründig gegen Endentscheide der Beschwerdekammer. Diese hatte die Beschwerden gegen vier Nichtanhandnahmeverfügungen bzw. zwei Verfahrenseinstellungen der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland abgewiesen. Neue Beweismittel oder Tatsachen führen in diesem Verfahrensstadium nach Art. 323 StPO zur Wiederaufnahme durch die Staatsanwaltschaft, nicht aber zur Revision gemäss Art. 410 StPO; daran kann sich auch dadurch nichts ändern, dass die Nichtanhandnahmeverfügungen resp. Verfahrenseinstellungen zwischenzeitlich von der Beschwerdekammer als Gerichtsbehörde beurteilt worden sind. Auf das Revisionsgesuch war daher nicht einzutreten.

[…]

Begründung:

1. Der Verurteilte/Gesuchsteller verlangt die Revision der BK-Entscheide 2013 61-66, weshalb die Präsidentin der Beschwerdekammer die Akten an die 2. Strafkammer als Berufungsgericht weitergeleitet hat. Gemäss Art. 412 StPO nimmt das Berufungsgericht eine vorläufige Prüfung des Revisionsgesuchs vor und tritt bei offensichtlicher Unzulässigkeit nicht darauf ein. Revisionsfähig sind nach Art. 410 StPO Endentscheide erstund zweitinstanzlicher Gerichte, worunter gemäss SCHMID, StPO Praxiskommentar, Art. 410 N 1 und 6, rechtskräftige Strafentscheide zu verstehen sind und die Revision nicht mit der Wiederaufnahme nach Art. 323 StPO verwechselt werden darf.

Die Vorbringen des Verurteilten/Gesuchstellers richten sich zwar vordergründig gegen Endentscheide der Beschwerdekammer, welche ihrerseits aber ausschliesslich betreffend vier Nichtanhandnahmeverfügungen resp. zwei Verfahrenseinstellungen der Regionalen Staatsanwaltschaft Oberland Recht gesprochen hat. Neue Beweismittel oder Tatsachen führen in diesem Verfahrensstadium nach Art. 323 StPO zur Wiederaufnahme durch die Staatsanwaltschaft, nicht aber zur Revision gemäss Art. 410 StPO; daran kann sich auch dadurch nichts ändern, dass die Nichtanhandnahmeverfügungen resp.

Verfahrenseinstellungen zwischenzeitlich von der Beschwerdekammer als Gerichtsbehörde beurteilt worden sind. Auf das Revisionsgesuch vom 28. August/10. September 2013 kann deshalb nicht eingetreten werden. Die Akten gehen an die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland zur Prüfung im Sinne von Art. 323 StPO.

2. […]