*Migration Service Rejection of Citizenship Renunciation: No Criminal Misconduct Found*
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case concerns a complaint of official misconduct ("Amtsmissbrauch") filed against an administrative authority, the Migration Service, after it rejected a request by an individual, who held dual citizenship (Swiss and C.________), to renounce his Swiss citizenship. The prosecution office initially declined to open criminal proceedings because the grievance—challenging the rejection of the request for renunciation of citizenship based on where the applicant was residing (purportedly a penal institution)—was purely administrative, not criminal, and thus fell outside the jurisdiction of the criminal prosecution authorities. The court upheld this decision, reasoning that the complainant failed to provide any plausible factual basis to establish the concrete possibility of a criminal offense, noting that the facts presented clearly showed no indication of official misconduct or any other recognizable criminal behavior on the part of the administrative authority; therefore, there was no initial suspicion ("Anfangsverdacht") warranting criminal investigation, and the complainant's challenge to the administrative decision had to be pursued through available administrative or civil legal remedies.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 393 Abs. 1 Bst, Art. 396 Abs. 1 StPO, Art. 382 Abs. 1 StPO, Art. 310 Abs. 1 Bst, Art. 309 Abs. 1 Bst, Art. 428 Abs. 1 StPO; *Migration Service Rejection of Citizenship Renunciation: No Criminal Misconduct Found*: The prosecution office initially declined to open criminal proceedings because the grievance—challenging the rejection of the request for renunciation of citizenship based on where the applicant was residing (purportedly a penal institution)—was purely administrative, not criminal, and thus fell outside the jurisdiction of the criminal prosecution authorities. The court upheld this decision, reasoning that the complainant failed to provide any plausible factual basis to establish the concrete possibility of a criminal offense, noting that the facts presented clearly showed no indication of official misconduct or any other recognizable criminal behavior on the part of the administrative authority; therefore, there was no initial suspicion ("Anfangsverdacht") warranting criminal investigation, and the complainant's challenge to the administrative decision had to be pursued through available administrative or civil legal remedies.
Schlagwörter
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KI-generiertCited in the reasoning (point 6) to justify imposing costs on the appellant.
Cited in the reasoning (point 2) to establish that an appeal against the non-commencement order is admissible.
Cited in the reasoning (point 2) to confirm the appellant's legitimate interest (standing) to file the appeal.
Cited in the reasoning (point 5.1) to define the conditions under which the Public Prosecutor's Office must refuse to commence proceedings.
Cited in the reasoning (point 5.1) to define the conditions under which the Public Prosecutor's Office must open an investigation.
Cited in the section 'Rechtsmittelbelehrung' regarding the deemed notification of registered mail.
This article is not present in the dispositive section of the decision. Although the reasoning mentions Art. 390 Abs. 2 StPO (direct decision), the dispositive only cites those related to the outcome and costs.
This article is not explicitly cited in the dispositive section of the decision, only Art. 428 para. 1 StPO regarding costs.
This article is not cited in the dispositive.
Cited in the reasoning (point 2) regarding the competence to hear the appeal.
Cited in the reasoning (point 2) regarding the competence to hear the appeal.
Cited in the reasoning (point 1) as the basis for issuing a direct decision without soliciting comments.
This article is not cited in the dispositive section.
Cited in the legal remedies section regarding the basis for filing an appeal to the Federal Supreme Court.
Cited in the legal remedies section regarding the basis for filing an appeal to the Federal Supreme Court.
Cited in the legal remedies section regarding the basis for filing an appeal to the Federal Supreme Court.
Cited in the legal remedies section regarding the formal requirements for an appeal to the Federal Supreme Court.
This article is not mentioned in the decision.
Volltext
Obergericht Cour suprême des Kantons Bern du canton de Berne
Beschwerdekammer in Chambre de recours pénale Strafsachen
Hochschulstrasse 17 Postfach Beschluss 3001 Bern BK 21 26 Telefon +41 31 635 48 09 Fax +41 31 634 50 54 obergericht-straf.bern@justice.be.ch www.justice.be.ch/obergericht Bern, 1. Februar 2021
Besetzung Oberrichter J. Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid, Oberrichter Gerber Gerichtsschreiber Müller
Verfahrensbeteiligte Amt für Bevölkerungsdienste, Migrationsdienst, Ostermundigenstrasse 99B, 3006 Bern Beschuldigte
Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, Postfach, 3001 Bern
A.________ Beschwerdeführer
Gegenstand Nichtanhandnahme Strafverfahren wegen Amtsmissbrauchs
Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 15. Januar 2021 (BM 21 811)
Erwägungen:
1. Mit Verfügung vom 15. Januar 2021 nahm die Regionale Staatsanwaltschaft Bern- Mittelland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) das Strafverfahren gegen das Amt für Bevölkerungsdienste, Migrationsdienst (nachfolgend: Beschuldigter), wegen angeblichen Amtsmissbrauchs nicht an die Hand. Dagegen erhob A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 20. Januar 2021 Beschwerde. Mit Blick auf das Nachfolgende verzichtete die Verfahrensleitung auf das Einholen einer Stellungnahme (Art. 390 Abs. 2 der Strafprozessordnung [StPO; SR 312]). Es ergeht ein direkter Beschluss.
2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in Strafsachen innert zehn Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 StPO;
Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die (knapp) formund fristgerechte Beschwerde ist einzutreten.
3. Die angefochtene Verfügung, aus der sich auch der rechtserhebliche Sachverhalt ergibt, ist wie folgt begründet:
Mit Schreiben vom 5. Dezember 2020 an das Ministère public de l'arrondissement du Nord vaudois in Yverdon erstattet A.________ Anzeige/Klage («je désire porter plainte») gegen den Migrationsdienst des Kantons Bern, Amt für Bevölkerungsdienst. Er habe einen Antrag auf Aberkennung und Verzicht der Schweizer Staatsbürgerschaft gestellt, da er die C.________ und Schweizerische Staatsbürgerschaft besitze. Jedoch sei sein Antrag durch den Migrationsdienst abgelehnt worden mit der Begründung, dass gemäss Art. 20 Abs. 1 lit b des Bundesgesetzes über das internationale Privatrecht und Art. 23 Abs. 1 Zivilgesetzbuch der Aufenthalt in einer Strafanstalt keinen Wohnsitz begründe. Er scheint mit diesem Entscheid offenbar nicht einverstanden zu sein, führt indessen in seinem Schreiben nicht weiter aus, weshalb und weshalb er sich mit dieser Klage an die Staatsanwaltschaft wendet.
Den aufgeführten Entscheid des Migrationsdienstes hat er nicht beigelegt. […] Die Strafverfolgungsbehörde ist nicht zuständig zur Überprüfung von Verwaltungsverfahren oder Entscheiden anderer Behörden oder Gerichte. Dafür stehen die in den entsprechenden Verfahren vorgesehenen Rechtsmittel oder Beschwerdemöglichkeiten offen. Anhaltspunkte auf strafbare Handlungen der Migrationsbehörde lassen sich im Schreiben von A.________ nicht erkennen, werden darin weder begründet, noch belegt. Das Begehren auf Ausbürgerung ist ausschliesslich verwaltungsrechtlicher Natur und demzufolge nicht Sache der Staatsanwaltschaft.
4. Der Beschwerdeführer bringt sinngemäss vor, er erhebe Beschwerde, weil er das Recht habe, sich von seiner Schweizerischen Staatsbürgerschaft zu lösen.
5.
5.1 Gemäss Art. 310 Abs. 1 Bst. a StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind. Gemäss Art. 309 Abs. 1 Bst. a StPO eröffnet die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung, wenn sich aus der Strafanzeige ein hinreichender Tatverdacht ergibt.
5.2 Die Beschwerde ist offensichtlich unbegründet. Was der Beschwerdeführer gegen die aus rechtlicher Sicht überzeugend begründete angefochtene Verfügung vorträgt, verfängt nicht. Der Anfangsverdacht soll eine plausible Tatsachengrundlage haben, aus der sich die konkrete Möglichkeit der Begehung einer Straftat ergibt (Urteil des Bundesgerichts 6B_322/2019 vom 19. August 2019 E. 3). Ein solcher Anfangsverdacht liegt eindeutig nicht vor. Der vorgebrachte Tatbestand (Amtsmissbrauch) ist mit Blick auf den geschilderten Sachverhalt offensichtlich nicht erfüllt. Auch sind keine anderen potenziell erfüllten Straftatbestände erkennbar. Es liegt kein strafbares Verhalten des Beschuldigten vor.
5.3 Nach dem Gesagten wird die Beschwerde abgewiesen.
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO).
Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:
1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 600.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
3. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)
Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Leitender Staatsanwalt D.________ (mit den Akten – per Kurier)
Bern, 1. Februar 2021 Im Namen der Beschwerdekammer in Strafsachen Der Präsident:
Oberrichter J. Bähler Der Gerichtsschreiber:
Müller i.V. Gerichtsschreiberin Lustenberger
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung gestellt.
Die Zustellung von Vorladungen, Verfügungen und Entscheiden gilt bei eingeschriebenen Sendungen, die nicht abgeholt werden, am siebten Tag nach dem erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt, sofern die Person mit einer Zustellung rechnen musste (Art. 85 Abs. 4 Bst. a StPO). Daran ändern besondere Abmachungen mit der Schweizerischen Post – wie etwa Postrückbehalteaufträge oder Abholfristverlängerungen – nichts. Auch in diesen Fällen gilt die Sendung am siebten Tag nach Eingang der Sendung bei der Poststelle am Ort des Empfängers als zugestellt.
Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.