Prosecutor's Indication of Confiscation, Not Immediately Appealable
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertA company filed an appeal against a regional public prosecutor's decision in a drug offense case concerning an individual, where the prosecution had merely *indicated* its intention to confiscate and destroy seized items and, in the same disposition, had granted the opportunity for the affected parties to be heard (Art. 376 ff. of the Swiss Criminal Procedure Code, StPO). The Court dismissed the appeal, reasoning that the prosecutor's disposition was not immediately appealable and thus did not constitute a legally protected grievance; the disposition merely announced a potential future confiscation and initiated the right to be heard. The Court emphasized that an appealable decision only arises if and when the public prosecutor formally orders the confiscation, against which the appropriate remedy would then be an objection (Art. 377 StPO), and therefore the public prosecutor had incorrectly included instructions for appealing to a higher court in the preliminary disposition.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 393 Abs. 1 Bst, Art. 396 Abs. 1 Schwei, Art. 35 Gesetz, Art. 382 Abs. 1 StPO, Art. 377 StPO, Art. 417 StPO; Prosecutor's Indication of Confiscation, Not Immediately Appealable: 376 ff. of the Swiss Criminal Procedure Code, StPO). The Court dismissed the appeal, reasoning that the prosecutor's disposition was not immediately appealable and thus did not constitute a legally protected grievance; the disposition merely announced a potential future confiscation and initiated the right to be heard. The Court emphasized that an appealable decision only arises if and when the public prosecutor formally orders the confiscation, against which the appropriate remedy would then be an objection (Art. 377 StPO), and therefore the public prosecutor had incorrectly included instructions for appealing to a higher court in the preliminary disposition.
Schlagwörter
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KI-generiertCited in the reasoning section regarding the allocation of costs due to the mistakenly added instruction on appeal.
Cited in the reasoning section regarding the formal possibility to file an appeal against decisions of the public prosecutor's office.
Cited in the reasoning section to check the appellant's legitimacy to appeal.
Cited in the reasoning section as the correct legal remedy (objection) against a final confiscation order.
This is not explicitly cited in the dispositive but is the standard basis for cost imposition.
Volltext
Obergericht Cour suprême des Kantons Bern du canton de Berne
Beschwerdekammer in Chambre de recours pénale Strafsachen
Hochschulstrasse 17 Postfach Beschluss 3001 Bern BK 19 169 Telefon +41 31 635 48 09 Fax +41 31 634 50 54 obergericht-straf.bern@justice.be.ch www.justice.be.ch/obergericht Bern, 16. April 2019
Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichterin Bratschi, Oberrichter J. Bähler Gerichtsschreiber Müller
Verfahrensbeteiligte A.________ Beschuldigter
B.________ AG Beschwerdeführerin
Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250, 3001 Bern
Gegenstand Einziehung Strafverfahren wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 29. März 2019 (BJS 19 4339)
Erwägungen:
1. Im Verfahren BJS 19 4339 gegen A.________ verfügte die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland am 29. März 2019 was folgt:
1. Die Staatsanwaltschaft stellt in Aussicht, die im oben genannten Verfahren sichergestellten Gegenstände in analoger Anwendung von Art. 376 ff. StPO zur Vernichtung einzuziehen.
2. Die von der Einziehung betroffenen, unter Ziff. 2 erwähnten Personen erhalten Gelegenheit, sich hierzu innert einer Frist von 10 Tagen ab Erhalt der vorliegenden Verfügung zu äussern.
Diese Verfügung versah die Staatsanwaltschaft mit einer Rechtsmittelbelehrung (Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Bern innert 10 Tagen). Mit Schreiben vom 9. April 2019 erhob die B.________ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) dagegen Beschwerde.
2. Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 Schweizerische Strafprozessordnung [StPO; SR 312], Art. 35 Gesetz über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m.
Art. 29 Abs. 2 Organisationsreglement des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]).
Es ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in ihren rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert ist (Art. 382 Abs. 1 StPO). Dies ist eindeutig nicht der Fall. Die angefochtene Verfügung vom 29. März 2019 stellt eine Einziehung der sichergestellten Gegenstände erst in Aussicht und räumt der Beschwerdeführerin dazu das rechtliche Gehör ein. Darin liegt keine zur Beschwerdeerhebung legitimierende Beschwer. Sollte die Staatsanwaltschaft die in Aussicht gestellte Einziehung tatsächlich vornehmen, steht der Betroffenen gegen den diesbezüglichen Einziehungsbefehl der Rechtsbehelf der Einsprache zur Verfügung (Art. 377 StPO). Die Verfügung vom 29. März 2019 ist nach dem Gesagten nicht beschwerdefähig; die Staatsanwaltschaft hat die erwähnte Rechtsmittelbelehrung fälschlicherweise angefügt.
Nach dem Gesagten kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.
3. Die Kosten dieses Verfahrens trägt der Kanton Bern, da das Verfahren auf der fälschlicherweise beigefügten Rechtsmittelbelehrung beruht (Art. 417 StPO). Daraus darf der Beschwerdeführerin kein Nachteil erwachsen (vgl. z.B. BGE 117 Ia 421).
Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 200.00, trägt der Kanton Bern.
3. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten
- der Beschwerdeführerin
- der Generalstaatsanwaltschaft Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland, Staatsanwältin C.________ (mit den Akten)
Bern, 16. April 2019 Im Namen der Beschwerdekammer in Strafsachen Die Präsidentin:
Oberrichterin Schnell Der Gerichtsschreiber:
Müller
Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.