Appeal Dismissed Regarding Refused On-Site Inspection Request
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertA person accused of a violation of the Road Traffic Act appealed the regional prosecutor's decision to reject their request for an on-site inspection of the accident location, seeking to have the request granted. The appellate court dismissed the appeal as inadmissible because, under Article 394 lit. b of the Swiss Criminal Procedure Code, a decision rejecting a request for evidence is only appealable if the request cannot be repeated before the trial court without legal disadvantage, which primarily exists when there is a risk of losing evidence due to the delay. Since the appellant failed to demonstrate any concrete risk of evidence loss—merely asserting their version of the facts—the court concluded that no irreparable legal disadvantage was shown and the requested evidence could be produced again before the trial court, leading to the non-admission of the appeal and the imposition of costs on the appellant.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 390 Abs. 2 StPO, Art. 394 Bst, Art. 318 StPO, Art. 394 StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO, Art. 42 BGG; Appeal Dismissed Regarding Refused On-Site Inspection Request: The appellate court dismissed the appeal as inadmissible because, under Article 394 lit. b of the Swiss Criminal Procedure Code, a decision rejecting a request for evidence is only appealable if the request cannot be repeated before the trial court without legal disadvantage, which primarily exists when there is a risk of losing evidence due to the delay. Since the appellant failed to demonstrate any concrete risk of evidence loss—merely asserting their version of the facts—the court concluded that no irreparable legal disadvantage was shown and the requested evidence could be produced again before the trial court, leading to the non-admission of the appeal and the imposition of costs on the appellant.
Schlagwörter
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KI-generiertApplied to determine that the costs of the appeal proceedings must be imposed on the appellant because the appeal was not entertained.
The reasoning extensively discusses the conditions for the appealability of the decision under this article, which led to the non-admission decision.
Used to justify waiving a written exchange of submissions (Schriftenwechsel).
Cited in the legal recourse information as a general basis for lodging an appeal with the Federal Tribunal.
Cited in the legal recourse information as a general basis for lodging an appeal in criminal matters with the Federal Tribunal.
Cited in the legal recourse information as the requirement the appeal must meet.
Cited in the legal recourse information as a general basis for lodging an appeal with the Federal Tribunal.
Cited in the legal recourse information as a general basis for lodging an appeal with the Federal Tribunal.
Although mentioned in the text, this article is not explicitly cited in the dispositive orders (1, 2, 3).
Not applicable here as the decision is from a cantonal court, not the Federal Supreme Court, and this specific procedural provision is not cited in the dispositive.
Volltext
Obergericht Cour suprême des Kantons Bern du canton de Berne
Beschwerdekammer in Chambre de recours pénale Strafsachen
Hochschulstrasse 17 Postfach Beschluss 3001 Bern BK 18 468 Telefon +41 31 635 48 09 Fax +41 31 634 50 54 obergericht-straf.bern@justice.be.ch www.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. November 2018
Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichterin Hubschmid, Oberrichter Stucki Gerichtsschreiber Müller
Verfahrensbeteiligte A.________ Beschuldigter/Beschwerdeführer
Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250, 3001 Bern
Gegenstand Beweisanträge Strafverfahren wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz
Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 16. Oktober 2018 (BM 2018 18503)
Erwägungen:
1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) wies mit Verfügung vom 16. Oktober 2018 den Beweisantrag von A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer), es sei ein Augenschein am Unfallort durchzuführen, ab. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 30. Oktober 2018 Beschwerde ein und beantragte sinngemäss, der Beweisantrag sei zu genehmigen.
Mit Blick auf das Nachfolgende wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet (Art. 390 Abs. 2 StPO).
2. Der Entscheid betreffend Abweisung von Beweisanträgen ist nur dann gemäss Art. 394 Bst. b StPO beschwerdefähig, wenn der Antrag nicht ohne Rechtsnachteil vor dem erstinstanzlichen Gericht wiederholt werden kann (LANDSHUT/BOSSHARD, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 318 StPO, mit Hinweisen). Ein solcher Rechtsnachteil liegt vor allem dann vor, wenn die Beweisabnahme keinen Aufschub verträgt, insbesondere weil sonst ein Beweisverlust droht (Urteil des Bundesgerichts 1B_73/2013 vom 21. Mai 2014
E. 1.4). Der Nachweis des drohenden Rechtsnachteils obliegt der beschwerdeführenden Person. Sie hat zu begründen, weshalb der beantragte Beweis von entscheidender Bedeutung für das Verfahren ist, sowie nachzuweisen, dass ein Zuwarten mit der Beweisabnahme aller Voraussicht nach zu einem Beweisverlust führen würde (GUIDON, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 394 StPO). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss ein konkretes Risiko des Beweisverlusts bestehen; eine bloss theoretische Möglichkeit reicht nicht aus (Urteil des Bundesgerichts 1B_189/2012 vom 17. August 2012 E. 2.1). Ein solcher Rechtsnachteil wird beispielsweise dann zu bejahen sein, wenn eine hoch betagte, todkranke oder sich nur vorübergehend in der Schweiz aufhaltende Person einvernommen werden soll (SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung Praxiskommentar, 3. Aufl. 2017, N. 3 zu Art. 394 StPO;
GUIDON, a.a.O., N. 6 zu Art. 394 StPO).
Es ist nicht ersichtlich und wird auch nicht begründet, dass ein Beweisverlust drohen würde. Der Beschwerdeführer äussert sich einzig zum Sachverhalt, wie er sich aus seiner Sicht zugetragen hat. Auf die Beschwerde ist deshalb wegen offensichtlicher Unzulässigkeit nicht einzutreten. Der Beweisantrag kann vor dem Sachgericht erneut gestellt und begründet werden, weshalb die Situation vor Ort anzuschauen sei.
3. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zumal die Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen Verfügung darüber Aufschluss gab, unter welchen Voraussetzungen Beschwerde gegen die Ablehnung von Beweisanträgen durch die Staatsanwaltschaft erhoben werden kann.
Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 200.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
3. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer
- der Generalstaatsanwaltschaft Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwältin B.________ (mit den Akten)
Bern, 13. November 2018 Im Namen der Beschwerdekammer in Strafsachen Die Präsidentin:
Oberrichterin Schnell Der Gerichtsschreiber:
Müller
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung gestellt.
Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.