Appeal Dismissed for Inadmissibility Due to Lack of Demonstrated Legal Disadvantage in Rejection of Interim Evidence Request
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertA defendant facing charges for unauthorized driving and violating traffic rules filed an objection against a penal order and requested an "anthropological expert opinion," which the Public Prosecution Office rejected. The appellate court dismissed the subsequent appeal against the rejection, ruling it inadmissible because the appellant failed to demonstrate the necessary legal disadvantage, namely a concrete risk of evidence loss. In criminal procedure, a decision rejecting a request for interim evidence by the public prosecutor is only appealable immediately if the request cannot be repeated before the trial court without a legal disadvantage, such as impending evidence loss, which the appellant neither proved nor credibly asserted; thus, since the defendant could re-submit the request to the trial court should the prosecutor maintain the penal order, the appeal was deemed manifestly inadmissible.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 390 Abs. 2 StPO, Art. 394 Bst, Art. 318 StPO, Art. 394 StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO, Art. 42 BGG; Appeal Dismissed for Inadmissibility Due to Lack of Demonstrated Legal Disadvantage in Rejection of Interim Evidence Request: The appellate court dismissed the subsequent appeal against the rejection, ruling it inadmissible because the appellant failed to demonstrate the necessary legal disadvantage, namely a concrete risk of evidence loss. In criminal procedure, a decision rejecting a request for interim evidence by the public prosecutor is only appealable immediately if the request cannot be repeated before the trial court without a legal disadvantage, such as impending evidence loss, which the appellant neither proved nor credibly asserted; thus, since the defendant could re-submit the request to the trial court should the prosecutor maintain the penal order, the appeal was deemed manifestly inadmissible.
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KI-generiertCited in the reasoning to justify the imposition of costs on the appealing party when the appeal is not entertained.
Cited in the reasoning to justify the waiver of the exchange of written statements (Schriftenwechsel).
Cited in the reasoning to address the admissibility of the appeal against the rejection of evidence requests.
Cited in the reasoning when discussing the requirements for appealing the rejection of evidence requests.
Listed under the appeal instruction as a potential basis for appeal to the Federal Tribunal.
Listed under the appeal instruction as a potential basis for appeal to the Federal Tribunal.
Listed under the appeal instruction as a potential basis for appeal to the Federal Tribunal.
Cited in the appeal instruction regarding the content requirements for an appeal to the Federal Tribunal.
Cited in the appeal instruction regarding the formal requirements for an appeal to the Federal Tribunal.
Cited in the operative part (number 2) to impose the costs of the appeal proceedings on the appellant.
Volltext
Obergericht Cour suprême des Kantons Bern du canton de Berne
Beschwerdekammer in Chambre de recours pénale Strafsachen
Hochschulstrasse 17 Postfach Beschluss 3001 Bern BK 18 315 Telefon +41 31 635 48 09 Fax +41 31 634 50 54 obergericht-straf.bern@justice.be.ch www.justice.be.ch/obergericht Bern, 26. Juli 2018
Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Stucki, Oberrichterin Bratschi Gerichtsschreiberin Kurt
Verfahrensbeteiligte A.________ Beschuldigter/Beschwerdeführer
Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250, 3001 Bern
Gegenstand Beweisanträge Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz
Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 13. Juli 2018 (EO 17 14730)
Erwägungen:
1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) erliess am 18. Juni 2018 einen Strafbefehl gegen den Beschuldigten u.a. wegen Führens eines Personenwagens ohne Berechtigung und einfacher Verkehrsregelverletzung. Dagegen reichte der Beschuldigte Einsprache ein und beantragte, es sei ein «anthropologisches Sachverständigengutachten» einzuholen. Mit Verfügung vom 13. Juli 2018 wies die Staatsanwaltschaft den Beweisantrag ab.
Dagegen reichte der Beschuldigte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 22. Juli 2018 Beschwerde ein und beantragte, der Beweisantrag sei zu genehmigen.
Mit Blick auf das Nachfolgende wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet (Art. 390 Abs. 2 StPO).
2. Der Entscheid betreffend Abweisung von Beweisanträgen ist nur dann gemäss Art. 394 Bst. b StPO beschwerdefähig, wenn der Antrag nicht ohne Rechtsnachteil vor dem erstinstanzlichen Gericht wiederholt werden kann (LANDSHUT/BOSSHARD, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 318 StPO, mit Hinweisen). Ein solcher Rechtsnachteil liegt vor allem dann vor, wenn die Beweisabnahme keinen Aufschub verträgt, insbesondere weil sonst ein Beweisverlust droht (Urteil des Bundesgerichts 1B_73/2013 vom 21. Mai 2014
E. 1.4). Der Nachweis des drohenden Rechtsnachteils obliegt der beschwerdeführenden Person. Sie hat zu begründen, weshalb der beantragte Beweis von entscheidender Bedeutung für das Verfahren ist, sowie nachzuweisen, dass ein Zuwarten mit der Beweisabnahme aller Voraussicht nach zu einem Beweisverlust führen würde (GUIDON, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 6 zu Art. 394 StPO). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung muss ein konkretes Risiko des Beweisverlusts bestehen; eine bloss theoretische Möglichkeit reicht nicht aus (Urteil des Bundesgerichts 1B_189/2012 vom 17. August 2012 E. 2.1). Ein solcher Rechtsnachteil wird beispielsweise dann zu bejahen sein, wenn eine hoch betagte, todkranke oder sich nur vorübergehend in der Schweiz aufhaltende Person einvernommen werden soll (SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung Praxiskommentar, 3. Aufl. 2017, N. 3 zu Art. 394 StPO;
GUIDON, a.a.O., N. 6 zu Art. 394 StPO).
Es ist nicht ersichtlich und wird auch nicht begründet, dass ein Beweisverlust droht.
Hält die Staatsanwaltschaft am Strafbefehl fest, wird der Beschwerdeführer seinen Beweisantrag bei Gericht nochmals stellen können.
Auf die Beschwerde ist wegen offensichtlicher Unzulässigkeit nicht einzutreten.
3. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Als unterliegend gilt auch die Partei, auf deren Rechtsmittel nicht eingetreten wird (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zumal die Rechtsmittelbelehrung der angefochtenen Verfügung darüber Aufschluss gab, unter welchen Voraussetzungen Beschwerde gegen die Ablehnung von Beweisanträgen durch die Staatsanwaltschaft erhoben werden kann.
Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 200.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
3. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer
- der Generalstaatsanwaltschaft Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwältin B.________ (mit den Akten)
Bern, 26. Juli 2018 Im Namen der Beschwerdekammer in Strafsachen Die Präsidentin:
Oberrichterin Schnell i.V. Oberrichterin Bratschi Die Gerichtsschreiberin:
Kurt i.V. Gerichtsschreiber Lauber
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung gestellt.
Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.