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BK 2018 27 • OG BE BK 2018 27 KI-generiert

Appeal Against Rejection of Evidence Evaluation in Criminal Investigation Admissibility Ruling

Geschäftsnummer BK 2018 27
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Bern (CH-BE)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The complainants, who are private and civil plaintiffs in a criminal investigation concerning threats, coercion, defamation, property damage, and other offenses, appealed the Public Prosecutor's office's decision to reject their motion to have the 117 emergency calls evaluated by the Forensic Services. The court dismissed the appeal as inadmissible under Art. 394 lit. b Swiss Criminal Procedure Code (CPC), which excludes appeals against the rejection of evidence requests by the Public Prosecutor if the request can be repeated before the first-instance court without legal disadvantage. The court reasoned that the potential disadvantage cited by the complainants—the threat of the proceedings being discontinued—does not constitute a legal disadvantage, as they retain the right to appeal any potential discontinuation order to enforce the production of the evidence; moreover, the recordings of the emergency calls had already been requested and secured as a CD in the case files, eliminating the threat of evidence loss.

Legislator-Regeste

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Art. 394 Bst, Art. 394 StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO, Art. 418 Abs. 2 StPO, Art. 42 BGG, Art. 394 Bst. b StPO; Appeal Against Rejection of Evidence Evaluation in Criminal Investigation Admissibility Ruling: The court dismissed the appeal as inadmissible under Art. 394 lit. b Swiss Criminal Procedure Code (CPC), which excludes appeals against the rejection of evidence requests by the Public Prosecutor if the request can be repeated before the first-instance court without legal disadvantage. The court reasoned that the potential disadvantage cited by the complainants—the threat of the proceedings being discontinued—does not constitute a legal disadvantage, as they retain the right to appeal any potential discontinuation order to enforce the production of the evidence; moreover, the recordings of the emergency calls had already been requested and secured as a CD in the case files, eliminating the threat of evidence loss.

Schlagwörter

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Strafakten Beweismitteledition Fall des Ausschlusses Zivilprozessordnung Ehrverletzungsverfahren strafrechtliche Drohung Ablehnung Beweisanträge | Andere Verfügungen StA, Polizei (393-a)

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 394 Bst. b StPO

This provision determines that the appeal against the rejection of evidentiary requests by the public prosecutor's office is inadmissible if the request can be repeated before the court of first instance without prejudice.

Art. 428 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 418 Abs. 2 StPO

These provisions regulate the imposition of procedural costs on the appellants due to the outcome of the appeal proceedings.

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Volltext

Obergericht Cour suprême des Kantons Bern du canton de Berne

Beschwerdekammer in Chambre de recours pénale Strafsachen

Hochschulstrasse 17 Postfach Beschluss 3001 Bern BK 18 27 Telefon +41 31 635 48 09 Fax +41 31 634 50 54 obergericht-straf.bern@justice.be.ch www.justice.be.ch/obergericht Bern, 21. März 2018

Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Stucki , Oberrichterin Hubschmid Gerichtsschreiberin Kurt

Verfahrensbeteiligte A.________ Beschuldigter 1

B.________ Beschuldigter 2

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstrasse 10, Postfach 6250, 3001 Bern

E.________ Strafund Zivilkläger 1/Beschwerdeführer 1

C.________ Strafund Zivilklägerin 2/Beschwerdeführerin 2

D.________ AG Strafund Zivilklägerin 3/Beschwerdeführerin 3

Gegenstand Beweisanträge Strafverfahren wegen Drohung, Nötigung, übler Nachrede, Sachbeschädigung etc. Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 4. Januar 2018 (EO 16 8704)

Erwägungen:

1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) führt eine Strafuntersuchung gegen die beiden Beschuldigten wegen Drohung, Nötigung, übler Nachrede, Verleumdung, Beschimpfung, Rassendiskriminierung, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung, zum Nachteil des Strafund Zivilklägers 1 sowie der Strafund Zivilklägerinnen 2 und 3. Am 4. Januar 2018 wies die Staatsanwaltschaft den Beweisantrag der Privatklägerschaft, die getätigten Anrufe beim Notruf 117 seien vom Kriminaltechnischen Dienst auszuwerten, ab. Dagegen erhoben der Strafund Zivilkläger 1 sowie die Strafund Zivilklägerinnen 2 und 3 (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 20. Januar 2018 Beschwerde und beantragten, der aufgenommene Notruf 117 vom Tattag sei beizuziehen und auszuwerten. Durch die widerrechtliche Abweisung des Beweisantrags entstünden ihnen erhebliche Rechtsnachteile, da in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft die Einstellung des Verfahrens angedroht werde.

Mit Blick auf das Nachfolgende wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet (Art. 390 Abs. 2 Schweizerische Strafprozessordnung [StPO; SR 312]).

2. Gemäss Art. 394 Bst. b StPO ist die Beschwerde gegen die Ablehnung von Beweisanträgen durch die Staatsanwaltschaft ausgeschlossen, wenn der Antrag ohne Rechtsnachteil vor dem erstinstanzlichen Gericht wiederholt werden kann. Ein solcher Rechtsnachteil ist unter anderem dann gegeben, wenn ein Beweisverlust droht, z.B. bei einem Zeugen, der schwer erkrankt ist oder vor der Abreise nach Übersee steht (SCHMID/JOSITSCH, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 3. Aufl. 2018, N. 3 zu Art. 394 StPO). Ein drohender Beweisverlust kann – wie die Beschwerdekammer bereits mehrfach erkannt hat (vgl. u.a. Beschlüsse des Obergerichts des Kantons Bern 15 36 vom 22. Mai 2015, BK 15 295 vom 21. September 2015 und BK 15 296 vom 5. Oktober 2015) – nicht darin liegen, dass das Verfahren möglicherweise eingestellt wird. Den Beschwerdeführern steht es offen, gegen einen allfälligen Einstellungsbeschluss Beschwerde zu erheben mit dem Ziel, die Abnahme des beantragten Beweismittels durchzusetzen. Zudem wurden die Telefonaufzeichnungen gemäss Anzeigerapport vom 19. Juli 2016 bei der Regionalen Einsatzzentrale angefordert und sichergestellt. Sie befinden sich als CD (Beilage 4) bei den Akten. Ein Beweisverlust droht damit ebenfalls nicht.

Auf die Beschwerde ist nicht einzutreten.

3. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführer unter solidarischer Haftbarkeit kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 418 Abs. 2 StPO).

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 300.00, werden den Beschwerdeführern unter solidarischer Haftbarkeit auferlegt.

3. Zu eröffnen:

- dem Strafund Zivilkläger 1/Beschwerdeführer 1

- der Straf-und Zivilklägerin 2/Beschwerdeführerin 2

- der Strafund Zivilklägerin 3/Beschwerdeführerin 3, v.d. E.________

- dem Beschuldigten 1

- dem Beschuldigten 2

- der Generalstaatsanwaltschaft Mitzuteilen:

- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwalt F.________ (mit den Akten)

Bern, 21. März 2018 Im Namen der Beschwerdekammer in Strafsachen Die Präsidentin:

Oberrichterin Schnell Die Gerichtsschreiberin:

Kurt

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung gestellt.

Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom

17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.