Motion for Recusal of Presiding Judge in Insult Case Denied
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertA defendant in a criminal proceeding for insult sought the recusal of the presiding judge, alleging potential bias based on several points, including the rejection of her request for official defense counsel and other issues relating to the factual circumstances, although she had previously requested a public defender. The court found that two of the three points raised in the recusal request, and a subsequent amendment, concerned the facts of the case and were unrelated to the judge's impartiality, while the argument regarding the rejection of official defense counsel was insufficient because the mere denial of a mandatory defense does not constitute impermissible multiple involvements as per Art. 56 lit. b of the Swiss Criminal Procedure Code. Consequently, the court dismissed the motion for recusal, to the extent it was admissible, because the request largely failed to meet the statutory justification requirements, and it imposed the procedural costs upon the applicant.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 56 Bst, Art. 59 Abs. 4 Satz, Art. 42 BGG, Art. 59 Abs. 4 Satz 2 StPO, Art. 56 Bst. b StPO, Art. 66 al. 1 LTF; Motion for Recusal of Presiding Judge in Insult Case Denied: The court found that two of the three points raised in the recusal request, and a subsequent amendment, concerned the facts of the case and were unrelated to the judge's impartiality, while the argument regarding the rejection of official defense counsel was insufficient because the mere denial of a mandatory defense does not constitute impermissible multiple involvements as per Art. 56 lit. b of the Swiss Criminal Procedure Code. Consequently, the court dismissed the motion for recusal, to the extent it was admissible, because the request largely failed to meet the statutory justification requirements, and it imposed the procedural costs upon the applicant.
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KI-generiertThis provision governs the imposition of costs in the recusal proceedings upon the applicant.
This provision is cited in the reasoning concerning the substantive grounds for recusal, but it is not explicitly repeated in the final orders (point 1 of the dispositive).
Although not explicitly cited in the dispositive, the imposition of costs (point 2 of the dispositive) typically corresponds to Art. 66 LTF in Federal Tribunal decisions, but since this is an Obergericht decision, and the dispositive only references the actual procedural cost arrangement based on cantonal law (Art. 59 Abs. 4 Satz 2 StPO), and no federal legal aid provision (Art. 64 LTF) is cited, only the explicitly mentioned cost provision (Art. 59 Abs. 4 Satz 2 StPO) is retained.
Volltext
Obergericht Cour suprême des Kantons Bern du canton de Berne
Beschwerdekammer in Chambre de recours pénale Strafsachen
Hochschulstrasse 17 Postfach Beschluss 3001 Bern BK 17 21 Telefon +41 31 635 48 09 Fax +41 31 635 48 15 obergericht-straf.bern@justice.be.ch www.justice.be.ch/obergericht Bern, 3. Februar 2017
Besetzung Oberrichter Trenkel (Präsident i.V.), Oberrichter Stucki, Oberrichterin Apolloni Meier Gerichtsschreiber Kind
Verfahrensbeteiligte A.________ Beschuldigte/Gesuchstellerin
Gerichtspräsidentin B.________, Regionalgericht Bern- Mittelland, Strafabteilung, Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern Gesuchsgegnerin
Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Amthaus, Hodlerstrasse 7, 3011 Bern v.d. Staatsanwältin C.________ (BM 16 2639)
Anklagebehörde
D.________ Strafund Zivilkläger
Gegenstand Ausstand Strafverfahren wegen Beschimpfung
Erwägungen:
1. Mit Verfügung vom 23. Januar 2017 wurde das Ausstandsgesuch von A.________ (nachfolgend: Gesuchstellerin) zuständigkeitshalber an die Beschwerdekammer des Obergerichts des Kantons Bern weitergeleitet.
Am 24. Januar 2017 forderte die Verfahrensleitung der Beschwerdekammer die Gesuchstellerin auf, innert einer nicht verlängerbaren Frist von zehn Tagen ihr Ausstandsgesuch im Sinne der gesetzlichen Vorgaben zu verbessern, verbunden mit dem Hinweis, dass auf das Gesuch nicht eingetreten werde, wenn die Eingabe auch nach Ablauf dieser Nachfrist nicht den gesetzlichen Anforderungen genüge.
Die Gesuchstellerin reichte fristgerecht mit Eingabe vom 27. Januar 2017 eine «Verbesserung der Begründung» ein. Am 31. Januar 2017 reichte sie einen Nachtrag zu ihrer Verbesserung ein.
2. In ihrer Eingabe vom 27. Januar 2017 zählt die Gesuchstellerin drei Punkte auf, die ihrer Ansicht nach die Befangenheit der Gerichtspräsidentin begründen. Von diesen drei Punkten betreffen zwei (Ziff. 2 und 3) den Sachverhalt und haben nichts mit der für die Beurteilung des Falles zuständigen Gerichtspräsidentin zu tun. Dasselbe gilt für den Nachtrag vom 31. Januar 2017. Unter Ziff. 1 des Schreibens vom
27. Januar 2017 macht die Gesuchstellerin sinngemäss geltend, das Gesuch um amtliche Verteidigung sei abgewiesen worden, obwohl es ein solches Gesuch gar nicht gegeben habe. Es ist nicht verständlich, was die Gesuchstellerin damit geltend machen will, hat sie doch in ihrer Eingabe vom 14. November 2016 an das Regionalgericht (Vorakten, pag. 127) noch behauptet, ihr stehe ein Pflichtverteidiger zu und bat um Herstellung des Kontakts mit einem solchen. Das Gesuch um amtliche Verteidigung wurde daraufhin am 16. Dezember 2016 abgewiesen (pag. 130). Sofern sie im vorliegenden Verfahren damit zum Ausdruck bringen möchte, der Ausstandsgrund sei in der Abweisung ihres Gesuchs um Beiordnung eines amtlichen Verteidigers zu sehen, so wäre dies unbegründet, weil die blosse Ablehnung einer Pflichtverteidigung für sich allein keine unzulässige Mehrfachbefassung im Sinne von Art. 56 Bst. b Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) darstellt (BOOG, in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung,
2. Aufl., N. 33 zu Art. 56).
Das die Begründungsanforderung weitestgehend nicht erfüllende Ausstandsgesuch ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
3. Die Kosten des Ausstandsverfahrens werden gestützt auf Art. 59 Abs. 4 Satz 2 StPO der Gesuchstellerin auferlegt.
Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:
1. Das Ausstandsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Die Kosten des Ausstandsverfahrens, bestimmt auf CHF 300.00, werden der Gesuchstellerin auferlegt.
3. Zu eröffnen:
- der Beschuldigten/Gesuchstellerin
- der Gesuchsgegnerin (mit den Akten)
Bern, 3. Februar 2017 Im Namen der Beschwerdekammer in Strafsachen Der Präsident i.V.:
Oberrichter Trenkel Der Gerichtsschreiber:
Kind
Die Verfahrenskosten werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung gestellt.
Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.