Appeal Against Grant of Free Legal Aid to Private Claimant Dismissed for Lack of Standing
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertIn a criminal case of fraud or embezzlement, the accused filed an appeal against the Public Prosecutor's decision granting free legal aid to the private claimant (victim), including the appointment of an official counsel, under Art. 136 of the Swiss Criminal Procedure Code (StPO). The court dismissed the appeal on the grounds of lack of *locus standi* (legal standing) and lack of overriding legal interest for the accused, as the challenged decision immediately affects only the private claimant by relieving her of advance and security payment obligations and temporarily of procedural costs. The court reasoned that the accused is not directly affected by the allocation of free legal aid to the private claimant; furthermore, should the accused be convicted, the costs of the private claimant's official counsel would only be borne by the accused if they are in favorable financial circumstances (Art. 426 para. 4 StPO), which actually places the accused in a potentially more favorable position regarding cost recovery.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 382 Abs. 1 StPO, Art. 136 StPO, Art. 393 Abs. 1 Bst, Art. 396 Abs. 1 Schwei, Art. 426 Abs. 4 StPO, Art. 428 Abs. 1 StPO; Appeal Against Grant of Free Legal Aid to Private Claimant Dismissed for Lack of Standing: 136 of the Swiss Criminal Procedure Code (StPO). The court dismissed the appeal on the grounds of lack of *locus standi* (legal standing) and lack of overriding legal interest for the accused, as the challenged decision immediately affects only the private claimant by relieving her of advance and security payment obligations and temporarily of procedural costs. The court reasoned that the accused is not directly affected by the allocation of free legal aid to the private claimant; furthermore, should the accused be convicted, the costs of the private claimant's official counsel would only be borne by the accused if they are in favorable financial circumstances (Art. 426 para. 4 StPO), which actually places the accused in a potentially more favorable position regarding cost recovery.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertCited in the reasoning section as the basis for assessing the appellant's standing (Beschwerdelegitimation) to appeal, which determined the non-admission of the appeal in order No. 1.
Cited in the reasoning section regarding the right to free legal aid granted to the private plaintiff, which was the subject of the challenged decision.
Cited as the procedural basis for imposing costs on the appellant due to the outcome of the decision.
While BGG articles are mentioned in the legal recourse section, they are not explicitly cited in orders No. 1, 2, or 3, which constitute the final dispositive.
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Cited in the reasoning (E. 2.2) regarding the conditions under which the appellant might have to bear costs, but not in the dispositive.
Cited in the reasoning (E. 2.1) regarding the general appeal procedure, but not in the dispositive.
Cited in the reasoning (E. 2.1) regarding the general appeal procedure, but not in the dispositive.
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Volltext
Obergericht Cour suprême des Kantons Bern du canton de Berne
Beschwerdekammer in Chambre de recours pénale Strafsachen
Hochschulstrasse 17 Postfach Beschluss 3001 Bern BK 16 539 Telefon +41 31 635 48 09 Fax +41 31 635 48 15 obergericht-straf.bern@justice.be.ch www.justice.be.ch/obergericht Bern, 15. Februar 2017
Besetzung Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Stucki, Oberrichter J. Bähler Gerichtsschreiber Müller
Verfahrensbeteiligte A.________ v.d. Rechtsanwalt B.________ Beschuldigter/Beschwerdeführer
C.________ a.v.d. Fürsprecher und Notar D.________ Strafund Zivilklägerin
Gegenstand unentgeltlicher Rechtsbeistand
Strafverfahren wegen Betrugs, evtl. Veruntreuung
Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 2. Dezember 2016 (BM 16 49990) Regeste: Art. 382 Abs. 1 StPO; Beschwerdelegitimation des Beschuldigten gegen die staatsanwaltschaftliche Verfügung, der Privatklägerschaft die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren Von der angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen ist ausschliesslich die Strafund Zivilklägerin, indem ihr das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege für die Privatklägerschaft gemäss Art. 136 StPO zuerkannt wird. Auf die Beschwerde ist deshalb mangels Rechtschutzinteresses des Beschuldigten/Beschwerdeführers nicht einzutreten (E. 2.4).
Erwägungen:
1. Die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) führt gegen A.________ (nachfolgend: Beschwerdeführer) ein Strafverfahren wegen Betrugs, evtl. Veruntreuung. Am 2. Dezember 2016 gewährte sie C.________ (nachfolgend: Strafund Zivilklägerin) die unentgeltliche Rechtspflege und bestellte ihr Rechtsanwalt D.________ als amtlichen Rechtsbeistand.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 21. Dezember 2016 Beschwerde und verlangte sinngemäss deren Aufhebung. Am 29. Dezember 2016 beantragte die Generalstaatsanwaltschaft das kostenfällige Nichteintreten auf die Beschwerde. Dasselbe beantragte die Strafund Zivilklägerin. Mit Eingabe vom
3. Februar 2017 verzichtete der Beschwerdeführer auf eine Replik.
2.
2.1 Gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden (Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 Schweizerische Strafprozessordnung [StPO; SR 312], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Vorliegend ist es fraglich, ob der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert ist (Art. 382 Abs. 1 StPO).
2.2 Die Generalstaatsanwaltschaft hält dazu fest, die Strafund Zivilklägerin sei von der Vorschussund Sicherheitsleistungspflicht sowie vorläufig von den Verfahrenskosten inklusive Kosten für die unentgeltliche Verbeiständung befreit worden. Somit betreffe die angefochtene Verfügung nur die Rechtstellung der Strafund Zivilklägerin, während der Beschwerdeführer durch sie nicht in seinen eigenen Rechten unmittelbar betroffen sei. Eine unmittelbare Betroffenheit könne im jetzigen Verfahrensstadium auch nicht mit dem möglichen Verlust des Rechts des Beschwerdeführers, eine Prozesskostensicherheit zu verlangen, begründet werden (Beschluss des Obergerichts BK 16 141 vom 13. April 2016). Dasselbe gelte für die Möglichkeit der Zusprechung einer Prozessentschädigung zulasten der beschuldigten Person. Diese bestehe unabhängig von der Gewährung des Rechts auf unentgeltliche Prozessführung. Werde der Privatklägerschaft die unentgeltliche Verbeiständung gewährt, so sehe sich die beschuldigte Person sogar in einer günstigeren Position, da sie diese Kosten (im Fall einer Verurteilung) nur tragen müsse, wenn sie sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen befinde (Art. 426 Abs. 4 StPO), was vom Beschwerdeführer bestritten werde.
2.3 Der Beschwerdeführer äussert sich nicht zu seiner Beschwerdelegitimation.
2.4 Zu Recht hält die Generalstaatsanwaltschaft fest, dass auf die Beschwerde mangels Rechtschutzinteresses des Beschwerdeführers nicht einzutreten ist. Auf deren Ausführungen wird verwiesen (vorne E. 2.2). Von der angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen ist ausschliesslich die Strafund Zivilklägerin, indem ihr das Recht auf unentgeltliche Rechtspflege gemäss Art. 136 StPO zuerkannt wird. Daran vermögen die Ausführungen des Beschwerdeführers, welche sich im Wesentlichen mit dem Sachverhalt des laufenden Strafverfahrens auseinandersetzen, nichts zu ändern.
3. Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 428 Abs. 1 StPO).
Die Entschädigung für Rechtsanwalt D.________ für das Beschwerdeverfahren wird durch die Staatsanwaltschaft beziehungsweise das urteilende Gericht am Ende des Verfahrens festgelegt werden.
Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 400.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
3. Die Entschädigungen werden durch die Staatsanwaltschaft beziehungsweise das urteilende Gericht am Ende des Verfahrens festgesetzt.
4. Zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Beschwerdeführer, v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft
- der Strafund Zivilklägerin, a.v.d. Fürsprecher D.________ Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland, Staatsanwältin E.________ (mit den Akten)
Bern, 15. Februar 2017 Im Namen der Beschwerdekammer in Strafsachen Die Präsidentin:
Oberrichterin Schnell Der Gerichtsschreiber:
Müller
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung gestellt.
Rechtsmittelbelehrung Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.