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BK 2014 141 • OG BE BK 2014 141 KI-generiert

Copyright and Unfair Competition Infringement Prosecution Discretion After Prosecutor's Non-Commencement Ruling

Geschäftsnummer BK 2014 141
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Bern (CH-BE)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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A private limited company filed a criminal complaint against an individual for copyright infringement (URG) and unfair competition (UWG), which the Public Prosecutor's Office declined to pursue via a non-commencement order, leading to an appeal by the complainant. The court upheld the non-commencement decision, reasoning that since criminal offenses under URG and UWG rely on problematic civil law definitions—which inherently involve interpretative latitude regarding aspects like the economic impairment for standing (UWG) or the threshold for a work's individuality or originality (URG)—the term "clearly" ("eindeutig") in Art. 310(1)(a) SCCP (Code of Criminal Procedure) must be interpreted to allow prosecution authorities to dispose of sufficiently clear cases outside the scope of criminal liability via a non-commencement order, even if the underlying civil law provisions permit interpretation. The court concluded that compelling judicial review for all such borderline cases would effectively negate the possibility of non-commencement, and therefore, the prosecutor's decision to dismiss the complaint was justified in this specific instance.

Legislator-Regeste

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Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO, Art. 310 StPO, Art. 1 StGB, Art. 2 URG; Copyright and Unfair Competition Infringement Prosecution Discretion After Prosecutor's Non-Commencement Ruling: The court upheld the non-commencement decision, reasoning that since criminal offenses under URG and UWG rely on problematic civil law definitions—which inherently involve interpretative latitude regarding aspects like the economic impairment for standing (UWG) or the threshold for a work's individuality or originality (URG)—the term "clearly" ("eindeutig") in Art. 310(1)(a) SCCP (Code of Criminal Procedure) must be interpreted to allow prosecution authorities to dispose of sufficiently clear cases outside the scope of criminal liability via a non-commencement order, even if the underlying civil law provisions permit interpretation. The court concluded that compelling judicial review for all such borderline cases would effectively negate the possibility of non-commencement, and therefore, the prosecutor's decision to dismiss the complaint was justified in this specific instance.

Schlagwörter

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zivilrechtliche Urheberrechtsverletzung Strafverfolgung unlauterer Wettbewerb Auslegung des Rechts Wirtschaftsrecht Zivilprozessordnung Nichtanhandnahme des Verfahrens (Leitentscheid) | Einstellung/Nichtanhandnahme

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO

This provision was cited in the reasoning to justify the non-commencement of proceedings (Nichtanhandnahme), which was upheld indirectly as not being an abuse of discretion by the prosecution.

Art. 1 StGB

Cited in the reasoning to discuss the problematic nature of the UWG criminal provisions relying on civil law definitions with respect to the certainty requirement (Bestimmtheitsgebot).

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Volltext

BK 2014 141 Beschluss der Beschwerdekammer in Strafsachen Oberrichterin Schnell (Präsidentin), Oberrichter Trenkel, Oberrichter Stucki Gerichtsschreiber Kind

vom 13. Oktober 2014

in der Strafsache gegen

A.

Beschuldigte

B. GmbH, handelnd durch C. vertreten durch Rechtsanwalt X.

Strafklägerin/Beschwerdeführerin

wegen Widerhandlung gegen das Urheberrecht sowie unlauterer Wettbewerb / Nichtanhandnahme

Regeste Die angezeigten URG- und UWG-Tatbestände greifen zur Beurteilung der Strafbarkeit letztlich auf zivilrechtliche Definitionen zurück, was problematisch ist. „Eindeutig“ im Sinne von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO ist mit Rücksicht darauf zu interpretieren. Den Strafverfolgungsbehörden muss es möglich sein, ausreichend klare Einzelfälle, die ausserhalb des strafbewehrten Bereichs des URG und des UWG anzusiedeln sind, auf dem Weg der Nichtanhandnahme zu erledigen, auch wenn die zivilrechtlichen Bestimmungen Raum zur Auslegung bieten.

Redaktionelle Vorbemerkungen Die Beschwerdeführerin reichte gegen die Beschuldigte Anzeige wegen unlauterem Wettbewerb sowie Widerhandlungen gegen das Urheberrecht ein. Die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland verfügte die Nichtanhandnahme des Verfahrens. Dagegen erhob die Strafklägerin Beschwerde bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts Bern.

Auszug aus den Erwägungen:

[...]

6. Die Beschwerdeführerin ist der Auffassung, die Staatsanwaltschaft habe den Anwendungsbereich von Art. 310 StPO verkannt. Nur in eindeutigen Fällen dürfe sie ein Verfahren nicht an die Hand nehmen. Dem kann entsprechend den vorstehenden Ausführungen nicht gefolgt werden.

„Eindeutig“ im Sinne von Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO ist vor dem Hintergrund der problematischen Aspekte der UWG-Straftatbestände zu verstehen. Bei der Beurteilung der Strafbarkeit nach UWG wird auf zivilrechtliche Definitionen zurückgegriffen, was im Hinblick auf das strafrechtliche Bestimmtheitsgebot (Art. 1 StGB) problembehaftet ist (vgl.

KILLIAS/GILLIÉRON, in: Basler Kommentar UWG, Vorbemerkungen zu Art. 23-27 N 2 mit weiteren Hinweisen). Es muss den Strafverfolgungsbehörden möglich bleiben, ausreichend klare Fälle auf dem Weg der Nichtanhandnahme zu erledigen, auch wenn die zivilrechtlichen Bestimmungen – wie hier im Bereich des UWG die Frage der wirtschaftlichen Beeinträchtigung bei der Aktivlegitimation – Raum zur Auslegung bieten. Analoges lässt sich auch für die angezeigten URG-Delikte sagen. Die Definition, was im Sinne von Art. 2 URG ausreichend individualisiert und damit Werkcharakter zukommt, ist auslegungsbedürftig, wobei ein Ermessensspielraum besteht, insbesondere wie hier bei der Beurteilung, ob sich eine Website gesamthaft betrachtet vom allgemein Üblichen abhebt.

Eine Nichtanhandnahme des Verfahrens gestützt auf Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO wäre dann de facto ausgeschlossen. Ebenso wenig wäre eine Einstellung möglich. Es kann jedoch nicht sein, dass deswegen „eindeutig“ nicht erfüllte Straftatbestände (mutatis mutandis angewendet auf Tatbestände mit zivilrechtlichem Auslegungsspielraum) immer von einem Richter zu beurteilen wären. Dass die Staatsanwaltschaft die Anzeige der Beschwerdeführerin auf dem Wege der Nichtanhandnahme erledigte, ist deshalb in diesem konkreten Fall nicht zu beanstanden.

[...]