Claimant v. Unemployment Insurance Office: Childcare Eligibility and Benefits Appeal Modification
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertA claimant contested the Unemployment Insurance Office's decision to deny her unemployment benefits and eligibility for placement, arguing that the care arrangements for her two children, particularly during school holidays, were insufficient. Following the appeal, the court introduced evidence, including a custodial certificate for one child and a completed childcare questionnaire, which had not been adequately considered in the initial decision and subsequent objection. Crucially, the court's instruction judge, based on the new evidence, suggested that the claimant be deemed eligible for placement and therefore entitled to 100% of the benefits starting from August 12, 2024, leading to a joint, consensual motion from both parties agreeing to this compromise. The court consequently partially upheld the appeal, modifying the original decision to confirm the claimant's full eligibility for placement and benefits from the agreed-upon date, while dismissing the remainder of her appeal and denying her procedural costs due to the relatively limited effort required for the appeal.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 1 Abs. 1 AVIG, Art. 61 lit. a ATSG; Claimant v. Unemployment Insurance Office: Childcare Eligibility and Benefits Appeal Modification: Following the appeal, the court introduced evidence, including a custodial certificate for one child and a completed childcare questionnaire, which had not been adequately considered in the initial decision and subsequent objection. Crucially, the court's instruction judge, based on the new evidence, suggested that the claimant be deemed eligible for placement and therefore entitled to 100% of the benefits starting from August 12, 2024, leading to a joint, consensual motion from both parties agreeing to this compromise. The court consequently partially upheld the appeal, modifying the original decision to confirm the claimant's full eligibility for placement and benefits from the agreed-upon date, while dismissing the remainder of her appeal and denying her procedural costs due to the relatively limited effort required for the appeal.
Schlagwörter
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KI-generiertCited in relation to the decision not to levy procedural costs.
Cited in relation to the decision not to levy procedural costs.
Cited to establish the single-judge jurisdiction based on the parties' joint application.
Volltext
ALV 200 2024 612 FUE/SCC/STA
Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung
Urteil des Einzelrichters vom 13. Januar 2025
Verwaltungsrichter Furrer Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero
A.________ Beschwerdeführerin
gegen
Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern Beschwerdegegner
betreffend Einspracheentscheid vom 5. September 2024 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Januar 2025, ALV 200 2024 612
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
- Mit Verfügung vom 17. Mai 2024 (act. IIA 85 f.) bzw. Einsprache-
entscheid vom 5. September 2024 (act. IIA 23 f.) verneinte das Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern (fortan Beschwerdegegner)
die Vermittlungsfähigkeit und die Anspruchsberechtigung auf Arbeitslosenentschädigung von A.________ mit der Begründung, die Betreuung ihrer beiden Kinder sei nicht belegt, insbesondere während den Schulferien.
- Mit Eingabe vom 6. September 2024 erhob A.________ Beschwerde gegen den Einspracheentscheid und beantragte sinngemäss die Aufhebung des Einspracheentscheids und die Bejahung der Vermittlungsfähigkeit sowie der Anspruchsberechtigung.
- Nach Edition der amtlichen Akten forderte der Instruktionsrichter den Beschwerdegegner zur Einreichung einer Beschwerdeantwort auf und wies darauf hin, dass ein aktenkundiger Obhutsnachweis im angefochtenen Einspracheentscheid nicht erwähnt und berücksichtigt worden sei.
- Mit Beschwerdeantwort vom 6. November 2024 schloss der Beschwerdegegner auf Abweisung der Beschwerde. Eventualiter sei die Vermittlungsfähigkeit ab dem 12. August 2024 zu bejahen. Der Beschwerdegegner wies darauf hin, dass die Verfügbarkeit der angegebenen Betreuungsperson nach wie vor ungeklärt sei, weil der entsprechende Fragebogen nicht beantwortet worden sei.
- In der Folge bat der Instruktionsrichter die Betreuungsperson um Beantwortung diverser Fragen zur Betreuung des Kindes B.________. Der beantwortete Fragebogen ging am 27. November 2024 beim Gericht ein.
- Alsdann ging der Instruktionsrichter im Sinne einer ersten Einschätzung der Akten von der Vermittelbarkeit und der Anspruchsberechtigung der Beschwerdeführerin ab dem 12. August 2024 im Umfang von 100 % aus und erkundigte sich sowohl beim Beschwerdegegner als auch bei
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Januar 2025, ALV 200 2024 612
der Beschwerdeführerin, ob in diesem Sinne von einem gemeinsamen Antrag ausgegangen werden könne.
- Der Beschwerdegegner liess sich am 13. Dezember 2024 zustimmend vernehmen, die Beschwerdeführerin am 8. Januar 2025 (Posteingang:
13. Januar 2025).
- Es liegt damit ein gemeinsamer Antrag der Parteien vor. Diesem ist in Anbetracht der Rechtsund Sachlage, namentlich unter Berücksichtigung des Obhutsnachweises betreffend den Sohn B.________ vom 24. August 2024 (act. IIA 60) sowie des Fragebogens zur Kinderbetreuung vom 22. November 2024 (im Gerichtsdossier), zu entsprechen.
- Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
- Eine Parteientschädigung ist der Beschwerdeführerin trotz teilweisem Obsiegen nicht zuzusprechen, da der Aufwand für die Beschwerdeführung nicht das Mass dessen überstieg, was dem Einzelnen zur Besorgung eigener Angelegenheiten zugemutet werden darf (BGE 127 V
205 E. 4b S. 207).
- Bei einem gemeinsamen Antrag ist gemäss Art. 57 Abs. 4 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) die einzelrichterliche Zuständigkeit gegeben.
- Abschliessend bleibt festzuhalten, dass die Zuständigkeit für die Beurteilung des von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Erlassgesuches (Eingabe vom 8. Januar 2025) bei der Verwaltung liegt.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 13. Januar 2025, ALV 200 2024 612
Demnach entscheidet der Einzelrichter:
1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid des Amts für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern vom 5. September 2024 insoweit abgeändert, als die Vermittelbarkeit und die Anspruchsberechtigung ab dem 12. August 2024 im Umfang von 100 % bejaht wird. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteientschädigung zugesprochen.
3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst (samt Eingabe vom 8. Januar 2025)
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.