Insured Person v. Social Insurance Authority (Appeal Inadmissibility Due to Procedural Flaws and Deemed Service)
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Administrative Court declined to hear the appeal of an insured individual concerning an objection decision related to a social insurance matter, because the initial e-mail submission did not meet the formal requirements for an appeal (lacking a specific request, grounds, and a handwritten signature). The court's procedural order demanding the submission's rectification, sent to the address provided by the insured and later to a more recent address from the central registry, was repeatedly unsuccessful; the court, therefore, deemed the delivery of the improvement request to have been validly effected under the principle that parties initiating proceedings must ensure they can receive legal process acts, by updating their address or arranging for mail forwarding, otherwise attempted delivery at the last known address is considered successful. As no improved submission was filed within the statutory 30-day period following the deemed receipt of the procedural order, the court ruled that the appeal was inadmissible.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 38 Abs. 1 ATSG, Art. 44 Abs. 5 lit. a VRPG, Art. 60 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 38 Abs. 1 ATSG, Art. 57 Abs. 1 i.V.m. Art. 108 BGG, Art. 66 al. 1 LTF; Insured Person v. Social Insurance Authority (Appeal Inadmissibility Due to Procedural Flaws and Deemed Service): The court's procedural order demanding the submission's rectification, sent to the address provided by the insured and later to a more recent address from the central registry, was repeatedly unsuccessful; the court, therefore, deemed the delivery of the improvement request to have been validly effected under the principle that parties initiating proceedings must ensure they can receive legal process acts, by updating their address or arranging for mail forwarding, otherwise attempted delivery at the last known address is considered successful. As no improved submission was filed within the statutory 30-day period following the deemed receipt of the procedural order, the court ruled that the appeal was inadmissible.
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KI-generiertThis reference was used in the reasoning to determine the start and end of the appeal deadline which resulted in the non-admission of the appeal (Point 1).
This provision dictates the manner of notification (publication in the official gazette) for the decision due to the appellant's unknown whereabouts.
This provision establishes the single-judge jurisdiction for rendering the decision.
Although not explicitly numbered in the dispositive, procedural points like non-admission often implicitly rely on procedural articles; however, based strictly on the dispositive: if the main reason for inadmission (Point 1) is implicitly rooted in Article 108 BGG due to failure to meet formal requirements after the deadline, it might be included. Since the decision explicitly states 'nicht einzutreten' (not to enter into the merits) due to failure to improve submissions, the procedural basis is implied failure to meet requirements, but only explicitly cited procedural/cost rules are included.
This article governs the allocation of procedural costs, which the dispositive explicitly rules upon in Point 2 (stating no costs will be levied).
Volltext
200 21 472 UV FUE/SCC/LAB
Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung
Urteil des Einzelrichters vom 12. Juli 2021
Verwaltungsrichter Furrer Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero
A.________ z.Z. unbekannten Aufenthalts Versicherter
gegen
Ersatzkasse UVG Postfach, 8010 Zürich Vorinstanz
betreffend Einspracheentscheid vom 4. Juni 2021 (Schaden-Nr. 2020 7176641) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2021, UV/21/472, Seite 2
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
Am 25. Juni 2021 kamen dem Verwaltungsgericht in obenerwähnter Sache – zuständigkeitshalber weitergeleitet durch das Obergericht des Kantons Bern sowie das Regionalgericht Bern-Mittelland – E-Mails des A.________ vom 24. Juni 2021 samt angehängten Beilagen zu.
Gemäss diesen Beilagen (u.a. Einspracheentscheid der Ersatzkasse UVG vom 4. Juni 2021; Eingaben des A.________ vom 6. und 7. April 2021 an die Ersatzkasse UVG; Akten des Oberbzw. Regionalgerichts [act. I] unpaginiert) war A.________ an der … in … wohnhaft.
Mit prozessleitender Verfügung vom 25. Juni 2021 wurde festgestellt, dass die E-Mails des A.________ den Anforderungen an eine Beschwerde nicht genügen (fehlender Antrag, fehlende Begründung, fehlende eigenhändige Unterschrift), weshalb er seine Eingaben innerhalb der offensichtlich noch laufenden Beschwerdefrist zu verbessern bzw.
eine den gesetzlichen Anforderungen genügende Eingabe zu verfassen habe. Falls innert Frist keine genügende Eingabe eingereicht werde, könne auf seine Eingaben nicht eingetreten werden.
Nachdem die prozessleitende Verfügung vom 25. Juni 2021 A.________ an der angegebenen Adresse nicht zugestellt werden konnte, wurde sie ihm am 2. Juli 2021 zunächst per E-Mail und – nach Erkundigungen hinsichtlich seiner AHV-Nummer und Suche im Register der Zentralen Personenverwaltung (ZPV) – alsdann postalisch an seine gemäss ZPV seit …. März 2021 gültige Adresse (…) zugestellt. Die postalische Zustellung blieb erneut erfolglos.
Mit den Eingaben vom 24. Juni 2021 hat der Versicherte ein Prozessrechtsverhältnis begründet, das ihn verpflichtet, sich nach Treu und Glauben so zu verhalten, dass ihm Prozessrechtsakte zugestellt werden können (vgl. MICHEL DAUM, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 44 N. 7). Wer sich für längere Zeit vom Adressort entfernt, den er den Behörden bekanntgegeben hat, muss deshalb die neue Adresse melden, eine Vertretung bestellen oder dafür sorgen, dass ihm die Post nachgesendet wird. Andernfalls hat er Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2021, UV/21/472, Seite 3
eine am bisherigen Ort versuchte Zustellung als erfolgt gelten zu lassen (vgl. DAUM, a.a.O., Art. 44 N. 29 und 30; Urteil des Bundesgerichts vom
21. März 2016, 9C_102/2016, E. 2).
A.________ hat nach dem Dargelegten die Zustellung der prozessleitenden Verfügung vom 25. Juni 2021 – an die in seinen Beilagen, insbesondere auf seinen Eingaben, aufgeführte Adresse – als ihm gegenüber erfolgt gelten zu lassen und muss sich demnach den Empfang der Verbesserungsaufforderung entgegenhalten lassen. Überdies wurde ihm die prozessleitende Verfügung auch noch am 2. Juli 2021 per E- Mail zugestellt. Auf eine erneute postalische Zustellung der besagten prozessleitenden Verfügung ist mangels bekannter aktueller Adresse des Versicherten zu verzichten.
Mit Blick darauf, dass A.________ gemäss dem ins Recht gelegten E- Mail-Verkehr am 7. Juni 2021 offenkundig über den angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. Juni 2021 verfügte, begann die 30-tägige Beschwerdefrist am Tag darauf zu laufen und endete (spätestens; die Zustellung des Einspracheentscheids erfolgte mittels A-Post Plus) am Mittwoch den 7. Juli 2021 (Art. 60 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 38 Abs. 1 ATSG).
Nachdem trotz entsprechender Aufforderung innert der Rechtsmittelfrist keine Verbesserung der Eingaben vom 24. Juni 2021 erfolgt ist, ist darauf – wie angekündigt – nicht einzutreten.
Es sind weder Verfahrenskosten zu erheben noch ist eine Parteientschädigung zuzusprechen.
Dieser Entscheid fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 [GSOG;
BSG 161.1]).
Das vorliegende Urteil ist infolge unbekannten Aufenthalts des Beschwerdeführers im Amtsblatt zu eröffnen (Art. 44 Abs. 5 lit. a VRPG). Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Juli 2021, UV/21/472, Seite 4
Demnach entscheidet der Einzelrichter:
1. Auf die Eingaben vom 24. Juni 2021 wird nicht eingetreten.
2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteientschädigung zugesprochen.
3. Zu eröffnen (R):
- A.________ (durch Publikation des Dispositivs im Amtsblatt Kanton
Bern)
- Ersatzkasse UVG
- Bundesamt für Gesundheit
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.