Invalid Insurance Office v. Claimant (Remittal for Further Investigation)
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case centered on a dispute over a social insurance decision by the Invalidity Insurance (IV) Office, which had denied the claimant's request for a minor-degree helplessness allowance. After the claimant appealed the initial decision, the IV Office changed its position during the appeal process and requested that the case be returned for further investigation, an application the claimant subsequently joined, resulting in a joint motion. The court, noting the joint request and the need for further clarification of the facts, granted the appeal, overturned the IV Office's original ruling, and remitted the matter to the IV Office for additional investigation and a new decision. Consequently, the court deemed the IV Office, having failed to adequately investigate the matter administratively and agreeing to the remission, the losing party, requiring it to bear the court costs of CHF 200 and compensate the claimant for party costs amounting to CHF 1,497.70.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 69 Abs. 1bis IVG, Art. 61 lit. g ATSG; Invalid Insurance Office v. Claimant (Remittal for Further Investigation): After the claimant appealed the initial decision, the IV Office changed its position during the appeal process and requested that the case be returned for further investigation, an application the claimant subsequently joined, resulting in a joint motion. The court, noting the joint request and the need for further clarification of the facts, granted the appeal, overturned the IV Office's original ruling, and remitted the matter to the IV Office for additional investigation and a new decision. Consequently, the court deemed the IV Office, having failed to adequately investigate the matter administratively and agreeing to the remission, the losing party, requiring it to bear the court costs of CHF 200 and compensate the claimant for party costs amounting to CHF 1,497.70.
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KI-generiertCited in the reasoning section to justify imposing court costs on the appellee (Beschwerdegegnerin), which is implicitly confirmed by the order in point 2.
Cited to establish the right of the prevailing party to reimbursement of legal costs (Parteientschädigung) in administrative proceedings related to social security benefits.
Cited to establish the jurisdiction of the single judge (Einzelrichter) for rendering this decision.
Cited in the reasoning to establish that the appeal proceedings regarding disability insurance benefits are subject to court costs.
Volltext
200 21 397 IV LOU/BRO/LAB
Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung
Urteil des Einzelrichters vom 27. August 2021
Verwaltungsrichter Loosli Gerichtsschreiberin Brunner
A.________ vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ Beschwerdeführerin
gegen
IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin
betreffend Verfügung vom 27. April 2021 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2021, IV/21/397, Seite 2
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
Mit Eingabe vom 28. Mai 2021 erhob A.________ (Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________, Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. April 2021, worin die IV-Stelle Bern (Beschwerdegegnerin) den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung abgewiesen hatte. Die Beschwerdeführerin liess die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprechung einer Hilflosenentschädigung leichten Grades beantragen.
Mit Beschwerdeantwort vom 28. Juni 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei insoweit gutzuheissen, als die Sache zur weiteren Abklärung zurückzuweisen sei. Parteikosten seien keine auszurichten.
Mit prozessleitender Verfügung vom 30. Juni 2021 forderte der Instruktionsrichter die Beschwerdeführerin zur Mitteilung auf, ob sie dem Antrag der Beschwerdegegnerin folge und damit ein gemeinsamer Antrag vorliege.
Mit Eingabe vom 24. August 2021 schloss sich die Beschwerdeführerin in der Hauptsache dem Antrag gemäss Beschwerdeantwort vom
28. Juni 2021 an.
In der Hauptsache liegt ein gemeinsamer Antrag vor. Diesem ist in Anbetracht der Sachund Rechtslage zu entsprechen.
Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Unter Berücksichtigung des übereinstimmenden Antrages werden die Verfahrenskosten vorliegend auf Fr. 200.-- festgelegt. Diese hat die als unterliegend geltende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]; BVR 2009 S. 186 E. 4).
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2021, IV/21/397, Seite 3
Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des (bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicherte Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 137 V 57 E. 2.1
S. 61). Dies gilt unabhängig davon, ob die Rückweisung beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Hauptoder im Eventualantrag gestellt wird (SVR 2017 KV Nr. 9 S. 43 E. 9.1).
Die Parteientschädigung ist entsprechend der angemessenen Kostennote von Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ vom 28. April 2021 (recte
24. August 2021) auf gesamthaft Fr. 1'497.70 (Honorar Fr. 1'325.-- zuzüglich Auslagen von Fr. 65.60 und Mehrwertsteuer von Fr. 107.08)
festzusetzen. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege als gegenstandslos geworden abzuschreiben.
Für diesen Entscheid ist der Einzelrichter zuständig (Art. 57 Abs. 4 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]).
Demnach entscheidet der Einzelrichter:
1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 27. April 2021 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung und anschliessendem Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2021, IV/21/397, Seite 4
2. Die Verfahrenskosten von Fr. 200.-- werden der Beschwerdegegnerin zur Bezahlung auferlegt.
3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 1'497.70 (inkl. Auslagen und MWST), zu ersetzen.
4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.
5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 24. August 2021)
- Bundesamt für Sozialversicherungen
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.