Cantonal Court Upholds Appeal on AHV Contribution Offset Following Federal Remand
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Cantonal Administrative Court had to re-evaluate a case concerning an individual's old-age and survivors' insurance (AHV) contributions after the Federal Supreme Court partially upheld the individual's appeal, annulled the previous cantonal decision, and remanded the matter for further investigation, specifically regarding whether overpaid contributions from 2006 to 2009 had already been offset under previous law. Following the remand, the instructing judge obtained an official report from the Cantonal Tax Administration and received submissions from both the insured person (appellant) and the Compensation Fund (respondent), which ultimately led to a joint request by the parties to uphold the complaint. Based on the parties' agreement and the established legal and factual circumstances, the court granted the appeal and definitively annulled the contested decision of the Compensation Fund concerning the contribution assessment, further awarding the successful appellant total party costs of CHF 4,214.80, which included a reduced amount for the initial legal representation and the full amount for the subsequent legal counsel, but excluded costs claimed for additional specialist representation deemed unnecessary during the limited scope of the remanded proceedings.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 61 lit. g ATSG, Art. 52 Abs. 3 Satz, Art. 61 lit. a ATSG, Art. 1 Abs. 1 AHVG, Art. 52 Abs. 3 Satz 2 ATSG; Cantonal Court Upholds Appeal on AHV Contribution Offset Following Federal Remand: Following the remand, the instructing judge obtained an official report from the Cantonal Tax Administration and received submissions from both the insured person (appellant) and the Compensation Fund (respondent), which ultimately led to a joint request by the parties to uphold the complaint. Based on the parties' agreement and the established legal and factual circumstances, the court granted the appeal and definitively annulled the contested decision of the Compensation Fund concerning the contribution assessment, further awarding the successful appellant total party costs of CHF 4,214.80, which included a reduced amount for the initial legal representation and the full amount for the subsequent legal counsel, but excluded costs claimed for additional specialist representation deemed unnecessary during the limited scope of the remanded proceedings.
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KI-generiertApplied to grant the successful appellant compensation for his party costs incurred in the administrative court proceedings.
Applied in conjunction with Art. 1 Abs. 1 AHVG to rule that no court fees shall be charged.
Cited in conjunction with Art. 61 lit. a ATSG to rule that no court fees shall be charged.
Cited to justify the reduction of party costs related to pre-litigation work which is not compensable.
Volltext
200 14 869 AHV SCP/PRN/ARJ
Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung
Urteil des Einzelrichters vom 8. Juli 2015
Verwaltungsrichter Schütz Gerichtsschreiberin Prunner
A.________ vertreten durch B.________ Beschwerdeführer
gegen
Ausgleichskasse des Kantons Bern Abteilung Beiträge und Zulagen, Chutzenstrasse 10, 3007 Bern Beschwerdegegnerin
betreffend Bundesgerichtsentscheid vom 3. September 2014 (Rückweisung an Vorinstanz / AHV 944/13) Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juli 2015, AHV/14/869, Seite 2
Der Einzelrichter zieht in Erwägung:
Mit Urteil vom 3. September 2014 hiess das Bundesgericht die Beschwerde von A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 6. Februar 2014 (AHV/2013/944) teilweise gut, hob den angefochtenen Entscheid auf und wies die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Vorinstanz zurück. Im Übrigen wurde die Beschwerde abgewiesen (9C_215/2014).
In der Folge holte der Instruktionsrichter einen Amtsbericht der Steuerverwaltung des Kantons Bern vom 8. Mai 2015 sowie verschiedene Unterlagen und Stellungnahmen der Parteien ein.
Daraufhin beantragte die Ausgleichskasse des Kantons Bern (AKB bzw. Beschwerdegegnerin) mit Stellungnahme vom 12. Juni 2015 die Gutheissung der Beschwerde.
Damit liegt ein gemeinsamer Antrag der Parteien vor, welchem in Anbetracht der vom Instruktionsrichter in der Verfügung vom 12. Mai 2015 zusammengefassten Sachund Rechtslage (BGE 104 V 162 E. 1
S. 165) zu entsprechen ist.
Demnach ist in Gutheissung der Beschwerde der die Beitragsverfügung vom 22. Mai 2013 bestätigende Einspracheentscheid der AKB vom
22. Oktober 2013 (Datum des Poststempels) ersatzlos aufzuheben.
Verfahrenskosten sind in Anwendung von Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Altersund Hinterlassenenversicherung vom 20. Dezember 1946 (AHVG; SR 831.10) i.V.m. Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom
6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) keine zu erheben.
Der obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf Ersatz seiner, in den beiden verwaltungsgerichtlichen Verfahren entstandenen Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Mit Eingabe vom 7. Juli 2015 macht der Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juli 2015, AHV/14/869, Seite 3
Beschwerdeführer hierfür Gesamtkosten von Fr. 5‘844.80 geltend. Für die Festsetzung der Parteientschädigung ist wie folgt zu differenzieren:
Im mit Urteil vom 6. Februar 2014 abgeschlossenen Verfahren 200 2013 944 AHV war der Beschwerdeführer durch Herrn C.________, Dipl. Wirtschaftsprüfer, vertreten. Für seine diesbezüglichen Aufwendungen macht Herr C.________ mit Kostennote vom 24. Juni 2015 aufgrund eines Zeitaufwandes von 6,5 Stunden ein Honorar von Fr. 1‘560.-
- (6,5 h à Fr. 240.--) geltend. Darin enthalten sind jedoch Aufwendungen von 1,5 Stunden für das Verfassen der Einsprache. Da es hierbei um auch nach Art. 52 Abs. 3 Satz 2 ATSG nicht zu entschädigenden, vorprozessualen Aufwand handelt, ist die Parteientschädigung für diesen Verfahrensabschnitt um Fr. 360.-- (1,5 h à Fr. 240.--) auf Fr. 1‘200.-
- zu kürzen.
Seit dem bundesgerichtlichen Verfahren wird der Beschwerdeführer durch Rechtsanwalt B.________ vertreten. Mit Kostennote vom
7. Juli 2015 hat Rechtsanwalt B.________ für das Verfahren 200 2014
869 AHV ein Honorar von Fr. 2‘675.-- (10.7 Stunden à Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 116.50 und Mehrwertsteuer von Fr. 223.30 (8% auf Fr. 2‘791.50) geltend gemacht, was in Anbetracht der vom Gericht veranlassten Abklärungen und des weiteren Schriftenwechsels nicht zu beanstanden ist. Der entsprechende Parteikostenersatz wird somit auf Fr. 3‘014.80 (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt.
Anders verhält es sich mit dem Kostenersatz, welcher der Beschwerdeführer für den Beizug des Wirtschaftsprüfers C.________ während dieses Verfahrensabschnitts (Verfahren 200 2014 869 AHV) beansprucht. In Anbetracht der Umstände, dass mit dem Urteil des Bundesgerichts der Beweisgegenstand des Verfahrens auf die Frage beschränkt blieb, ob die in den Jahren 2006 bis 2009 zu viel bezahlten Beiträge entsprechend der früheren Rechtslage bereits aufgerechnet worden sind (vgl. dazu Verfügung vom 19. September 2014) und dass der Instruktionsrichter zur Klärung dieser Frage klare Beweisanordnungen erliess, erweist sich die vom Beschwerdeführer sinngemäss geltend gemachte Doppelvertretung als nicht geboten. Namentlich ist nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdeführer in seiner Eigenschaft als betriebswirt- Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juli 2015, AHV/14/869, Seite 4
schaftlicher Berater die ihn betreffenden rechtskräftigen Steuerveranlagungen (vgl. dazu die Aufforderung in der Verfügung vom 15. Dezember 2014) nicht selber beschafft hat, sondern diese an seinem Wohnort … durch den in … tätigen Wirtschaftsprüfer am 15. Januar 2015 kopieren liess (vgl. dazu Kostennote vom 24. Juni 2015). Demgemäss erweist sich der vom Wirtschaftsprüfer C.________ mit Kostennote vom
24. Juni 2015 für die Zeit ab 17. Dezember 2014 geltend gemachte Kostenaufwand von Fr. 1‘270.-- als nicht entschädigungspflichtig.
Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 4‘214.80 (Fr. 1‘200.-- + Fr. 3‘014.80)
auszurichten.
Demnach entscheidet der Einzelrichter:
1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid der Ausgleichskasse des Kantons Bern vom 22. Oktober 2013 (Datum des Poststempels) aufgehoben.
2. Verfahrenskosten werden keine erhoben.
3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer einen Parteikostenersatz, gerichtlich bestimmt auf total Fr. 4‘214.80, auszurichten.
4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Ausgleichskasse des Kantons Bern, Abteilung Beiträge und Zulagen
(mit Eingaben vom 7. Juli 2015 [Honorarund Kostenaufstellung vom
24. Juni und 7. Juli 2015])
- Bundesamt für Sozialversicherungen
Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Juli 2015, AHV/14/869, Seite 5
Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.