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200 2014 1095 • VG BE 200 2014 1095 KI-generiert

Claimant v. Invalidity Insurance: Successful Appeal and Remand Based on New Medical Evidence

Geschäftsnummer 200 2014 1095
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Bern (CH-BE)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)
Kostenauflage zulasten Vorinstanz / Staat

Legislator-Zusammenfassung

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The situation involved a claimant challenging a decision by the Invalidity Insurance (IV) office to deny their claim for a disability pension, requesting full or partial benefits. Following the submission of additional medical reports by the claimant during the appeal process, and subsequent to a request for a duplication statement, the IV office reversed its position and requested that the contested decision be annulled and the matter be remanded for further medical investigation. The claimant, upon receiving the IV office's revised request, also moved for the case to be remanded for further medical clarification; thus, both parties submitted concordant motions to uphold the appeal. The court reasoned that the new medical evidence justified the remand of the case to the IV office for additional medical assessments as requested by both parties, leading to the annulment of the original decision and the simplified resolution of the procedure, which resulted in no court costs and the full reimbursement of the cost advance, while the claimant was awarded legal costs, albeit with a significant reduction in the claimed photocopy expenses.

Legislator-Regeste

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Art. 108 Urteil, Art. 108 VRPG, Art. 61 lit. g ATSG; Claimant v. Invalidity Insurance: Successful Appeal and Remand Based on New Medical Evidence: Following the submission of additional medical reports by the claimant during the appeal process, and subsequent to a request for a duplication statement, the IV office reversed its position and requested that the contested decision be annulled and the matter be remanded for further medical investigation. The claimant, upon receiving the IV office's revised request, also moved for the case to be remanded for further medical clarification; thus, both parties submitted concordant motions to uphold the appeal. The court reasoned that the new medical evidence justified the remand of the case to the IV office for additional medical assessments as requested by both parties, leading to the annulment of the original decision and the simplified resolution of the procedure, which resulted in no court costs and the full reimbursement of the cost advance, while the claimant was awarded legal costs, albeit with a significant reduction in the claimed photocopy expenses.

Schlagwörter

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Versicherungsleistungsbegehren Entscheidungen auf medizinischem Gebiet Invalidenversicherungsrecht Kostenersatz Kostenvorschuss Ruhegehalt wegen Dienstunfähigkeit Verfügung vom 17. Oktober 2014

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 108 Urteil
 Die durch den gemeinsamen Antrag ermöglichte vereinfachte Verfahrenserledigung stellt einen besonderen Umstand gemäss Art. 108 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9.
Art. 108 VRPG
Cited in the considerations related to the waiver of court costs due to the simplified procedure.
Art. 61 lit. g ATSG
Cited as the basis for assessing the party reimbursement in the context of social insurance law.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 VRPG

Cited in the considerations related to the waiver of court costs due to the simplified procedure.

Art. 61 lit. g ATSG

Cited as the basis for assessing the party reimbursement in the context of social insurance law.

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Volltext

200 14 1095 IV MAW/JAP/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil des Einzelrichters vom 9. April 2015

Verwaltungsrichter Matti Gerichtsschreiber Jakob

A.________ vertreten durch Rechtsanwältin Dr. B.________ Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. Oktober 2014 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/1095, Seite 2

Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

 Mit Verfügung vom 17. Oktober 2014 hat die IV-Stelle Bern (IVB bzw.

Beschwerdegegnerin) einen Anspruch von A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) auf eine Invalidenrente verneint.

 Mit Beschwerde vom 13. November 2014 liess der Versicherte beantragen, diese Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihm sei ab

1. August 2012 eine ganze Invalidenrente (eventuell eine ¾-, ½- oder ¼-Rente) auszurichten.

 Nachdem der Beschwerdeführer nach Zustellung der Beschwerdeantwort weitere Eingaben und Unterlagen eingereicht hatte, forderte der Instruktionsrichter die Beschwerdegegnerin zur Einreichung einer Duplik auf.

 Mit Duplik vom 11. März 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Beschwerde sei in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zu weiteren medizinischen Abklärungen an sie zurückzuweisen sei.

 Mit Eingabe vom 8. April 2015 lässt der Beschwerdeführer den Antrag stellen, die Sache sei zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

 Damit liegt ein übereinstimmender Antrag der Parteien auf Gutheissung der Beschwerde vor, wodurch gemäss Art. 57 Abs. 4 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) die einzelrichterliche Zuständigkeit gegeben ist.

 Die vom Beschwerdeführer im Verlauf des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht eingereichten medizinischen Berichte rechtfertigen die Rückweisung an die Vorinstanz zur weiteren medizinischen Abklärung, weshalb die Beschwerde entsprechend gutzuheissen ist.

 Die durch den gemeinsamen Antrag ermöglichte vereinfachte Verfahrenserledigung stellt einen besonderen Umstand gemäss Art. 108 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/1095, Seite 3

Abs. 1 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) dar, der es rechtfertigt, keine Verfahrenskosten zu erheben, so dass der geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten ist.

 Aufgrund seines Obsiegens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung. Der Ersatz der Parteikosten wird gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen.

 Der in der Kostennote vom 8. April 2015 geltend gemachte Zeitaufwand von 1‘132 Minuten ist zwar hoch, es besteht angesichts des im konkreten Fall erforderlichen Aufwands jedoch kein Anlass zur Korrektur. Ausserhalb des vertretbaren Rahmens liegen demgegenüber die geltend gemachten Auslagen von Fr. 530.50 für Fotokopien. Da dieser Aufwand in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass dem Verwaltungsgericht in grossem Umfang Kopien der IV-Akten eingereicht worden sind, welche ohnehin beigezogen werden müssen, ist diesbezüglich eine erhebliche Kürzung des Aufwands vorzunehmen. Die zu entschädigenden Auslagen werden pauschal auf Fr. 150.-- festgelegt. Daraus ergibt sich eine Parteientschädigung von Fr. 5‘255.30 (Honorar Fr. 4‘716.--, Auslagen Fr. 150.-- und Mehrwertsteuer Fr. 389.30).

Demnach entscheidet der Einzelrichter:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 17. Oktober 2014 aufgehoben und die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. April 2015, IV/14/1095, Seite 4

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1‘000.-- wird nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 5‘255.30 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):

- Rechtsanwältin Dr. B.________ z.H. des Beschwerdeführers

- IV-Stelle Bern

- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.