Misidentification of revision grounds: procedural service defects versus substantive rights under § 28 VwGG
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Administrative Court of Vienna (VwGH) dismissed the extraordinary revision as inadmissible, leaving in force the lower administrative court's decision that rejected the appellant's appeal as time-barred, and ordered the appellant to pay litigation costs of € 553.20. The dispute concerned a penalty decision issued for violations of the Austrian Aviation Regulation (AVRAG), where the appellant challenged the administrative court's dismissal of his complaint based on lateness, arguing that his rights to procedural hearing and proper service had been violated. The VwGH held that the revision was inadmissible because the appellant failed to correctly identify the substantive right violated, as the alleged procedural defects (hearing and service) constitute grounds for revision under § 28 Abs. 1 Z 5 VwGG rather than the claimed violation of subjective rights, which requires a specific and unambiguous designation of the individual right affected under § 28 Abs. 1 Z 4 VwGG to define the scope of judicial review.
Legislator-Regeste
KI-generiert§ 25a VwGG, § 41 Abs. 1 VwGG, § 28 Abs. 1 Z 4 VwGG, § 28 Abs. 1 Z 5 VwGG, § 34 Abs. 1 VwGG, §§ 47 ff VwGG; Misidentification of revision grounds: procedural service defects versus substantive rights under § 28 VwGG: The dispute concerned a penalty decision issued for violations of the Austrian Aviation Regulation (AVRAG), where the appellant challenged the administrative court's dismissal of his complaint based on lateness, arguing that his rights to procedural hearing and proper service had been violated. The VwGH held that the revision was inadmissible because the appellant failed to correctly identify the substantive right violated, as the alleged procedural defects (hearing and service) constitute grounds for revision under § 28 Abs. 1 Z 5 VwGG rather than the claimed violation of subjective rights, which requires a specific and unambiguous designation of the individual right affected under § 28 Abs. 1 Z 4 VwGG to define the scope of judicial review.
Schlagwörter
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KI-generiertMain ground for the dismissal of the revision because it lacked merit due to inadmissibility.
Provision applied in the dispositive to order the payment of litigation costs.
Regulation applied in conjunction with the general cost rules to determine the specific amount of costs to be reimbursed.
Volltext
Die Revision wird zurückgewiesen.
Der Revisionswerber hat dem Bund Aufwendungen in der Höhe von € 553,20 binnen zwei Wochen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.
1Mit dem angefochtenen Beschluss wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde des Revisionswerbers gegen ein wegen Übertretungen des AVRAG ergangenes Straferkenntnis der belangten Behörde vom 23. Februar 2018 als verspätet zurück und erklärte eine Revision gegen den Beschluss gemäß § 25a VwGG für unzulässig.
2Dagegen richtet sich die vorliegende, unter Anschluss der Verfahrensakten vorgelegte außerordentliche Revision, zu der die belangte Behörde eine Revisionsbeantwortung mit dem Antrag erstattet hat, die Revision kostenpflichtig zurück oder abzuweisen.
3In der Revision wird als Revisionspunkt geltend gemacht, der Revisionswerber sei durch den angefochtenen Beschluss „in seinem Recht auf Gewährung von Parteiengehör und in seinem Recht auf ordnungsmäße Zustellung eines behördlichen Schriftstückes“ verletzt.
4Durch die vom Revisionswerber vorgenommene Bezeichnung der Revisionspunkte wird der Prozessgegenstand des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens festgelegt und der Rahmen abgesteckt, an den der Verwaltungsgerichtshof bei Prüfung des angefochtenen Erkenntnisses oder des angefochtenen Beschlusses gemäß § 41 Abs. 1 VwGG gebunden ist. Danach hat der Verwaltungsgerichtshof nicht zu prüfen, ob irgendein subjektives Recht des Revisionswerbers verletzt wurde, sondern nur zu prüfen, ob jenes verletzt wurde, dessen Verletzung dieser behauptet. Der in § 28 Abs. 1 Z 4 VwGG geforderten Angabe der Revisionspunkte kommt für den Prozessgegenstand des Verfahrens vor dem Verwaltungsgerichtshof insoweit entscheidende Bedeutung zu, als der Revisionswerber jenes subjektive Recht herauszuheben hat, dessen behauptete Verletzung die Legitimation zur Revisionserhebung erst begründet. Wird der Revisionspunkt unmissverständlich ausgeführt, so ist er einer Auslegung aus dem Gesamtzusammenhang der Revision nicht zugänglich (vgl. etwa VwGH 20.5.2021, Ra 2021/11/0082, mwN).
5Durch den angefochtenen Beschluss, mit dem die Beschwerde als verspätet zurückgewiesen wurde, konnte der Revisionswerber allenfalls in seinem Recht auf Sachentscheidung verletzt werden, nicht aber in den im Revisionspunkt als verletzt bezeichneten Rechten, weil es sich dabei um Revisionsgründe im Sinne des § 28 Abs. 1 Z 5 VwGG handelt (vgl. abermals den zitierten Beschluss).
6Da sich die Revision schon aus diesem Grund als nicht zulässig erweist, war sie gemäß § 34 Abs. 1 VwGG mangels Berechtigung zu ihrer Erhebung zurückzuweisen.
7Die Kostenentscheidung beruht auf den §§ 47 ff VwGG iVm. der VwGHAufwandersatzverordnung 2014.
Wien, am 23. Juli 2021