Gambling monopoly: EU law compatibility, ex officio proceedings, and citation of penalty provisions in the operative part of an administrative act
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Administrative Court dismissed the revision, thereby upholding the decision of the Landesverwaltungsgericht Vorarlberg, which found the applicant guilty in 16 instances of violating gambling regulations and imposed a fine of EUR 4,000 for each violation. The dispute concerned the permissibility of an extraordinary revision under Article 133 para. 4 B-VG, challenging the compatibility of the national gambling monopoly with EU law, the procedural right to have a defendant found guilty based on ex officio investigation, and the proper citation of the penalty provision in the operative part of the administrative act. The court held that no fundamental legal question remained unresolved, noting that the requirements for reviewing the proportionality of gambling monopolies under Articles 49 and 56 TFEU, in light of Article 47 of the Charter of Fundamental Rights, had already been settled by the Court of Justice of the European Union and consistent prior case law of the Administrative Court. Furthermore, the court rejected arguments regarding procedural defects and confirmed that the administrative court had correctly cited the penalty provision under Section 52 para. 2 of the Gambling Act (GSpG) in the operative part and substantiated the sentencing in the reasoning, thus satisfying the requirements of Section 44a para. 3 VStG.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 133 Abs. 4 B-VG, § 25a Abs. 1 VwGG, § 28 Abs. 3 VwGG, Art. 47 GRC, § 34 Abs. 1 VwGG; Gambling monopoly: EU law compatibility, ex officio proceedings, and citation of penalty provisions in the operative part of an administrative act: The dispute concerned the permissibility of an extraordinary revision under Article 133 para. 4 B-VG, challenging the compatibility of the national gambling monopoly with EU law, the procedural right to have a defendant found guilty based on ex officio investigation, and the proper citation of the penalty provision in the operative part of the administrative act. The court held that no fundamental legal question remained unresolved, noting that the requirements for reviewing the proportionality of gambling monopolies under Articles 49 and 56 TFEU, in light of Article 47 of the Charter of Fundamental Rights, had already been settled by the Court of Justice of the European Union and consistent prior case law of the Administrative Court. Furthermore, the court rejected arguments regarding procedural defects and confirmed that the administrative court had correctly cited the penalty provision under Section 52 para. 2 of the Gambling Act (GSpG) in the operative part and substantiated the sentencing in the reasoning, thus satisfying the requirements of Section 44a para. 3 VStG.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertProcedural rule applied to reject the revision without further proceedings.
Volltext
Die Revision wird zurückgewiesen.
1 Mit dem nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung ergangenen angefochtenen Erkenntnis erkannte das Landesverwaltungsgericht Vorarlberg den Revisionswerber in 16 Fällen einer Übertretung nach § 52 Abs. 1 Z 1 iVm § 2 Abs. 2 und 4 iVm § 4 Glücksspielgesetz (GSpG) für schuldig und verhängte über ihn gemäß § 52 Abs. 2 GSpG Geldstrafen in der Höhe von jeweils EUR 4.000,-- (für den Fall der Uneinbringlichkeit Ersatzfreiheitsstrafen). Die Revision gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG erklärte es für nicht zulässig.
2 Gegen das Erkenntnis eines Verwaltungsgerichts ist die Revision nach Art. 133 Abs. 4 B-VG zulässig, wenn sie von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt, insbesondere weil das Erkenntnis von der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes abweicht, eine solche fehlt oder die zu lösende Rechtsfrage in der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht einheitlich beantwortet wird.
3 Bei der Beurteilung der Zulässigkeit der Revision gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG ist der Verwaltungsgerichtshof an den Ausspruch des Verwaltungsgerichts nach § 25a Abs. 1 VwGG nicht gebunden (§ 34 Abs. 1a VwGG). Er hat die Zulässigkeit einer außerordentlichen Revision im Rahmen der dafür in der Revision gesondert vorgebrachten Gründe (§ 28 Abs. 3 VwGG) zu überprüfen.
4 Dem Zulässigkeitsvorbringen der gegenständlichen Revision ist zu erwidern, dass die für eine Vorlage an den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) gemäß Art. 267 AEUV aufgeworfenen Fragen klar bzw. geklärt sind. Ebenso sind die Anforderungen an eine Prüfung der Unionsrechtskonformität im Zusammenhang mit einer Monopolregelung im Glücksspielsektor durch die nationalen Gerichte geklärt (vgl. EuGH 15.9.2011, Dickinger und Ömer, C-347/09, Rn. 83 f; 30.4.2014, Pfleger, C-390/12, Rn. 47 ff; 30.6.2016, Admiral Casinos Entertainment AG, C-464/15, Rn. 31, 35 ff; sowie vom 28.2.2018, Sporting Odds Ltd., C- 3/17, Rn. 28, 62 ff). Diesen Anforderungen ist der Verwaltungsgerichtshof in seinem Erkenntnis vom 16. März 2016, Ro 2015/17/0022, durch die Durchführung der nach der Rechtsprechung des EuGH erforderlichen Gesamtwürdigung nachgekommen. Er hat an dieser Gesamtwürdigung mit Erkenntnis vom 11. Juli 2018, Ra 2018/17/0048, 0049, mit näherer Begründung festgehalten. Von dieser - weiterhin maßgeblichen - Rechtsprechung ist das Verwaltungsgericht im Revisionsfall mit seiner Beurteilung im Ergebnis nicht abgewichen. Das Zulässigkeitsvorbringen zeigt nichts auf, was diesbezüglich zu einer anderen Beurteilung führen könnte. Die angefochtene Entscheidung steht entgegen dem weiteren Vorbringen auch nicht im Widerspruch zum Urteil des EuGH vom 30. April 2014, Pfleger, C-390/12.
5 Ebenso stehen nach den Ausführungen des EuGH in seinem Urteil vom 14. Juni 2017, Online Games Handels GmbH ua, C- 685/15, die Art. 49 AEUV (Niederlassungsfreiheit) und Art. 56 AEUV (Dienstleistungsfreiheit) im Lichte des Art. 47 GRC einem Verfahrensregime wie dem vor dem Verwaltungsgericht geltenden betreffend die amtswegige Ermittlung der Umstände der vom Gericht entschiedenen Rechtssachen nicht entgegen (vgl. etwa VwGH 25.4.2018, Ra 2018/09/0039).
6 Soweit in der Revision in diesem Zusammenhang Verfahrensmängel geltend gemacht werden, zeigt der Revisionswerber mit seinen Ausführungen deren Relevanz und damit eine grundsätzliche Rechtsfrage im Sinn des Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht auf (siehe dazu VwGH 25.4.2018, Ra 2018/09/0005, mwN).
7 Wenn im Zulässigkeitsvorbringen schließlich gerügt wird, das angefochtene Erkenntnis stehe im Widerspruch zur Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes zu § 44a Z 3 VStG, wonach ein Beschuldigter ein Recht darauf habe, dass im Spruch des Straferkenntnisses die richtige Strafnorm angeführt werde, ist der Revisionswerber darauf hinzuweisen, dass ein solcher Widerspruch nicht besteht. So hat das Landesverwaltungsgericht einerseits die Strafsanktionsnorm des § 52 Abs. 2 GSpG explizit in den Spruch des angefochtenen Erkenntnisses aufgenommen und andererseits die Strafbemessung unter Bezugnahme auf diese Bestimmung näher dargelegt (vgl. VwGH 14.3.2018, Ra 2018/17/0028; siehe zur Heranziehung der Begründung zur Auslegung eines allenfalls unklaren Spruchs zudem etwa VwGH 14.2.2017, Ra 2016/02/0015; 29.10.2015, Ra 2015/07/0097).
8 Die Revision war daher gemäß § 34 Abs. 1 VwGG ohne weiteres Verfahren zurückzuweisen.
Wien, am 20. September 2018